18.1 Autopoietische Systeme: Wenn das Netzwerk der Interaktionen der Komponenten oder Elemente einer zusammengesetzten Einheit eine Innen-außen-Unterscheidung (= System-Umwelt-Unterscheidung/Eigenstruktur) herstellt, soll solch eine Einheit autopoietisches System genannt werden.

Literatur:

„Das gegenwärtige biochemische Wissen erlaubt es uns, lebende
Systeme als sich selbst erzeugende Systeme zu bezeichnen, die ihre eigenen Grenzen bestimmen und aufbauen. Dies lässt sich formal so ausdrücken: Es gibt eine Klasse mechanistischer Systeme; jedes Element dieser Klasse ist ein dynamisches System, das als Netzwerk von Prozessen der Produktion seiner eigenen Bestandteile definiert ist; diese Bestandteile wirken zum einen durch ihre Interaktionen in rekursiver
Weise an der ständigen Erzeugung und Verwirklichung eben dieses
Netzwerkes von Prozessen der Produktion mit, das sie selbst produziert
hat, und konstruieren zum anderen dieses Netzwerk von Prozessen
der Produktion von Bestandteilen als eine Einheit in einem Raum,
den sie (die Bestandteile) dadurch definieren, dass sie seine Grenzen
verwirklichen. Solche Systeme nenne ich autopoietische Systeme, und die Organisation eines autopoietischen Systems nenne ich die autopoietische Organisation.
Ein autopoietisches System, das durch physikalische Bestandteile
verwirklicht wird, ist ein lebendes System“ (Maturana 1978,
S. 280).




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