18.1 Autopoietische Systeme: Wenn das Netzwerk der Interaktionen der Komponenten oder Elemente einer zusammengesetzten Einheit eine Innen-außen-Unterscheidung (= System-Umwelt-Unterscheidung/Eigenstruktur) herstellt, soll solch eine Einheit autopoietisches System genannt werden.

Das Konzept des autopoietischen Systems stammt von Humberto Maturana und Francisco Varela (zwei chilenischen Biologen), die Autopoiese als die (!) Definition des Lebens bzw. lebender Systeme entwickelten. (Die beiden haben längere Zeit zusammengearbeitet, aber schließlich aufgrund von Prioritätenstreitigkeiten nicht mehr miteinander geredet, so dass man beide nicht mehr zum selben Kongress einladen konnte, weil jeder ablehnte zu kommen, wenn der andere ebenfalls eingeladen wäre – wer an beiden interessiert war, hatte ein ähnliches Erleben wie die Freunde von Scheidungspaaren, die immer wieder forderten, sich für den einen oder die andere Partnerin zu entscheiden).

Dieses Konzept wurde – unter Praktikern – zunächst von Familientherapeuten (z.B. Karl Tomm, Kurt Ludewig) übernommen, um die Kommunikation in Familien (als sozialen Systemen) als autopoietisch zu erklären. Von Seiten der Soziologie war es dann Niklas Luhmann, der soziale Systeme als autopoietischen Kommunikationssysteme definierte (sehr zu Leidwesen Maturanas, der allein biologische Systeme als autopoietische Systeme definiert wissen wollte).

Dass auch psychischen Systeme als autopoietisch konzipiert werden können, lag dann nahe, da letzlich alle lebenden und Leben voraussetzenden Systeme diesen Typus der Organisation der sie herstellenden und erhaltenden Prozesse aufweisen.

 

Literatur:

„Das gegenwärtige biochemische Wissen erlaubt es uns, lebende Systeme als sich selbst erzeugende Systeme zu bezeichnen, die ihre eigenen Grenzen bestimmen und aufbauen. Dies lässt sich formal so aus- drücken: Es gibt eine Klasse mechanistischer Systeme; jedes Element dieser Klasse ist ein dynamisches System, das als Netzwerk von Prozessen der Produktion seiner eigenen Bestandteile definiert ist; diese Bestandteile wirken zum einen durch ihre Interaktionen in rekursiver Weise an der ständigen Erzeugung und Verwirklichung eben dieses Netzwerkes von Prozessen der Produktion mit, das sie selbst produziert hat, und konstruieren zum anderen dieses Netzwerk von Prozessen der Produktion von Bestandteilen als eine Einheit in einem Raum, den sie (die Bestandteile) dadurch definieren, dass sie seine Grenzen verwirklichen.

Solche Systeme nenne ich autopoietische Systeme, und die Organisation eines autopoietischen Systems nenne ich die autopoietische Or- ganisation. Ein autopoietisches System, das durch physikalische Be- standteile verwirklicht wird, ist ein lebendes System.“

Maturana, H. (1978): Repräsentation und Kommunikation. In: H. Maturana (1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Braunschweig (Vieweg), S. 280.




40 Gedanken zu “18.1 Autopoietische Systeme: Wenn das Netzwerk der Interaktionen der Komponenten oder Elemente einer zusammengesetzten Einheit eine Innen-außen-Unterscheidung (= System-Umwelt-Unterscheidung/Eigenstruktur) herstellt, soll solch eine Einheit autopoietisches System genannt werden.”

  1. Sind dann Karl und Kurt sowie Niklas so etwas wie die illegitimen Kinder oder die Scheidungskinder von Maturana und Varela?
    Wo liegt der Unterschied bzw. die Unterscheidung zwischen Biologie, Familientherapie und Soziologie, die Maturanas Leid mit seinen illegitimen Kindern verursachte?
    War die Luhmanns Entscheidung der Scheidungsgrund für Maturana und Varela?
    Kann es in autopoietischen Systemen überhaupt Scheidung, Breakdown oder Burnout geben?

