16.3 Die Erklärung für die Entstehung selbstorganisierter Strukturen folgt einem zirkulären Ursache-Wirkungs-Schema: „Ursache“ (=Operationen der Einheit, innen) „Wirkung“ (=Struktur der Einheit, innen).

Figur 26

 

Zirkulär sind allerdings diese Prozesse immer nur dann, wenn von der Zeit abstrahiert wird. Dann lässt sich nicht mehr zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden, da die (vermeintliche) Wirkung jeweils die (vermeintliche) Ursache produziert usw. – d.h. es handelt sich um die klassische Henne-Ei-Frage, und je nachdem, wie man diesen Prozess zeitlich interpunktiert, erhält man eine andere Zuschreibung von Ursache und Wirkung. Dies gilt für Wirkungsnetze im Allgemeinen, die zu – vorübergehend – dem Beobachter stabil erscheinenden Zuständen führen. Aber auch die Interaktionsmuster zwischen (z.B.) streitenden Parteien, folgen diesem Muster – am Ende ist nicht zu sagen, wer denn „wirklich“ angefangen hat…




1 Gedanke zu “16.3 Die Erklärung für die Entstehung selbstorganisierter Strukturen folgt einem zirkulären Ursache-Wirkungs-Schema: „Ursache“ (=Operationen der Einheit, innen) „Wirkung“ (=Struktur der Einheit, innen).”

  1. „Denn es bleibt gewiss, dass jede Veränderung Wirkung einer andern ist, da dies a priori fest steht: nur folgt sie nicht bloß auf die einzige, die ihre Ursache ist, sondern auf alle andern, die mit jener Ursache zugleich sind“. Arthur Schopenhauer: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde (1847)

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