13.3 Takt: Die zusammengesetzte Untereinheit (=Gruppierung) eines Prozesses, die aus mehreren Ereignissen mit demselben zeitlichen Abstand (=Intervall) besteht und wiederholt wird.

Figur 18

Takt ist ein Begriff, der nicht nur zur Bezeichnung musikalischer Einheiten gebraucht wird, sondern generell für für Teilabschnitte von Arbeitsabläufen, seien sie von Menschen oder Maschinen vollzogen, z.B. beim Zweitakt- oder Viertaktmotor, aber eben auch beim Rudern, wenn der Steuermann im Achter die Schlagzahl vorgibt. Regelmäßige zeitliche Abstände scheinen Resonanzen zu erzeugen, nicht nur in physischen Systemen, sondern auch bei psychischen Systemen, so dass sie besonders geeignet sind, um das Verhalten einer großen Zahl von Individuen zu koordinieren, z.B. bei Gleichschritt von Soldaten, gemeinsamen Klatschen bei Konzerten usw. Der Takt wird dann zu einem „order parameter“ oder „Ordner“, wie es in der Synergetik genannt wird, dem sich die Aktionen der Beteiligten unterordnen.

Dass im gegenseitigen Umgang von Takt oder Taktlosigkeit die Rede ist, dürfte an der Herkunft des Wortes liegen, das sich auf ein vorhandenes oder eben auch nicht vorhandenes Gefühl (=Taktgefühl), d.h. die Anpassung an spezifische Spielregeln des Umgangs miteinander, bezieht, das vor „zu naher“, „grenzverletzender“ gegenseitiger „Berührung“ schützt.

 

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Literatur:

Takt m (…) Entlehnt aus dem lat. tactus ‚Berührung, Gefühlssinn, Gefühl, zu lat. tangere (tactum) ‘an-, berühren, beeindrucken‘.

Autorenkollektiv (1989): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. München (dtv) 1995, S. 1408.




3 Gedanken zu „13.3 Takt: Die zusammengesetzte Untereinheit (=Gruppierung) eines Prozesses, die aus mehreren Ereignissen mit demselben zeitlichen Abstand (=Intervall) besteht und wiederholt wird.“

  1. Zum Tagesauftakt kilometerlanger syntaktischer Kontakt beim Fahrradfahren auf holprigen Betonplattenwegen, der zu leichten Gehirnerschütterungen im Takt der Plattenspalten führte: Irgendetwas ist nicht mehr intakt.

    Bei anderen Gruppen, da wechselt der Schlagzeuger manchmal den Takt.
    Das gibt’s bei uns nicht, das wär‘ für uns ein viel zu großer Akt.
    Rodgau Monotones, 1988

  2. taktisch nicht so ganz unklug,
    obgleich die Taktung nicht unbedingt
    so abläuft wie im Modell versprochen.
    Vor allem nicht unter auf Variabilität eingestelltem Einsatz von Metronomen.

    Mit dem Taktstock zu wedeln, um Schweinepriester vorzuführen,
    hat natürlich schon was für sich. Fragt sich nur, wie es um die Pegelfestigkeit bestellt ist, wenn klar wird, daß es sich lediglich
    um ein Re-Play vom Auto-Play handelt.

    Folglich ein ganz banaler Zweitakter wie seinerzeit
    im DKWuppdisch

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