  2. @1: Maturana war jedenfalls der Meinung, Luhmann habe sich der Kindesentführung und -mißhandlung schuldig gemacht (in Bezug auf Humbertos geistiges Kind). Aber nicht nur Luhmann, auch Erich Jantsch, der sich sehr intensiv mit Selbstorganisationsprozessen beschäftigt hat (siehe sein bemerkenswertes Buch „Die Selbstorganisation des Universums“), hat das getan. Maturana hat mir mal die Geschichte erzählt, dass er sich bei einer Tagung in Kassel (wann, weiß ich nicht mehr) vor Jantsch niedergekniet und ihn angebettelt habe, den Begriff Autopoiese bitte, bitte nur für biologische Systeme zu verwenden. Jantsch hat nicht gehört.

    Und ich finde, er hat zu Recht nicht auf Maturana gehört: Der Witz – und daher die Übertragbarkeit – des Autopoiesekonzeptes ist m.E., dass es auf einer rein abstrakten Ebene ein Organisationsmuster von Prozessen beschreibt. Und das ist eben nicht nur im Phänomenbereich bio-chemischer, physiologischer Prozesse zu finden, sondern auch in psychischen und sozialen (=Kommunikations-) Prozessen.

    Dass das Universum als autopoietisch zu bezeichnen, halte ich allerdings auch nicht für angebracht…

  3. @2: Kindesentführung und Kindesmisshandlung stellen gravierende Straftaten dar, unter denen die Eltern schwer zu leiden haben. Doch wie geht es den Kindern dabei? Sind sie ohne ihre Eltern überlebensfähig? Das hängt davon ab, ob es eine Misshandlung durch Vernachlässigung oder Überbehütung darstellt. Doch auch das ist bloß graduell, denn Vernachlässigung kann durchaus zur Eigenständigkeit und Stabilität beitragen (z.B. bei Kindern ohne elterliche Aufsicht, die auf Gerüste und Bäume klettern, weil ihre Eltern keine Zeit haben, sich um sie zu kümmern), während Überbehütung zu einer Schwächung der Eigenständigkeit und Stabilität führen kann (z.B. durch Helikopter-Eltern, die ihre Kleinen jeden Tag mit dem SUV in die Schule kutschieren und von dort wieder abholen).
    Naja, dieses Problem haben autopoietische Systeme per definitionem nicht. Die entwickeln ihre Strukturen ja autopoietisch – ganz ohne Eltern, ob nun in biologischen oder sozialen Dimensionen. Doch warum nicht auch universellen?

  4. @3: Es geht um ein spezifisches Organisationsprinzip von Prozessen, durch die eine Einheit/System von seinen Umwelten abgegrenzt wird – aber nicht überall, wo eine Einheit abgegrenzt ist, geschieht dies durch derartige, interne Prozesse… Ein Auto ist gegenüber allen anderen Fahrzeugen z.B. abgegrenzt, aber nicht aufgrund seines Stoffwechsels o.Ä.

  5. @4: Das Universum ist keine Einheit und kein System, das sich durch ein spezifisches Organisationsprinzip seiner Prozesse von seinen Umwelten abgrenzt, weil wir diese Umwelten nicht kennen (können), doch denkbar wäre es schon – oder etwa nicht?

  6. @6: Gilt nicht das Prinzip der Skalierbarkeit vom Elementarbereich bis zum Universum?
    Und wäre es nicht eher eine Banalisierung des Universums, dieses mit den Systemchen des Homo sapiens auf der winzigen Erde zu vergleichen?

  7. @7: Elemantarteilchen sind nicht – der Definition folgend – als autopoietischen Systeme zu betrachten…

    Wenn man Begriffe definiert und verwendet, dann sollten sie trennscharf sein. Ich habe das Buch unter anderem geschrieben, weil ich dem dummen Geschwätz, dass alles mit allem zusammenhängen tut und das mit „systemisch“ gemeint sei, etwas entgegen setzen wollte. Wenn Sie jetzt alles in einen Topf werfen, dann wird daraus ebenfalls eine ungenießbbare Sorte Gulasch… (und nicht mal gut gewürzt, von genießbar gar nicht zu reden).

