18.1.1 Autopoietische Systeme können aus materiellen Komponenten bestehen, z. B. Moleküle, Zellen, Organe etc. als Komponenten von Organismen…

Hier sind zunächst biologische Systeme zu nennen, d.h. Zellen (Einzeller) und dann größere Aggregate von Zellen, Organismen als aus Zellen zusammengesetzte Einheiten. Das ist jedenfalls die Grundidee der Schöpfer des Autopoiese-Konzepts.

Aber es gab auch in früheren Jahrhunderten schon Ideen, die eine gewisse Ähnlichkeit zum Autopoiese-Konzept hatten (s. unten Lawrence Sterne), auch wenn manches aus heutiger Sicht etwas merkwürdig klingt.

 

Literatur:

„Die autopoietische Organisation wird als Einheit definiert durch ein Netzwerk der Produktion von Bestandteilen, die 1. rekursiv an demselben Netzwerk der Produktion mitwirken, das auch diese Bestndteile produziert, und die 2. das Netzwerkt der Produktion als eine Einheit in dem Raum verwirklichen, in dem die Bestandteile sich befinden. Man betrachte z.B. den Fall einer Zelle: Eine Zelle ist ein Netzwerk  chemischer Reaktionen, die Moleküle derart erzeugen, daß sie 1. durch ihre Interaktionen genau das Netwerk an Reaktionen erzeugen bzw. an ihm rekursiv mitwirken, welches sie selbst erzeugte, und die 2. die Zelle als eine materielle Einheit verewirklichen. Die Zelle bleibt dahe als natürliche Einheit, die topographisch und operational von ihrer Umgebung abtrennbar ist, nur so lange erhalten, als diese ihre Organisation durch fortwährenden Umsatz von Materie beständig verwirklicht wird, unabhängig von den Veränderungen ihrer Form oder der Spezifität der sie konstituierenden chemischen Reaktionen.“

Maturana, Humberto, Francisco J. Varela, R. Uribe (1975): Autopoiese: die Organisation lebender Systeme, ihre nähere Bestimmung und ein Modell. In: H. Maturana
(1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit.
Braunschweig (Vieweg), S. 158.

„All dem wird widersprochen mit einer Dissertation über die Nahrung und über die Wirkung, welche die Nahrung auf die Ausweitung der Gefäße sowie auf Wachstum und Streckung der Muskelteile bis zu deren größtmöglichen Wuchs und Ausdehnung übe – Im Siegesgefühl besagter Theorie verstiegen sie sich zu der Behauptung, daß die Natur keine Ursach‘ biete, weshalb eine Nase nicht bis zur Größe des betreffenden Menschen selbst heranwachsen sollte.

Die Respondenten schufen der Welt die Gewißheit, daß dieses Ereignis niemals eintreten könne, solange der Mensch nur einen Magen und ein Paar Lungen besitze – Denn da der Magen, sagten sie, als einziges Organ zur Aufnahme von Nahrung und Umwandlung derselben in Milchsaft bestimmt sei – und insgleichen die Lunge die einzige Maschine zur Blutbildung -, so könne jener schlechterdings nicht mehr verarbeiten, als ihm der Appetit zuführe: oder wolle man einmal die Möglichkeit zugeben, daß ein Mensch seinen Magen überlade, so habe die Natur seiner Lunge doch Grenzen gesetzt – die Maschine besitze eine bestimmte Größe und Stärke und vermöchte in einer gegebenen  Zeit nur eine gewisse Menge aufzubereiten – will sagen, sie könne nur eben so viel Blut erzeugen, wie für einen einzelnen Menschen ausreiche und mehr nicht; so daß, wäre nun ebensoviel Mensch als Nase da – die notwendige Folge ein Absterben sein müßte; und daß, insofern als nicht genug Nahrung für beide vorhanden wäre, entweder die Nase von Menschen abfallen müßte oder der Mensch unvermeidlicherweise von seiner Nase.

Die Natur paßt sich solch ungewöhnlichen Bedürfnissen an, schrien die Opponenten – wie anders denn erklärt Ihr wohl sonst den Fall, wo ein ganzer Magen – eine ganze Lunge und nur ein halber Mensch vorhanden ist, alldieweil ihm unglücklicherweise beide Beine abgeschossen wurden?

