18.4 Die internen Prozesse autopoietischer Systeme und ihr äußerlich wahrnehmbares Verhalten sind durch ihre jeweils aktuelle interne Struktur festgelegt (=Strukturdeterminiertheit), d.h. durch die konkreten Elemente/Komponenten, aus denen sie sich zusammensetzen, im spezifischen Muster ihrer Kopplungen in Raum und Zeit.

Das gilt für alle Typen yutopoietische Systeme: Sie verhalten sich immer und ausschließlich
aufgrund ihrer aktuellen internen Strukturen und Prozesse. Sie können nicht direkt von außen gesteuert werden, sondern ihre internen Prozesse sind selbstbezogen (=operational geschlossen) und innengesteuert. Darin besteht ihre Autonomie…

 

Literatur:

„Strukturdeterminierte Systeme erfahren ausschließlich Veränderungen, die durch ihre Organisation und ihre Struktur determiniert
sind. Diese sind entweder Zustandsveränderungen (definiert als Veränderungen ihrer internen Struktur ohne Verlust ihrer Identität) oder führen zu ihrer Auflösung (definiert als Veränderungen ihrer Struktur mit Identitätsverlust).“

Maturana, Humberto (1978): Biologie der Sprache: die Epistemologie der Realität. In: H. Maturana
(1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit.
Braunschweig (Vieweg), S. 242 f.




7 Gedanken zu “18.4 Die internen Prozesse autopoietischer Systeme und ihr äußerlich wahrnehmbares Verhalten sind durch ihre jeweils aktuelle interne Struktur festgelegt (=Strukturdeterminiertheit), d.h. durch die konkreten Elemente/Komponenten, aus denen sie sich zusammensetzen, im spezifischen Muster ihrer Kopplungen in Raum und Zeit.”

  1. @ „Zustandsveränderungen (Veränderungen ohne Identitätsverlust)
    oder Auflösung (Veränderungen mit Identitätsverlust)“

    Darauf läuft das Ganze hinaus: Leben oder Tod.

  2. eine tatsächliche Struktur
    und
    eine mögliche Struktur

    abhängig von ihrer Koppelung in Raum und Zeit
    abhängig von den Möglichkeiten, die Raum und Zeit bieten …

  3. Alles, was wir wahrnehmen, ist die Folge einer Interpretation durch das Gehirn. Der Wahrnehmungsprozess bei der Gesichtserkennung ist nicht, wie bisher angenommen, mit einem außerordentlichen Energieaufwand des Gehirns verbunden, sondern über Jahrmillionen so trainiert, dass er sogar übers Ziel hinausschießt: Unser Hirn zwingt uns, auch in unförmigen Strukturen mit willkürlich verteilten Erhebungen und Vertiefungen ein Gesicht zu erkennen, zum Beispiel bei Wolken, Milchschaum und Mondkratern.
    Möglicherweise unterliegen Systemiker manchmal ähnlichen Täuschungen.

  4. Das ist unsere Aufgabe,
    die Wahrnehmungsprozesse unserer unterschiedlichen Gehirnquartiere als solche zu identifizieren (siehe Sapolsky) und zu erforschen/ erkennen was wir da gerade prozessieren.

    Zu differenzieren was wie zusammenhängt, raus aus der Beliebigkeit.

    PS: ich finde es wesentlich interessanter auf der Sachebene zu bloggen,
    die Beziehungsebene interessiert mich eigentlich hier garnicht 🤓

  5. @6: Ja, die Beziehungsebene ist absolut uninteressant – finde ich aus sachlich-fachlicher Sicht.

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