  8. @7: An eben dieser Skalierbarkeit beißt sich die Orthodoxie an Trivialisierern auf Basis der Mathematik des 19.Jhds. immer noch die Zähne aus.
    Dazu muß man allerdings schon einen leichten Sprung in der Schüssel haben, den Welle – Teilchen- Dualismus in seiner Rückbezüglichkeit nicht verstehen zu können bzw. verstehen zu wollen ….
    Wobei es sich unter Anwendung und im Nachverfolgen ganz einfacher Quantenmechanik zum Ding an sich, zur binär-codierten Logik – mitsamt der darin eingebetten Syllogismen -, als in Kürze als sinnlos erweist, Ungleiches gleichsetzen zu wollen und dies auch noch in endloser Wiederholung unter Beweis zu stellen.

    „Dasselbe Meer, dieselbe kombinatorische Explosion
    ausgehend von den Buchstaben und den Alphabeten,
    aber hier, so scheint mir, filtert der Horizont der sinnhaften,
    menschlichen Gedanken – Texte, Gedichte, Verleumndungen,
    Reden, Beweise, Dialoge, Debatten, Unstimmigkeiten oder
    Missverständnisse. Geschichte und Lügen – dieser Horizont,
    sage ich, filtert strengstens das maritime Unendliche
    und seine Offenheit durch die mit dem auftauchenden Sinn
    einhergehenden Auflagen.
    Und tausend Verbindungen schlecht gebildeter
    Buchstaben oder Sätze fallen in den Nonsense zurück.
    Gewiss, aber viele Organismen sterben auch, monströse Mutationen oder
    schonungslose Selektionen, hoffnungslose Monster; aber der vorausgehenden
    kombinatorischen Explosion zwingt der Neodarwinismus nur zwei Filter auf.

    Fauna und Flora, Stoffe und Sonaten, unmögliche Moleküle oder
    Kakophonien, die das Gehör zerstören, tauchen auf, so wie es den Bedeutungen ergeht,
    wobei wiederum auch Ausschuss anfällt. Nur die Zahlen erreichen ein ungefiltertes
    Transfinites. Überall sonst, unter den so ausgewählten Dingen, den Körpern
    und den Gesängen eliminiert eine Weise des Sinns, was übrig bleibt.“

    Michel Serres, Musik,
    Merve Verlag Berlin,
    ISBN 978-3-88396-314
    S. 87

    … in Memoriam
    RIP

  9. @ 2 Nein, es wäre absurd die Autopoiese mit dem Universum gleichzusetzen.
    Das Universum ist allenfalls das Produkt. Gelegentlich allerdings auch lediglich ein Hirngespinst in Form einer relativ rasch zerplatzenden (Schmier)-Seifenblase …

    Die Kunst wiederum -erschaffen und geboren aus der Autopoesis heraus – liegt darin, der Statistik der Wahrscheinlichkeit des Unwahrscheinlichen zu widerstehen und -aus dem Vollen eines sich im Hier und Jetzt ergebenden Kontextes schöpfend- etwas Neues, etwas ganz Anderes, zu kreieren und zur Welt zu bringen …

    „Erfahrung ist die Ursache
    Die Welt ist die Folge
    Die Epistemologie ist die Transformationsregel. “

    Heinz von Foerster
    Betrifft: Erkenntnistheorien, S. 369
    in „Wissen und Gewissen“
    stw 876

  10. Vielen Dank für die Spezifizierung des Speisezettels. Ungenießbaren, ungewürzten, geschmacklosen und zähen Gulasch mag ich auch nicht. Appetitliche autopoietische Systeme gibt es also in Biologie, Psyche und Gesellschaft. Das reicht, um alle satt zu machen.

  11. Gulasch ist immer wieder Thema !
    Für ein gutes/ sehr gutes Gulasch sind, so meine ich,
    mindestens folgende Fragen zu beantworten:

    1. welche möglichen Zutaten
    2. welches Mengenverhältnis
    3. anbraten oder nicht
    4. welche Gartemperatur (für mich ein noch immer ungelöstes Problem)
    5. wie lange garen ( auch ungelöst)
    6. in der Sauce abkühlen lassen / gleich essen ?
    7. oder wieder erwärmt am besten nach Durchführung von Punkt 6
    8. chronobilogisch bester Zeitpunkt für den Verzehr, Gabelfrühstück ?

