1.5 Alles, was von einem Beobachter (zu sich selbst oder einem anderen Beobachter) gesagt wird, setzt das Verstehen von Sprache voraus, was dazu führt, dass im Folgenden zwangsläufig Worte verwendet werden müssen, deren Verstehen voraus gesetzt wird, obwohl sie (noch) nicht definiert sind: ein Problem, das hier wie beim natürlichen Spracherwerb dadurch gelöst wird, dass die Bedeutungen der Worte sich zunächst allein durch ihren Gebrauch erschließen, aber, wenn ihr hier vorgeschlagener Gebrauch von der Umgangssprache abweicht, sie im Laufe des Textes explizit definiert werden.

Das ist ein Dilemma, dem man nicht entgeht, wenn man z.B. versucht, die kognitive Entwicklung eines neugeborenen Menschen zu rekonstruieren (oder jedes anderen kognitiven Systems): Man kommt nicht umhin eine bereits etablierte Sprache, ein Zeichen- oder Symbolsystem, zu gebrauchen, das bereits strukturiert ist. Man ist daher an dessen implizite Strukturen – d.h. die Eigenschaften des Mediums, das man zur Kommunikation benutzt – gebunden. Die einzige Möglichkeit mit diesem Problem umzugehen, dürfte darin bestehen, es sich bewußt zu machen und die zunächst stillschweigend übernommenen Vorannahmen (z.B. der Grammatik der jeweiligen Sprache) im Laufe der Argumantation nachträglich zu hinterfragen.

 




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