12.4 fbs

Es sein hier schon angemerkt, dass räumliche Vorstellungen auch zur Beschreibung sozialer Beziehungen verwendet werden. Diese Raum-Metaphorik bezeichnet, beispielsweise, im dreidimensionalen Sinne den gesellschaftlichen Status, den Unterschied zwischen oben und unten, Oberschicht und Unterschicht, vorne und hinten (progressiv vs. rückschrittlich, avantgardistisch vs. etwas zurückgeblieben etc.). Die gesamte Fortschritts- und Rückschritts-Metaphorik ruht in räumlichen Vorstellungen. Weniger bewertend ist der Versuch soziale Beziehung anschaulich zu beschreiben in der Feld-Metaphorik, die sich – bescheiden – mit zwei Dimensionen zufriedengibt, obwohl zwei Dimensionen durchaus reichen, um deutliche Bewertungen vorzunehmen, wie sich an der Rechts-links-Metaphorik im politischen Leben erweist. Auch die gesamte Aufstellungsarbeit nutzt die Raummetaphorik, die offenbar aufgrund unseres Körpererlebens zur Charakterisierung sozialer Beziehungen nutzbar ist.

1 Gedanke zu “12.4 fbs

  1. „Auch die gesamte Aufstellungsarbeit nutzt die Raummetaphorik, die offenbar aufgrund unseres Körpererlebens zur Charakterisierung sozialer Beziehungen nutzbar ist.“

    Es ist faszinierend, wie man über die Aufstellungsarbeit, die Positionierung und durch nonverbalen Signale in Haltung und Gestik die sozialen Bindungen „modellieren“ kann.
    Nähe und Distanz, Abwehr, Abkehr, Abschätzung, Demütigung, Erniedrigung oder Aufnahme, Entgegenkommen, Hinwendung, Zuwendung … die sensomotorischen Zusammenhänge sind in ihrem Fluß nur nachvollziehbar, wenn man sie sich „entäußert“ vor Augen führen kann.
    Nichts anderes macht die Kunst.

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