17.1 Nicht-lebende selbstorganisierte Systeme (z.B. Wolken) sind aus materiellen Komponenten gebildet, die sich aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften bzw. der daraus resultierenden aktuellen Interaktionsformen bzw. physikalisch-chemischen Reaktionen und Wechselbeziehungen zu emergenten Einheiten formen.

Solche nicht-lebenden Systeme sind in weit höhrem Maße von den jeweiligen Umweltbedingungen bestimmt als lebende Systeme.  Ein gutes Beispiel dafür ist das Wasser, das bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen bzw. damit verbunden, seiner eigenen Temperatur, in unterschiedlichen Aggregatzuständen zu beobachten ist: Fest (Eis), flüssig (das Wasser aus der Wasserleitung), gasförmig (der Dampf über dem erhitzten Teekessel). Dabei ändern sich nicht die Komponenten des Wassers (=Wassermoleküle: H2O), sondern nur ihre Kopplung und damit ihre Organisationsform, d.h. die Relationen zwischen ihnen und deren Stabilität.

 

Literatur:

„Wie bereits am Beispiel des Wassers deutlich wird, liegen den verschiedenen Phasen Wasserdampf, Wasser und Eiskristall genau die gleichen Moleküle zugrunde. Die verschiedenen Phasen unterscheiden sich mikroskopisch lediglich durch die gegenseitige Anordnung der Moleküle. Im Wasserdampf fliegen diese wild durcheinander, und zwar mit hoher Geschwindigkeit (ca. 620 m pro Sekunde). Dabei wirken zwischen den Molekülen praktisch keine Kräfte, mit Ausnahme der Fälle, in denen sie aufeinanderstoßen. In der Flüssigkeit kommen sich die Atome sehr nahe und unterliegen Anziehungskräften. Dabe sind aber die Moleküle noch gegeneinander beweglich. Im Kristall hingegen sind die einzelnen Moleküle in einem strengen periodischen »Gitter« angeordnet (…).“

Haken,  Hermann (1981): Erfolgsgeheimnisse der Natur. Synergetik: Die Lehre vom Zusammenwirken. Frankfurt/Berlin (Ullstein) 1984,  S. 34

 




1 Gedanke zu “17.1 Nicht-lebende selbstorganisierte Systeme (z.B. Wolken) sind aus materiellen Komponenten gebildet, die sich aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften bzw. der daraus resultierenden aktuellen Interaktionsformen bzw. physikalisch-chemischen Reaktionen und Wechselbeziehungen zu emergenten Einheiten formen.”

  1. Wie Sie zutreffend schreiben, ist Wasser recht kapriziös, was Kälte und Hitze betrifft, doch in der Regel kommt es hierzulande „von oben“, „aus der Leitung“ oder „aus der PET-Flasche“. Doch das ändert sich gerade: In nächster Zeit könnte Wasser eventuell aussterben, befürchten Umweltschützer, obwohl es laut Ihrer Definition ein nicht-lebendes System darstellt.

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