1.4 Was im vorliegenden Text über die Operation des Beobachtens (=Beobachten 1. Ordnung) geschrieben wird, ist als Beobachten 2. Ordnung zu betrachten.

Wo immer Beobachten beschrieben wird, handelt es sich um Beobachten 2. Ordnung. Das gilt gleichermaßen, wenn darüber geschrieben oder diskutiert wird. Denn die Phänomene, die beim Beobachten 1. Ordnung beobachtet werden, sind nur direkt dem diese Beobachtungen vollziehenden Beobachter zugänglich, da sie von ihm (zumindest co-) produziert werden.

 




9 Gedanken zu “1.4 Was im vorliegenden Text über die Operation des Beobachtens (=Beobachten 1. Ordnung) geschrieben wird, ist als Beobachten 2. Ordnung zu betrachten.”

  1. Mit seinen Beobachtungen erschafft der Beobachter eine innere zweite Natur, die er für die primäre hält, denn durch unsere sozialisierten Seh-, Denk- und Verhaltensgewohnheiten erscheinen uns die Dinge als naturwüchsig und unveränderlich, obwohl sie von Menschen gemacht sind, weshalb es niemanden stört, wenn im Lebensmittelregal Bratkartoffeln im Vakuumpack stehen, obwohl mir kein Grund einfällt, warum es nun unbedingt Bratkartoffeln im Vakuumpack geben muss und genau deshalb nun die Lebensmittelampel kommt, die verhindern soll, dass die Leut’ nicht wissen, was sie da essen, da längst das Mittel zum Zweck geworden ist (Umsatz), sodass produziert wird um der Produktion willen und das Bedürfnis nach Bratkartoffeln im Vakuumpack erst geschaffen werden muss durch Werbebotschaften, die Beachtung beim beobachtenden Beobachter finden.

  2. Das Beobachten der Beobachter scheint tief in uns als „soziale Intelligenz“ zu sein:
    ein Kleinkind – 14 Monate – beobachtet, versteht noch nicht die Sprache, zeigt jedoch situativ passendes Verhalten, lacht wenn alle lachen … und beobachtet ob das Lachen gut ankommt, kontrolliert sein soziales Verhalten..

    Dieses Minenspiel …

  3. „ Beobachten der Beobachter = Beobachtung 2. Ordnung“

    heute ist der Tag in diesem Herbst 🍂, an dem die Wildgänse an unserem Haus vorbeifliegen, in wunderschönen Formationen, die sich immer wieder etwas ändern, die Wildgänse tauschen immer wieder ihre Plätze ..
    und einzelne Vögel verlieren immer wieder einmal den Anschluss an die Formation..

    Wildgänse orientieren sich wohl auch am Magnetfeld der Erde 🌎 auf ihrem Weg nach Süden, in wärmere Gefilde,

    in Sichtentfernung von unserem Haus kreuzt eine große Stromleitung, Überlandleitung nannten wir das, den Flug der Gänse.
    Hier haben die Vögel Mühe Ihre Formation zu halten;
    es bildet sich ein nahezu kreisförmiges Wirrwarr von einzelnen Wildgänsen, ohne Orientierung, ihre Rufe wandeln sich zu Geschrei.
    Einzelne Vögel verlieren den Anschluss, fliegen zurück und „stranden“ in den nahegelegenen Flussauen. Dort werden sie von einzelnen Spaziergängern oder Anglern gefunden und über den Winter mit Futter versorgt.

    Die meisten Gänse finden nach einer ganzen Reihe von Versuchen wieder eine Position, die Formierung ermöglicht. Und fliegen weiter auf ihrem Weg nach Süden.

    Diese Störung ihres Fluges, ihrer Beobachtung des Magnetfelds der Erde, durch das Magnetfeld der Stromleitung würde ich als Beobachter der das Magnetfeld beobachtenden Gänse als erheblichen Stress beschreiben …
    für die Gänse und deren Beobachter ..

  4. … gäb ein gutes Gericht, wenn man gleich eine Flinte parat hätte.
    Die sind wenigstens nicht so fett, wie die Martinsgänse.
    Vom Canard à l’orange ganz zu schweigen …

    aber ein paar Froschschenkel täten’s schließlich auch.

  5. könnte aber auch ne Finte sein,
    kommt halt drauf an, wenn ich mir das mit dem Streß so durch den Kopf gehen lasse.

    Ich glaub ich die Viecher wird/ wurde viel zu viel hineingeheimnist in unseren urbanen Kulturen, sodaß heutzutage kaum jemand mehr unterscheiden kann, ab das jetzt ein Rindviech ist, das man vom Eis zu holen hat oder eine Kuh, die man erst auf Eis legen muß, damit die Frisch-Milch nicht so lauwarm rumglibbert und einigermaßen schmeckt.
    Quak …

    „… Der Frosch konnte sich jetzt nicht mehr beherrschen. Er sprang mit einem Satz auf die Hülle der Eintagsfliege zu. Diese von den beiden fetten Personen schien ihm am fettesten. Die Eintagsfliege spannte die Flügel weit aus und flog in Licht, Luft und Sonne hinein und hinter ihr blieb, wesenlos und unwesentlich, das, worin sie einmal war – ihr Kleid. Ein neues Dasein begann – Morgen, Mittag und Abend.
    „Das ist ja gar keine Person, sondern ein Futteral,“ quakte der Frosch wütend und setze erbost ins Wasser zurück.
    Die Ameise war zum Käfer zurückgeeilt und nahm ihr Beingepäck wieder in Empfang, ohne sich zu bedanken.
    „Die Person sagt, sie lebt von Luft und Sonne“ erzählte sie, „sie lebt nur einen Tag, sagt sie, Morgen, Mittag und Abend. Es ist eine Schwindlerin. Ich dachte es mir gleich, als sie so mit den Füßen wackelte, es ist eine leichtsinnige Person.“
    „Morgen, Mittag und Abend“, sagte der Käfer und rieb sich den Kopf mit dem Fühler. „Man muß aber doch einen Punkt finden können, irgendeinen Punkt …“
    Mehrbeinig und mühsam pilgerten sie weiter. Der Frosch saß dick und grün im Sumpf und hatte eine geschwollene Kehle vor lauter Ärger. Die Eintagsfliege gaukelte mit blitzenden Schwingen im Lichtertanz eines neuen Daseins – für einen Tag, für Morgen, Mittag und Abend.
    Aber was ist ein Tag? Ein Augenblick und tausend Jahre sind gleich flüchtig und wandelbar – man muß doch wohl einen Punkt finden, wie der kleine, pilgernde Käfer sagte, irgendeinen Punkt …

    M. Kyber, Ges. Tiergeschichten, a.a.O. , S. 174 f

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