    Hinweise zu 4 und 5 würden mir weiterhelfen …🙄

  12. @12: Gulasch „Gartemperatur (für mich ein noch immer ungelöstes Problem) […] wie lange garen (auch ungelöst)“

    Die Probleme der Welt hängen oft von Hitze und Dauer der Problemlösung ab. So auch beim Fußball (um bei der Banalisierung der Systemtheorie zu bleiben): Das chaotische Spiel zu ordnen, wird im Toni-Kroos-Film als herausragende Eigenschaft dieses unterkühlten Weltklassespielers bezeichnet. Dementsprechend hitzig (sprich: kitschig) muss der Film dieses Thema emotionalisieren, wofür unter anderem Robbie Williams zu sorgen hat, für den Fußball eine Religion darstellt, während für Kroos seine Frau über allem steht. Also: Fragen Sie doch einfach mal Ihre Frau!

  13. Na ja,
    autopoietische Systeme benötigen Energie, spezielle Stoffe aus der Umwelt, die wir essentiell für dieses System nennen.
    Diese „Stoffe/ Substanzen“ werden benötigt für die Autopoiese (Yin, Vagus)
    jedoch auch für die Beschaffung dieser Stoffe aus der Umwelt
    (Yang, Sympathikus).
    Wenn wir den Gulasch als Gabelfrühstück, 11.00 morgens. essen, könnte es sein, dass er voll „verbrannt“ wird im Yang 🔥.
    Am Abend, vorausgesetzt der Insulonspiegel ist niedrig, wird der Gulasch als Yin in die Körpersubstanz eingebaut …

  14. Es ist ja gottlob immer alles Yin und Yang. Auch beim Gulasch. Das höchste Yin-Gulasch wird lau geköchelt, das höchste Yang-Gulasch heiß gebrutzelt. Gulasch-Kälte entspringt aus dem Himmel. Gulasch-Hitze strömt aus der Erde. Wenn beide einander durchdringen und dabei eine Harmonie erzielen, dann entsteht daraus das beste Gulasch. Das schmeckt einerseits lecker, andererseits fad – der ganze systemische Gulasch eben.

  15. naja, so einseitig, wie ein Fixum vin Yin und Yang möchte ich das auch wiederum nicht gesehen wissen. Es kommt eben darauf an, was man im einzelnen vor hat. Zumal allgemein bekannt ist:

    „Das Genießen ist die Stimme der Seele, die Leidenschaften sind die Stimmen des Körpers“
    Rousseau

  16. Na ja,

    die Autopoiesis, biologisch/ biochemisch,
    kann beschrieben werden als eine Elektronen-donator/ akzeptor Aktivität im Zellkern
    die katabole (Yang) und anabole (Ying) Stoffwechselaktivitäten auslöst und unterhält;
    irritiert oder auch nicht von den Umwelten, Körper, Psyche, Soziales.

    Auf dieser basalen autopoietischen Stoffwechselaktivität im Zellkern beruht Gedeih und Verderb der Autopoiesis.

    Heute 10.Juli 2019 dazu ein erhellender Beitrag in der FAZ –
    Natur und Wissenschaft – Seite N2
    „Wie Stress das Tumorwachstum …“
    Die Anzahl der Sympathikus-Nerven (Yang – katabol) wurde gemessen,
    die, so wird angenommen, die Immunaktivität (Ying – anabol) hemmen.

    Bitte nicht irritiert sein, dass ich die esoterisch angehauchten Begriffe Ying und Yang nutze;
    für mich passt das gut in das körperliche Konzept Vagus/ Sympathikus
    oder zur Beschreibung der hormonellen Gegenspieler
    STH – Cortisol
    Östrogen/ Progesteron