Er stirbt an Vollblütigkeit, sagten jene – oder muß Blut spucken und nac h vierzehn Tagen oder drei wochen an der Auszehrung mit dem Tode abgehen-

(…)

Die Logiker blieben bei dem ihnen vorliegenden Fall noch hübscher bei der Stange als jede andere Klasse von Gelehrten; – Nase, das war ihr erstes und auch letztes Wort; und wäre nicht einer ihrer fähigsten Leute gleich zu Anfang des Gefechts mti dem Kopf gegen eine petitio principii gerannt, so würde die ganze Kontroverse sogleich geschlichtet gewesen sein.“

Sterne, Laurence (1761): Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Zürich (Haffmans) 1987, S.41ff.




31 Gedanken zu “18.1.1 Autopoietische Systeme können aus materiellen Komponenten bestehen, z. B. Moleküle, Zellen, Organe etc. als Komponenten von Organismen…”

  1. Die Überlegung, dass ein System nur gestört werden kann, ist auch aufrecht zu erhalten, wenn man es auch (!) als operational offen beschreibt … und nicht nur als operational geschlossen. Denn ein System kann nicht durch Perzepte von außen verändert werden, da ein Perzept durch ein Konzept zu einem Perzept wird und Konzepte wiederum im (!) Organismus durch Wiederholung/Erinnerung erzeugt werden. Daher ist keine direkte Einflussnahme von außen möglich. Was da in das System kommt ist gänzlich leer und neutral. Es kommt also „nichts“ rein. Was es sein soll, bestimmt immer nur das System … intern, anhand seiner internen Strukturen, die in lebenden Systemen permanent erzeugt (!) … am Leben erhalten werden …

  2. Ja … aber es ist wichtig für die Aufrechterhaltung (!) des lebenden Systems, dass (!) was Leeres reinkommt. Daher ist das System mE empirisch betrachtet auch als operational offen zu beschreiben. Und theoretisch betrachtet muss es auch die „andere“ Seite des ZNS geben. Sie ist nicht minder real als das ZNS.

    Ich widerspreche Dir gar nicht. Das möchte ich hier wirklich betonen. Ich ergänze nur. Praktisch macht das gar keinen (!!) Unterschied. Es ändert nichts am therapeutischen Zugang zum System Mensch. Mehr als Irritation durch Kontakt ist nicht möglich.

    Aber es kann theoretisch erklären (!), warum ich vielleicht zur Seite springe, wenn ein Auto auf mich zurast (Perzept&Konzept), oder auch nicht … wenn ich es vielleicht gar nicht sehe (= innerlich konstruiere) oder auch nicht wegspringen will (Konzept). Gebe nur eine konstruktivistische Erklärung, die Du vermutlich nicht anders geben würdest. Aber warum soll man nicht dazu sagen DASS was Leeres reinkommt … Kontakt da ist … immer …

  3. Und natürlich gilt Autopoiesis nur für lebende Systeme. Halte es für theoretisch wirr, dieses Konzept auf irgendetwas das nicht biologisch ist im Außen umzulegen. Aber es gibt viele wirre Theorien. Konzepte können sich nur in lebenden Systemen formen, immer nur im Hier und Jetzt. Es tut weh, physisch, die Umlegung lesen zu müssen … man möchte da schreien. Aber was soll man machen, wenn es gemacht wird. Konzepte benötigten Lebensprozesse …

  4. … die Trennung „offenes vs. geschlossenes System in Kombination
    mit operationaler Offen- bzw. Geschlossenheit ist nicht nur verwirrend,
    sondern produziert auf Dauer auch nur jede Menge Nonsense.

    Natürlich gibt es im gesamten Organismus semipermeable Membranen,
    an denen sich – in unterschiedlichsten Varianten – ein Austausch nach den -entsprechend des aktuellen Kontextes – vorgegebenen Rhythmen beobachten läßt.
    Nur manchmal eben auch als komplette Nulllinie …

    Dann ist halt auch Schluß mit all dem Psych-kram, incl. der Psychosomatik.
    Das ist ganz normale Physiologie. Lernt man in der Vorklinik.

    Psychiater müßten das eigentlich auch wissen.
    Obwohl sie keine Mediziner sind …

    … oder vielleicht Mediziner schon,
    aber keine Ärzte.

    🙂

  5. @3: Was soll denn das sein, Andrea?

    Was soll das denn sein, Andrea?
    Die „andere Seite des ZNS“ ?
    Und wo bitte soll die denn sitzen?

