1.2 fbs

„Sag mir, was du tust und/oder bewirkst, und ich sage dir, wer oder was du bist“ – so könnte man dieses Definitionsprinzip bzw. das Prinzip des Erwerbs solch einer Zuschreibung auf eine griffige Formel bringen. Das ist die lange praktizierte Methode der Identifizierung eines Menschen durch seine Taten (allerdings heute in erster Linie im professionellen Bereich zu finden): Der Maler malt, der Richter richtet, der Metzger metzelt, der Mörder mördert und der Sünder sündigt (wobei die beiden letzten Begriffe nicht wirklich als Berufsbezeichnungen durchgehen dürften).

Der Begriff Operation leitet sich vom Lateinischen „operari“: bewirken, arbeiten, mit etwas beschäftigt sein bzw. von „opus“: Werk, Arbeit, Beschäftigung, Tat ab: Unter einer Operation im hier verwendeten Sinn ist allerdings nicht der gesamte Prozess zur Herstellung solch eines Werks zu verstehen, sondern ein einzelnes Ereignis, z.B. eine Aktion, durch die eine Wirkung (=Veränderung von was auch immer) vollzogen wird. Der Operationsbegriff bezieht sich nicht nur auf das, was beim Beobachten geschieht, sondern damit kann auch eine konkrete Handlung gemeint sein wie z.B. bei einem chirurgischen Eingriff der Schnitt in die Bauchdecke (im Unterschied zur gesamten Blinddarm-„Operation“), es kann aber auch – weniger blutig – ein kognitiver Akt sein wie etwa eine Rechenoperation. Aber, das soll hier betont werden, auch Beobachten ist kein passives Dabeisein, sondern eine Aktivität mit Wirkung, die keineswegs unschuldig und harmlos ist, auch wenn das der Beobachter vorgibt (es ist immer etwas Voyeuristisches dabei, oder gar: Der Beobachter ist Spanner).

4 Gedanken zu “1.2 fbs

  1. wenn schon, dann operator.

    Ansonsten gilt:

    hoc labor, hic opus est
    bzw. (& vice versa)
    hoc opus, hic labor est

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