    oder sozial
    z.B.Depression / Wut

    oder psychisch
    meditative Ruhe/ Aufregung

  17. In der Hoffnung, daß mir die FAZ die N²-Seite zum click’n run in „my pocket“ spielt, hierzu Folgendes:
    „Subjectivity is not the story of a stable, absolute „I“ that marches through life making on conscious decision after another. It is not a disembodied brain machine either, genetically preprogrammed to act in specified and predictable ways. The once popular model of the brain as a computer hard drive that is fed software has grown weaker over time. The computer became a cognitive model with the advent of the technology, and I find it rather odd that scientists and a good many philosophers should decide that a machine is an adequate model for the human mind.
    For onething, machines aren’t emotional, and without affective values, human beings can‘t make decisions. They lose rather than gain good judgement. In his book Descartes‘ Error, Antonio Damasio gives neurological evidence for what many people know intuitively, that emotion is crucial to reasoning well. People with frontal lobe injuries have blunted emotions, and this affects their ability to act for their own welfare. Furthermore, our subjectivity is not closed but open to the outside world. This is indisputable, but strangely, it´s often forgotten, and the scientific fetish for brain function sometimes treats these processes as if they took place in isolated, bodiless organ – a bunch of neurons in a vat going about ist business alone. „All actions,“ William James wrote, „is thus re-action upon the outer world; and the middle stage of consideration or contemplation or thinking is only a place of transit, the bottom of a loop, both whose ends have their point of application in the outer world…. The current of life which runs in at your eyes or ears is meant to run out at our hands, feet or lips. James‘s model of subjective experience is dynamic, and it includes the perceived world, with all that means – sights, sounds , smells, sensations, emotions, other people, thought, and language. These are in us. We are inhabited, occupied, plural, and always live in relation to the perceived external world as corporeal beings, not just brains.“

    Siri Hustvedt, „The shaking Woman or A History of my nerves“ ,
    S. 89 f, ISBN 978 0 340 99876 2

  18. „Die gute Küche ist nicht zufällig die Sache der Hausfrau, denn kocht der Mann, entsteht auch gleich ein Wirtshaus.“
    VINICENUS

    aus: Aladar von Wesendonk,
    Übers. von „Food for lovers“
    S. 135, Heimeran Verlag 1977

    Sorry!

    🎍🎎🎏🎐🧨🎇🎆🎈🎑🎉🎊🎃🎄🎋🎀🎁🎗🎞

    https://www.youtube.com/watch?v=8LwyOSyWpNg

  19. @18
    Um zum Thema „System-Gulasch“ zurückzukommen: Auf dem Land kommt auf 100 freiwillige Feuerwehrmänner gerade mal ein Hirnchirurg – auch davon nur jeder zweite mit Universitätsabschluss. Die wenigen echten Hirnchirurgen reißen sich beim Amputieren vor lauter Stress ein Bein aus. So kann ein System vor die Hunde gehen.

  20. @19: „human beings can‘t make decisions. They lose rather than gain good judgement“
    Doch Menschen können lachen. Im Lachen zeigt sich das Wesen der menschlichen Vernunft. Die Logik des Witzes ist die Logik des entfesselten Geistes. Die Vernunft ist die Kraft, die alle Komik hervortreibt: als praktische, zweckorientierte Alltagsvernunft wie im bürgerlichen Lustspiel oder als intellektuelle, wertorientierte Rationaliät wie in philosophisch grundierten jüdischen Witzen. „Vernunft ist der Treibstoff des Lachens, und das Lachen ist der Instinkt der Vernunft“, Carl Auer, 1989.

  21. @19: Siri Hustvedt, „The shaking Woman or A History of my nerves“ von 2010
    War „Die zitternde Frau – eine Geschichte meiner Nerven“ ein Buch über Bundeskanzlerin Angela Merkel? Bei feierlichen Anlässen mit militärischen Märschen, Trommeln und Trompeten und stocksteifen Ehrenbezeugungen kann einem schon mal das Zittern kommen. Litt nicht schon mal ein deutscher Führer unter Parkinson?

  22. @ 22:
    nochmals … wenn wir so weiter machen, nach dem Brown’schen Kalkül, funktioniert das alles nur noch unter nicht unerheblichen Phantomschmerzen …

    https://www.youtube.com/watch?v=1UzZUfFUnxY&list=RDKtBbyglq37E&index=5

    aber so ist das eben, wenn sich die Mathematik sich auf die (westlich orientierte) binärcodierte Logik reduziert, die sich scheut der Entfesselung des Chaos fest ins Auge zu schauen, sofern die Logik das (noch) vermag … und anschließend auch den Anblick in die Abgründe der UN-Logik des CHAOS und seinen Nackommen zu er-tragen vermag.