    „Daher ist das System mE empirisch betrachtet auch als operational offen zu beschreiben. Und theoretisch betrachtet muss es auch die „andere“ Seite des ZNS geben. Sie ist nicht minder real als das ZNS.“

    Das ZNS jetzt mal nur so als Großhirn, Kleinhirn, Stammhirn etc.pp. gedacht,
    wie die Hirnforschung halt …

    un wo bleiwen dann all die Nerve
    vunn de Peripherie ?

    Ich bin halt eher auf Torso programmiert,
    un net so uff e Corso aus. Do braucht mer a
    kee Angscht han, wammer so ab und zu uff FB
    erumdanzt

    🙂

  6. @4 & 5: Operationale Schließung ist ein Konzept, mit dem ein Organisationsprinzip charakterisiert wird. Deshalb kann es auch auf andere Typen von Systemen (psychische, soziale) angewandt werden, die sich nach demselben Prinzip organisieren. Semi- oder wie auch immer permeable Membranen ändern nichts an dieser Organisationsform, deren Charakteristikum ist, dass sie eine Innen-außen-Unterscheidundg produziert.

    Dass da materiell was von „draußen“ nach „drinnen“ kommt, ist nicht von Bedeutung, denn es geht um das abstrakte Prozessmuster. Wenn beim Organismus ein Stoff von „außen“ aufgenommen wird, dann bleibt er nur „drin“, wenn er in die Struktur und Prozesse des Organismus eingebaut wird.

  7. 7) Es ist eben nicht das selbe Prinzip!

    Das eine ist ein lebendes System.

    Ein soziales System (zB Kommunikation in Form von Zeichen – diese sind beobachterunabhängig existent) sind nicht lebend.

    Das ist der Unterschied. Daher findet hier keine Selbstorganisation als Autopoiesis statt, weil tot!

    6) Damit das Nervensystem in einen Zustand „versetzt“ wird, braucht es ein Außen – nur das Nervensystem „setzt“ nicht das Außen. Das Außen setzt bereits ein Beobachter, der ein Nervensystem beobachtet. Das ist die rückbezügliche Schleife, die mir fehlt. Nicht das Nervensystem steht da im Zentrum der Theorie einer „operationalen Geschlossenheit“, sonder das logische Schlussfolgern. Es ist insofern keine biologistische Philosophie, sondern eine logische Herleitung. Das ist der Unterschied.

    Ich leite das Output von Fritz nur anders her. Nicht biologisch, sondern logisch.

    Weiß nicht, ob mir wer folgen kann. Aber das ist mir auch egal.

    Und bitte – Dorothea – ich schätze Dich wirklich. ABER ICH VERSTEHE DIESEN KAUDERWELSCH NICHT! BITTE – schreib einen Satz! Mit Anfang, Mitte, Ende und einem Punkt. Ich kann das nicht aushalten …

  8. @7: klar.

    „Der Würfel und die Rundplastik

    Die flache Figur in der Art der Marmoridole von den Kykladen erfaßt den menschlichen Körper in zwei Gegenstandsdimensionen. Die weiterführende Differenzierung fügt die dritte Gegenstandsdimension dazu. Die einfachste Form ist der dreidimensionale Würfel, in dem die Raumrichtungen im rechten Winkel aufeinandertreffen. Zu der vorderen und hinteren Fläche kommen nun zwei Seitenansichten. Dieser wahrnehmungsmäßige Aufbau der Figur aus vier Hauptansichten, die im rechten Wnkel zueinander stehen, wurde zum erstenal von Emanuel Löwy als ein Gesetz für die archaische griechische Skulptur formuliert. Es gilt jedoch ganz allgemein für alle Skulpturen auf dieser Stufe der frühen Entwicklung. …“

    S. 211,
    Rudolf Arnheim
    Kunst und Sehen
    WdG 2000
    ISBN 3-11-016892-8

  9. @10: Soziale Systeme sind keine lebenden Systeme. Aber autopoietische Systeme wie psychische und soziale Systeme brauchen lebende Systeme nur als relevane Umwelten. Der Witz an dem Konzept ist, dass es dabei nicht um den Unterschied lebend/nicht-lebend geht, sondern um die Unterscheidung selbstabgrenzend und -reproduzierend vs. nicht-selbstabgrenzend und nicht-selbstreproduzierend. Dass psychische und soziale System biologische Systeme als notwendige Umwelten brauchen, macht sie nicht selbst zu lebenden Systemen sondern zu Systemen, die Leben voraussetzen, obwohl sie selbst nicht lebend sind…

