18.2 Überlebenseinheit ist nie ein isoliertes autopoietisches System („an sich“), sondern die Einheit aus autopoietischem System und den für sein Überleben relevanten (=notwendigen) Umwelten.

Wenn wir – wie bei lebenden Systemen – davon ausgehen, dass die Entwicklung autopoietischer Systeme generell evolutionären Prinzipien folgt (s. Sätze 31.2ff.), dann ist die Überlebenseinheit solcher Systeme immer eine Einheit aus dem jeweiligen System und den für ihr Überleben relevanten Umwelten. Sie unterscheiden sich für die unterschiedlichen Typen autopoietischer Systeme: So sind soziale Systeme auf die Bewußtseine ihrer Mitglieder aus relevante Umwelten angewiesen, denn wo es kein Bewußtsein gibt, kann auch keine Kommunikation stattfinden, und die psychischen Systeme von Individuen sind nicht nur auf die Körper ihrer Besitzer als Umwelten angewiesen, sondern auch auf irgendwelche sozialen Systeme, die sie mit den nötigen Bezeichnungen (indications) versorgen, die sie brauchen, um sich eine sinnvolle Welt zu konstruieren.

 

Literatur:

„Die Überlebenseinheit – sei es in der Ethik oder in der Evolution – ist nicht der Organismus oder die Gattung, sondern das umfassendste System oder die größte »Macht«, innerhalb derer das Geschöpf lebt. Zerstört das Lebewesen seine Umgebung, so zerstört es sich selbst.“

Bateson, Gregory (1971): Die Kybernetik des »Selbst«. Eine Theorie des Alkoholismus. In: ders. (1972): Ökologie des Geistes. Frankfurt (Suhrkamp) 1981, S. 429.




3 Gedanken zu “18.2 Überlebenseinheit ist nie ein isoliertes autopoietisches System („an sich“), sondern die Einheit aus autopoietischem System und den für sein Überleben relevanten (=notwendigen) Umwelten.”

  1. von innen oder von außen,
    oder auch von beiden Seiten …

    Autopoietische Systeme bleiben stets eingebettet in ihre Umgebung,
    – “the pattern that connects” ist ohne „the matrix that embeds“ nicht
    nur nicht denkbar, sondern schlechterdings unmöglich.
    Insofern gilt: Autopoiesis in Soziopoiesis als conditio sine qua non
    und als Verbindung beider sich selbst repräsentierender Anteile durch ihre Verschiedenheit.

    https://www.youtube.com/watch?v=acx-GiTyoNk

  2. „Gesten und Töne der Stimme sind teilweise verständlich, während Fremdsprachen sind….“. unverständlich. Es liegt daran, dass Sprache digital ist und Kinesik und Paralinguistik analog sind. Die Essenz der Sache ist, dass in der digitalen Kommunikation eine Reihe von rein konventionellen Zeichen -1, 2, 3, X, Y und so weiter. werden nach Regeln, den so genannten Algorithmen, umhergeschoben. Die Schilder selbst haben keine einfache Verbindung. (z.B. Übereinstimmung der Größenordnung) mit dem, wofür sie stehen. Die Ziffer „5“ ist nicht größer als die Zahl „3.“. Es stimmt, dass wir, wenn wir den Querbalken von „7“ entfernen, die Zahl „1“ erhalten; aber der Die Querstange steht in keiner Weise für „6“. Es ist sinnlos zu fragen, ob meine Telefonnummer größer ist. als Ihre, denn die Telefonzentrale ist ein rein digitaler Computer. Es wird nicht mit Größen gespeist, sondern mit Größen. nur mit Namen von Positionen auf einer Matrix. In der analogen Kommunikation werden jedoch reale Größen verwendet, die den realen Größen entsprechen. im Thema des Diskurses.“ (Bateson 1981: Probleme bei der Kommunikation mit Walen und anderen Säugetieren …)

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