    Will man sich die Kastration des Uranus, des Himmels, des Sohn-Gemahls von Gaia, -durch seinen eigenen Sohn Chronos wirklich antun , in all den konfliktreichen Folgegeschichten, dann müßte man sich -Aua- schon einmal näher mit den Göttern Griechenlands -und darüber hinaus aus der prozessual angelegten Sicht ihrer historischen Entwicklung nicht nur für die Kunst und Kultur, sondern auch für die Mathematik mit dem Vermächtnis der Olympier befassen…

    Dann, können aber auch all die vergeblichen Versuche, die Verluste, das Scheitern und zum Ende hin auch der eigene Untergang -obgleich der Geist weiterzuleben scheint- nicht mehr ignoriert werden. Man muß die Mythen lediglich übersetzen, in und durch die Kunst.
    Gleichgültig in welche Form man diese -gemäß der Brown’schen Laws – zu kleiden pflegt.

    https://www.youtube.com/watch?v=7rq9OvaJyRc&list=RDKtBbyglq37E&index=2

  23. „Neurologie die Schlüsselmedizin des 21.Jahrhunderts“

    may be,
    jedoch nur wenn wir die Autopoiesis des Systems studieren,
    biochemisch, psychisch, sozial,

    wenn wir aufhören, an Krankheiten zu doktern, die unser gedacht geschlossenes Etwas angeblich befallen,
    Krankheiten zu beschreiben als Objekte, die wir bekämpfen müssen …

    wenn wir beginnen, die Irritationen, denen das somatische, psychische, soziale System ausgesetzt ist, die es benötigt oder auch nicht, zu studieren …

    wenn Regelkreise in Nervensystem verstanden werden,
    wenn wir z.B. verstehen, wie Bewegungen in der Halswirbelsäule Schwindel auslösen können, was bisher von Neurologen mehrheitlich bezweifelt wird…

  24. @19 und 24
    Die zitternde Frau, Angela Merkel, sagte gestern Abend im „heute-journal“ mit ruhiger Raute: „Schuld ist dieses Lied. Ich kann es nicht mehr hören. Es kotzt mich an. Wissen Sie, wie oft ich dieses lahme Stück hören muss? Ich bin nicht gesundheitlich angeschlagen, ich zittere vor Wut! Annegret muss warten. Aber Europas Autokraten sollten anfangen, vor der Mutter aller Bomben zu zittern: vor Frau Doktor von der Antifaltencreme. Angie, Annie und Uschi werden der Welt beweisen, was zitternde deutsche Frauen drauf haben!“

  25. Im „Spiegel“ vom 13.7.2019 schreibt Siri Hustvedt auf Seite 117 (Kultur): „Es gibt Zittern bei voller Gesundheit“. Sie habe viermal, unter anderem bei Reden, am ganzen Körper gezittert, obwohl sie sich gesund fühlte. Siri Hustvedt war deshalb bei drei Ärzten: einem Allgemeinmediziner, einem Neurologen, einem Psychiater. Sie konnten nichts finden. Dennoch hat Siri Hustvedt eine Psychoanalyse gemacht.
    Siri Hustved empfiehlt Angela Merkel den Betablocker Propranolol. Sie blicke auf Merkel ohne Arroganz und voller Smypathie. Sie brauche sich nicht zu schämen. Es sei zwar schrecklich, in der Öffentlichkeit zu zittern, doch das müsse nicht heißen, dass sie nun ihre Rolle nicht mehr ausfüllen könne.

  26. … die sog. „diskreten Erkrankungen“, die anschließend als bB’s [als „befürchtet“] -vorweggenommene – „Befindlichkeitsstörungen“ auftreten.

    Das Blöde ist, diese sind anschließend unberechenbar.
    Unberechenbar bleibt auch, wann und unter welchen Umständen diese Tatterich-Anfaelle auftauchen.

    und S.H. hat vollkommen recht, allerdings gibt es mittlerweile -zum Feinjustieren- Besseres als Propano Lol. 🙂

    Es kommt auch auf die Gliederung an, d.h. welcher Arm als Erster angesteuert wird …
    z.B. auch im Sinne von:
    https://www.youtube.com/watch?v=RkNsEH1GD7Q&list=RDRkNsEH1GD7Q&start_radio=1&t=0

  27. PS:
    Ankand folgender Stadien könnte auch die Basis durch-
    mustert werden, die schon weiter führende Perspektiven
    -soz. „eingebettet“ – in sich tragen und von Thomas, dem Kuhnen,
    auch schon im Hinblick auf etwaige strukturelle Hintergründe der Autoren
    – schafft beschrieben und offen gelegt worden sind.