  10. Ok. Aber das Autopoiesis-Konzept wurde im Kontext lebender Systeme als Beschreibung generiert. Anders gesagt: Man kann das beobachten (zB Beulen, die nach ein paar Tagen verschwinden; … Beine, die nachwachsen … ). Autopoiesis ist eine Beschreibung (!) eines lebendes Systems. Keine Erklärung. Nein. Eine Beschreibung. Man kann da richtiggehend zuschauen. Ich habe es auch beobachtet. Vielfach! Man kann das mit freiem Auge sehen.

    Was beschreibt es dann bei sozialen Prozessen? Was kann ich da beobachten, das dem hinreichend ähnlich ist? Wo ist die Ähnlichkeit? Es muss ja eine Ähnlichkeit geben, damit das Konzept in dem Kontext des „nicht Lebenden“ auch taugt. Das postulierte „psychische System“ lassen wir bitte einmal weg. Das ist wieder eine ganz eigene Setzung. Aber das „soziale System“. Was hat Luhmann da beobachtet, das ihm erlaubt hat, eine Beschreibung biologischer Systeme „frech“ auf soziale Systeme anzuwenden? Was? Der arme Maturana … schreckliche Geschichte …

  11. ach Gott,
    wieso sollten soziale Systeme keine lebenden Systeme sein?

    Klar, man kann natürlich nicht unbedingt sagen, daß ein Fuhrpark voll mit Ameisen ein lebendes soziales System datstellt obwohl das normalerweise zum ganzen Verwaltungs-System von Unternehmen dazu gehört.

    Aber wenn die Truppe vom Gabelstapler Klaus anrückt, dem nicht nur die Stapler sondern auch die Ameisen unterstehen,
    dann gehören die zum lebenden sozialen System von Unternehmen.
    Genauer gesagt zum Humankapital.
    Und diese sind als solche dann wiederum auch ordentlich aufzu führen; und selbstverständlich auch absetzbar.

    Auch wenn sie vll. auf dem Absatz kehrt machen, bei so einem Schwulst an …

    naja

    🦍🐊🧜‍♀️👧🏻🌴🎭🤠🤑💥, 🐞

  12. @12
    „Aber das „soziale System“. Was hat Luhmann da beobachtet, das ihm erlaubt hat, eine Beschreibung biologischer Systeme „frech“ auf soziale Systeme anzuwenden? Was? Der arme Maturana … schreckliche Geschichte …“

    Ich verstehe Deinen Einwand nicht bzw. nicht so ganz, Andrea.
    Wieso „der arme Maturana …“ ?

  13. „© Von dem in (b) vorgeschlagenen generativen Mechanismus sind folgende Phänomene abzuleiten, die im Bereich der Erfahrungen eines Beobachters geschehen:

    1. Der Beobachter kann adäquates Handeln in Form der koordinierten Verhaltensweisen lebender Systeme wahrnehmen, die miteinander in ko-ontogenetischem strukturellem Driften verbunden sind und gleichzeitig in rekurrenten Interaktionen die reziproke Anpassung bewahren.

    2. Der Beobachter kann wahrnehmen, daß lebende Systeme in ihrer Ko-ontogenese sich voneinander trennen oder zerfallen können oder beides, wenn ihre reziproke Anpassung verloren geht.
    (d) die in © abgeleiteten Phänomene zeigen sich im Bereich der Erfahrungen eines Beobachters in der Dynamik der Konstitution und der Verwirklichung eines sozialen Systems, und auch in all den Bedingungen der rekurrenten Interaktionen zwischen lebenden Systemen im Verlauf ihrer Ontogenese, d.h. in dem, was uns als ein Prozeß des Erlernens des Zusammenlebens erscheint. Einer dieser Fälle ist unser menschliches Handeln in Sprache.“

    H.R. Maturana
    Biologie der Realität
    stw 1502, S.195

    … wird das jetzt klarer?

