18.3 Autopoietische Systeme produzieren die Komponenten bzw. Elemente, aus denen sie sich zusammensetzen, in Interaktion mit ihren Umwelten selbst.

Diese Komponenten sind z. B. beim Organismus die Zellen und die Berühmten „Säfte„, die in traditionellen Formen der Medizin eine so große Rolle gespielt haben und immer noch spielen, in sozialen Systemen sind Kommunikationen die Elemente, die immer wieder erneut durch Kommunikatinen reproduziert werden (nicht dieselben – meistens – sondern irgendwelche…), und in der Psyche bzw. dem Bewußtsein sind es Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen, an die sich jeweils wieder neue Gedanken und Gefühle anschließen.

Der Unterschied zwischen biologischen Systemen und Sinnsystemen besteht u.a. darin, dass die Elemente von Sinnsystemen nur als Ereignis aufflammen und vergehen, d.h. das Überleben solcher Systeme ist an einen andauernden Prozess der Produktion von den das System definierenden Operationen gebunden (Kommunikationen/Bewußtseinsakte).




13 Gedanken zu “18.3 Autopoietische Systeme produzieren die Komponenten bzw. Elemente, aus denen sie sich zusammensetzen, in Interaktion mit ihren Umwelten selbst.”

  1. „Autopoietische Systeme produzieren die Komponenten bzw. Elemente“

    Fehlt da etwas? Falls nicht, besser:
    Autopoietische Systeme produzieren ihre Komponenten bzw. Elemente.

  2. Diese Definition verstehe ich nicht,
    sie macht in meinen Augen auch überhaupt keinen Sinn:

    „Der Unterschied zwischen biologischen Systemen und Sinnsystemen besteht u.a. darin, dass die Elemente von Sinnsystemen nur als Ereignis aufflammen und vergehen, d.h. das Überleben solcher Systeme ist an einen andauernden Prozess der Produktion von den das System definierenden Operationen gebunden“

    Es erscheint zwar logisch, daß „Geistesblitze“ immer wieder als „ich hab da so eine Idee“ „aufflammen“ und en passant -im weißen Rauschen einer Sinnes- und Eingebungsflut auch wieder relativ rasch wieder vergehen, (was man allzuoft auch als Furz im Hirn bezeichnen könnte)

    ABER …

    was soll im Anschluß daran das hier?
    …“ das Überleben solcher Systeme ist an einen andauernden Prozess der Produktion von den das System definierenden Operationen gebunden“

    … ohne ausreichend Saft im Hirn, ohne Druck bzw. auch über- oder unterzuckert, zugedröhnt bzw. übermüdet zum Beispiel, passiert im Oberstübchen kaum bis praktisch nichts Gescheites …
    Alles eine (nur?) Frage der Ver- und Entsorgung bzw. des Nachlieferns und Nachladens von gerade angefertigten und anschließend zu überliefernden Definitionen und Erläuterungen? Nur sagt das am Ende auch etwas über den Gehalt der gesamten Geschichte aus? Mag das Narrativ auch noch so schön angesetzt und verpackt sein.

    Aber worin liegen denn dann Gemeinsamkeiten bzw. der Unterschied, wenn im Organismus alles stets -pulsatil- im -in unterschiedlichster Rhythmik- im Fluß ist …
    am besten vielleicht zu erklären z.B. anhand des QRS-Komplexes im EKG …

    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm#/media/Datei:EKG_Complex_de.svg

    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm#/media/Datei:EKG_Complex_de.svg

  3. @3: In der Psyche wie im sozialen System werden keine materiellen Bestandteile produziert im Gegensatz zu Organismus. Eine Kommunikation ist ein Ereignis, das einen Augenblick dauert. Eine biochemische Operation hat Wirkungen, die meist länger andauern. Der Unterschied liegt im Verfallsdatum (um das mal plastisch auszudrücken), materielle Produke, die als Komponenten eines Organismus wirken, halten länger als die Elemente einer Psyche (z.B ein Gedanke)… Dass, wenn der „Saft“ wegbleibt, sprich: der Organismus z.B. nicht mehr genug Sauerstoff für das Hirn liefert, gilt für alle autopoietischen Systeme: ihr Überleben (=Fortsetzung der Autopoiese) ist an bestimmte relevante Umweltbedingungen gebunden.