    Stadium 1: Die Gründerjahre (1943 – 1953)
    Stadium 2: Symbole. Das kognitive Paradigma;
    Stadium 3: Emergenz. Alternativen der Symbolmani-
    pool ation;
    Stadium 4: Welt-Er-Zeugung. Alternativen der RePrae-
    Sensation.

    Ein klar um – bis zerrrissenes Paradigna im Stadium 1 und 2,
    kann durchaus bereits die Heraldik eröffnen, innerhalb dessen sich nicht nur
    para-, sondern auch heterodox angelegte Entwicklungen abzeichnen.

    dazu bedarf es noch nicht einmal besonderer „Twin-Studies“ …

  28. https://www.youtube.com/watch?v=7fB-8Wr6a-8&list=RDRkNsEH1GD7Q&index=6

    beachte:
    Die KWT ist kaum älter als vierzig Jahre. Sie ist (noch)
    KEINE etablierte, reife Naturwissenschaft, die über klare Ziel-
    setzungen und über eine große Zahl von Forschern verfuegt,
    die eine forschere Gemeinschaft bilden,
    wie etwa in der Atomphysik oder in der Molekular-
    Biologie. Dem gemaess ist die zu kuenftige Ent-
    wickelung der KWT alles eher als klar; [NB: vermutlich so
    gar weitaus verwickelter und verzwickter als ursprünglich ge-wickelt]

    Was sie jedoch bisher vorgelegt hat hat eine eNorm als Wirkung aus-
    geübt, und nach einhelliger Main-
    ung wird das auch weiterhin so sein.

    Merke: „Fortschritt und Erfolg der Disziplin hängen allerdings ab von der Verwirklichung außerordentlich wagemutiger theoret-
    tischer Projektionen, – ….
    vergleichbar dem Versuch, einen Menschen auf den Mond zu bringen,
    ohne zu wissen, wo der Mond ist.“

    so … & mind your step

    🎀🎁🎗🎄🎋🎃🎊🎉✨🧨🎐🎏🎇🎆🎎🎍🎈;
    🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞🎞

    https://www.youtube.com/watch?v=nnS9M03F-fA&list=RDRkNsEH1GD7Q&index=7

  29. PS: @34 & 35
    insbesondere @35 einhält
    einen teilweise Modi fixierter Text.

    S. 26f
    ISBN 978 – 3 – 518 – 28482 – 7

    Wobei die geänderte Textur als Hommage à …
    an die je weiligen [und nicht gerade säumige] Autorenschaft zu lesen wäre …

  30. Kognitionswissenschaft – Kognitionstechnik: Eine Skizze aktueller Perspektiven von Francisco J. Varela (Autor), Siegfried J. Schmidt (Vorwort), Wolfram Karl Köck (Übersetzer)
    Das kognitivistische Programm, das sich vor gut 30 Jahren entwickelte, hat seither bemerkenswerte Modifikationen durchlaufen, die Varela in seinem Buch analysiert und auf ihre Kernannahmen wie auf ihre technischen Konsequenzen hin durchsichtig macht. Bei seinen Analysen schlägt Varela insofern einen neuen Weg ein, als er Kognitionswissenschaft und Kognitionstechnik zusammen sieht, da seines Erachtens nur so die Vitalität und das Zukunftspotenzial dieser »bedeutendsten theoretischen und technischen Revolution seit der Atomphysik« erfasst werden können. Varela plädiert in seinem Buch für die Vielfalt und Heterodoxie in Kognitionswissenschaft und Kognitionstechnik und dafür, kreativen Gebrauch von den reichen europäischen Denktraditionen zu machen und ganz bewusst die Wechselwirkungen zwischen Computertechnik und philosophischen Diskussionen des Bewusstseins auszuloten, also genau das, was Professor Simon macht.

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