  14. Es war ihm nicht recht! Das meine ich damit.

    Stell Dir vor: Du beobachtest etwas, beschreibst etwas, als Biologe – etwas, das man tatsächlich sehr gut beschreiben kann. Und dann gibst Du dieser Beobachtung einen Namen. Dann kommt jemand, jemand, der aus irgendeinem Grund eine Anstellung an einer Universität bekommen hat und damit Gewicht bekommt und überträgt Deinen Sonnensturm in einen anderen Kontext. Deshalb gibt es ja den Kontext. Damit man ihn beachte. Und bei Maturana ist der Kontext eindeutig lebendig. Das gibt der Autopoiesis ja überhaupt erst den Sinn.

    Eine schöne, elegante Theorie basiert auf Logik in der Sprache. Das ist Eleganz! Es ist edel. Und es erfreut die Seele. Nicht auf Beobachtungen. Beobachtungen sind immer mit Konzepten beladen. Aber eine elegante Theorie im Geiste, in der Sprache und nur in der Sprache. Was das für ein Genuss ist. Eine in sich ruhende, logische Theorie. Ach –

  15. @19. Ein ver standen, Andrea

    „Eine schöne, elegante Theorie basiert auf Logik in der Sprache. Das ist Eleganz! Es ist edel. Und es erfreut die Seele. Nicht auf Beobachtungen. Beobachtungen sind immer mit Konzepten beladen. Aber eine elegante Theorie im Geiste, in der Sprache und nur in der Sprache. Was das für ein Genuss ist. Eine in sich ruhende, logische Theorie.“

    Aber woraus schließt Du denn/dann das?

    „Es war ihm nicht recht!“ ?

  16. … als Ärztin bin ich stets für Klarheit,
    und dies auch eingebunden in das,
    was ich dabei und dadurch gelernt
    und mir erarbeitet habe.

    Nur beißt sich hierbei oder hierdurch auch die Katze immer
    wieder in den Schwanz, sofern sich Eigeninteressen
    mit dem treffen und kreuzen, was Maturana hier beschreibt. (vgl. @18)

    „… und auch in all den Bedingungen der rekurrenten Interaktionen zwischen lebenden Systemen im Verlauf ihrer Ontogenese, d.h. in dem, was uns als ein Prozeß des Erlernens des Zusammenlebens erscheint. Einer dieser Fälle ist unser menschliches Handeln in Sprache.“

  17. irgendwie landet man dann in einem sich im Sozialen spiegelnden Zwischenreich, dessen nähere Bezeichnung sich einer klaren Definition zu entziehen scheint und dennoch nach Zuweisung einer Benennung schreit.

    Hier z.B. als in Bewegung zu setzendes Standbild, dessen Bewertung und Genuß selbstredend unterschiedlich ausfallen kann

    https://www.youtube.com/watch?v=1rsdn_5ShEM

  18. in diesem Zusammenhand -in Form eines Standbildes nochmals zurück zu @9
    „Der Würfel und die Rundplastik …

    … „Die Unabhängigkeit der vier Ansichten zeigt sich sehr eindrucksvoll bei den geflügelten Stieren und Löwen, die assyrischen Palästen als Torhüter dienten. Von vorne betrachtet zeigt ein solches Tier zwei symmetrische Vorderbein in Ruhestellung. Von der Seite sieht man vier Beine, die in Beweung sind. Das bedeutet, daß wir aus einem schrägen Blickwinkel fünf Beine zählen können. Zählt man allerdings beziehungslose Elemente in dieser Weise zusammen, so vergewaltigt man den beabsichtigten Begriff. Entscheidend war für die Assyrer, daß jede Ansicht in sich selbst vollständig war.


  19. „Jeder Anfänger in der Bildhauerkunst erfährt, daß sich die Einfachheit des kubischen Begriffes seinem Werk aufdrängt. Wenn er versucht, sie zugunsten der Rundheit aufzugeben, wie sie in der Renaissance erreicht wurde, muß er den >>Ägypter<< in sich selbst überwinden. Außerdem sieht er sich ständig der Versuchung ausgesetzt, eine Teilansicht des Werkes so zu vollenden, wie sie sich von einem bestimmten Beobachtungspunkt aus darstellt, macht dann jedoch die Entdeckung, daß nach dem Drehen der Figur der Gesichtskreis des bisherigen Blickwinkels nicht mehr als Grenzlinie gilt. Die Folge sind unerwartete Brüche und Kanten und unvollständige Flächen, die in den Raum hineinragen anstatt sich um die Figur herumzubiegen. Die Fähigkeit, sich den gesamten Körper als ein fortlaufendes Ganzes vorzustellen, kennzeichnet eine späte Beherrschung des dreidimensionalen Raums. …"