  4. @5: das finde ich ja richtig niedlich, Ihre These, daß in der Psyche wie im sozialen System keine materiellen Bestandteile produziert werden, im Gegensatz zum Organismus; … und daß der Unterschied im Verfallsdatum liegt, weil die biochemischen Operationen zumeist länger dauern.

    Aber was besagt das?
    Information abgesetzt … Nachricht angekommen.
    Und dann?
    „Ich glaube, das muß ich erst einmal verdauen?
    Und das könnte durchaus länger dauern.“

    Wie Kommunikation sich eben auch ähnlich wie ein metabolischen Prozeß abspielt,
    wo sich im Verdauen selbstverständlich sowohl ein biochemische Zersetzung
    und Zerfall, aber durchaus auch – via Modifikationen von
    biochemisch parallel und auch kaskadenartig ablaufenden
    Reaktionen eine Kette von Ereignissen aufreihen kann,
    deren Aus-Wirkungen sich in ganz unterschiedlichster Weise
    manifestieren können.

    Mir stellt sich bei einem derartigen Klassiker an vorgebrachter Trennschärfe bei der Unterschiedssetzung als erstes die Frage nach den Grundlagen und Grundelementen, die sich von Anfang an im Begriff und in der Definition von Kommunikation spiegeln. Kommunikation, die zwischen abgesetzter Information – Weiterleitung/ Transformation – bis hin zur Rezeption und dem Verstehen schließlich -gleichgültig wie- stets etwas in Gang setzt. Allerdings allzuoft mit völlig ungewissem Ausgang.

    Nur kommt man mit einer solchen Unterschiedssetzung – um nicht zu sagen einer derart schrägen Abgrenzung zwischen Organismus sowie psychischen in oder außerhalb von sozialen Systemen nicht besonders weit.

    Zwar mag eine Kommunikation durchaus ein Ereignis sein, das nur einen Augenblick dauert. Ein Ereignis freilich, das einem zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen kann, während man -in Gedanken versunken- völlig woanders weilt. Denkbar ist allerdings auch, daß in einem kommunikativen Prozeß durchaus auch ein Ereignis eintreten kann, das „Elemente der Psyche“, wie z.B. Empfindungen und Gedanken, aber auch Anteile innerhalb eines sozialen Systems den Organismus völlig erschüttern und unmittelbar zum Zusammenbruch, zum Erstarren, zum Einfrieren zu bringen vermögen.

    Außerdem, welche Form von biochemischer „Operation“ meinen Sie denn damit?
    Reaktion nennt man den gerichteten chemischen Prozeß einer Umsetzung von A nach B gemeinhin. So gesehen wäre allerdings in der Tat erst die Hälfte eines Aktionspotentials -dessen Basis schließlich auf Ko-Produktion beruht. Und das sich an der Basilarmembran abspielt -und dies an jeder Zelle des Organismus. Ein Prozeß, der sich allerdings im Anschluß daran keineswegs alleinig um das Verfallsdatum dreht.

    Mir scheint, hier entpuppt sich gerade ein ziemlich spannendes Thema,
    was ergibt eigentlich Sinn?
    Je nachdem von welcher Seite man sich dem Ganzen nähert …

    und da bekannterweise in und für die Wissenschaft der GSB’s Spruch gilt,
    „true is open to proof“ , macht es vielleicht Sinn, den Unterschied etwas anders zu setzen und dann -zwischen Anatomie, Biochemie und Physiologie etwas näher zu beleuchten.
    Zumal auch gilt
    „Eine Aussage kann nicht nur wahr, falsch oder sinnlos sein, sondern auch imaginär.“
    GSB, Laws of Form