    S. 212, a.a.0., Kap. Wachstum

  20. – kapiert?
    – oder eher n kapitiert?

    scheint jedenfalls irgendwie zum Fortlaufen,das Ganze,
    ob gleich man ohne viel&leicht auf der Stelle tritt. Zu
    mindest er scheint es so…

  21. Katchen schreibt sich im übrigen mit K
    wie „Karfreitag“

    etwas ungewohnt für die Amis,
    die auch „Kar “ mit „C “ zu schreiben pflegen,
    wie man auch an „Carl“ erkennen kann.

    fragt sich nur welcher arme Tropf
    nun am Meis ten am Tropf
    dieses Auer Hahns hängt
    und
    in mühsamer Klein Arbeit,
    den Spagat zu vollführen hat,
    Tag ein-Tag aus für die Geschlossenheit
    von Zugängen Sorge zu tragen
    und auch -ohne Vor- wie Nachtrag-
    auch Neuzugängen Zugänge zu ebnen …,
    ohne gleich mithilfe von CDs
    in gängige HD-Formate zu stolpern.
    Was für ein R(h)ein-Fall so et was wäre,
    ist schließlich hin reichend bekannt,
    als schild- wie bildungsbürgerlicher Klassiker
    für farbentragende Farbenblinde …

    😉

  22. So, und um das Ganze nochmals zu rekapitulieren,
    https://www.youtube.com/watch?v=1rsdn_5ShEM

    zwischen Hin- und (wieder) zurück von B nach B,
    gibt es halt immer noch einen Riesenunterschied, der
    auch als Klassiker im Nachhinein noch einen Unterschied macht …
    im Hinblick auf wer wann wo …
    – jenseits jeglicher Logik –
    (eine) Geschichte geschrieben hat,
    deren Faden aufzunehmen sich immer wieder lohnt.

  23. 20) Wie ich darauf komme? Ich habe es gelesen. Glaube bei HvF.

    Der Aufsatz Luhmanns in Lebende Systeme (Hrsg. von FBS) ist mit Abstand das wirrste, das ich zur Kommunikation/diesem Begriff je gelesen habe. Man müsse beim Kommunikationsbegriff unterscheiden zw. den drei Komponenten Information, Mitteilung und Verstehen. Und? Worte hier. Gedächtnis da. Da wird mit Begriffen herumgeworfen. Eine kleine Setzung hier. Eine da. Aber – wovon redet er eigentlich? Einer der Kommunikationsbegriffe in den „Formen“ als „Beobachtung von koordiniertem Verhalten“ als eine Variante von Kommunikation ist für mich höchst brauchbar!! Weil es den Beobachter integriert.

    Jede Theorie die den Beobachter = Menschen ausschließt, ist für mich nicht denkbar. Ich kann es nicht denken, weil ich nicht weiß, wovon man da überhaupt reden kann, theoretisch.

    Maturana beschreibt lebende Systeme. Das ist keine Philosophie. Es ist Biologie. Wenn es Philosophie sein soll, dann muss die Theorie logisch halten. Das ist wie Mathematik, nur im Reich der Sprache. Es ist eine logische Analyse. Man macht das, indem man denkt und liest. Besser nicht zu viel liest. Besser eigenständig denkt. Wochen und Monate denkt. Dann schaut, wer es schon gedacht hat. Prüft, ob man zu denken in der Lage ist. Das ist der Unterschied zur Biologie, zur Empirie … selten bis nie wird man etwas denken, das noch niemand zuvor gedacht hat. Ich halte es eigentlich für unmöglich. Man hat nur die Quelle nicht zur Hand. Aber man muss davon ausgehen, dass das Spiel schon gespielt wurde. Warum? Weil die Möglichkeiten in der Sprache logisch beschränkt sind. Es ist … das ist der Witz nun

    Ein OPERATIONAL GESCHLOSSENES SYSTEM

    Insofern ist es trivial 😉 Gute Nacht, meine Liebe!

  24. Nicht nur deshalb ist es völlig gestört wenn jmd mein, er hätte eine Philosophie erfunden, vielleicht das Tao erfunden oder den „Nondualismus“. Rekonstruktion kann man nicht erfinden … man kann sie nur vollziehen. Oder eben nicht. Das kann aber nur jede oder jeder für sich.

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