  5. „Die Bezeichnung „selbst gemacht“ bekommt eine neue Bedeutung und ist auch was für handwerklich Unbegabte. Die Entwicklung ist in vollem Gange und nicht mehr aufzuhalten.“
    Die Rede ist vom 3D-Druck. Mit einer entsprechenden Software stellt das ein autopoietisches System dar.
    „Sie benötigen ein Geburtstagsgeschenk und finden einfach nicht das passende im Shop? Vielleicht freut sich der Beschenkte ja über individuell gestaltetes Gebäck aus dem 3D-Drucker?“
    „Wer sich mit 3D-Druck beschäftigt, begreift sofort die Zukunftsfähigkeit und Möglichkeiten, die er einem bietet. Bisher beschäftigen sich in der Regel Tüftler und Spezialisten damit, doch die Entwicklung macht auch vor „Otto Normal“ nicht halt. Wie wäre es mit kleinen Mitbringseln für Freunde, die Sie am heimischen PC selbst entwerfen und Ihnen zu Hause einfach Ihr neuer 3D-Drucker druckt?“
    Für angehende Amokläufer und Islamisten: „Als Liberator wird eine Pistole bezeichnet, die mit einem 3D-Drucker hergestellt wird. Erstmalig tauchten im Mai 2013 Berichte auf, nach denen es der Defense Distributed gelungen sei, eine funktiontüchtige Schusswaffe fast vollständig mit einem 3D-Drucker herzustellen.“

  6. Tja, das klingt alles schon äußerst bedenklich, wenn nicht sogar bedrückend, welche Wege die Technik hier bereits beschritten hat. Und welche sie unter Umständen noch zu beschreiten im Stande sein könnte. Aber vom Prinzip her und erst recht à la longue vermag ich im Grunde nicht zu erkennen, was sich hier seit Guttenbergs Buch und Druckzeiten geändert haben sollte. Denn – on the long run – gilt schließlich, was zwar lange schon als bekannt im Umlauf sein sollte, aber bislang offenbar nicht ist. Vorauszusetzen, was als nachrangig zu gelten und anschließend in stetiger Abfolge -einer Abwicklung gleichkommend- als nächster Entwicklungsschritt zu erfolgen habe, scheint allerdings noch weitestgehend die große Unbekannte zu sein. Legt man jedoch nur ein klein wenig an Schatten auf die Sonnenuhren und platziert diesen an exponierter Stelle, dann müßte dabei im Grunde auch unmittelbar klar werden, daß es lediglich eines Stabs und eines Steines dazu bedarf, um damit auch die Zeit 🕰 in korrekter Weise vermessen zu können. Und dies ganz ohne Uhrwerk und auch ganz ohne die Erfahrung weiteren Zutuns eines Pendlers vom Lande. Gemeinhin gesagt bedarf es hierzu auch keiner weiteren Zutaten mehr. Selbst einer Liste an Zusammenstellungen bedarf es nicht, um zu erläutern, wie man ein Geschäft zum Brummen bringen kann, wenn man es -anstatt eines Tores oder einer Tür- lediglich mit einem bzw. mehreren Rolladen bestückt und dafür sorgt, daß die eigens herangekarrten Schäfchen unter den Arkaden im Trockenen sitzen können bis zum Tag als der Regen kam. Damals, so in etwa bis kurz nach Nikolaus hielten sie sich jedenfalls noch aufrecht, um bei nicht allzu windigen Temperaturen mit wehenden Wimpeln an ihren Speichen, noch etwas zu rasten, bevor es sich ziehmte- zum Aufbruch mit kurzer Tröte ins Horn stoßend- sich aufzumachen und gelenkig sich über die Stange schwingend in die Pedale zu treten, um den Heimweg noch -bei Lichte besehen- bergseits links, wie tiefen Thales potentiell auch von rechts genommen, in ein paar hochschraubten Höhenmetern zu überwinden.

    basst schunn,
    denk ich mer halt so

    🙂

  7. ein Drucker, so erwarten wir es, soll brav drucken was wir ihn geheißen haben, trivial eben, z.B. Hinkelklötzchen drucken ..
    Wenn er davon abweicht würden wir sagen „er ist wild geworden“,
    autopoietisch, autonom ..

  8. @10: dachte grad an ne Königin-Pastete …
    und wie sich ein Ragout fin so sanft darin und darum anschmiegt.

    Gehört im übrigen zu einer meiner Leibspeisen,
    die auch meine Gäste immer wieder zu schätzen wissen …

  9. @11 … ach die Hinkel mit ehre Kletzcher un Klunker,
    abgepinnt sin se mer dann doch noch lieber als gedruckt.

    awwer mer merkt’s schunn:
    es is emoo werre Zeit fer die Christstolle.
    awwer des mit dem Orangeat un dem Zitronat,
    ich weeß net, so ganz koscher kummt mir des als
    net vor …

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