18.6 Zwischen autopoietischen Systemen und ihren Umwelten gibt es keine instruktive Interaktion, d.h. keine geradlinige (=deterministischen) Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Ereignissen/Operationen der Umwelt und den Wirkungen auf das System bzw. dessen Reaktionen.

Das in der Mechanik probate Konzept von Ursache und Wirkung ist bei der Betrachtung autopoietischer Systeme nur begrenzt anwendbar. Solche Systeme sind eigensinnig, die Interaktion mit ihnen ist nicht „instruktiv“ (wie Maturana und Varela es nennen. Auch hier liefern Lebewesen das Modell.

 

Literatur:

„Bei den Interaktionen zwischen dem Lebewesen und der Umgebung innerhalb dieser strukturellen Kongruenz determinieren die Perturbationen der Umgebung nicht, was dem Lebewesen geschieht; es ist vielmehr die Struktur des Lebewesens, die determiniert, zu welchem Wandel es infolge der Perturbation in ihm kommt. Eine solche Interaktion schreibt deshalb ihre Effekte nicht vor. Sie determiniert sie nicht und ist daher nicht «instruierend», weshalb ir davon sprechen, daß eine Wirkung «ausgelöst» wird. Wir wollen damit darauf hinweisen, daß der Wandel, der aus den Interaktionen zwischen dem Lebewesen und seiner Umgebung resultiert, zwar von dem perturbierenden Agens hervorgerufen, aber von der Struktur des perturbierten Systems definiert wird:“

Maturana, Humberto, Francisco Varela (1984): Der Baum der Erkenntnis. Bern (Scherz) 1987, S. 106.




5 Gedanken zu “18.6 Zwischen autopoietischen Systemen und ihren Umwelten gibt es keine instruktive Interaktion, d.h. keine geradlinige (=deterministischen) Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Ereignissen/Operationen der Umwelt und den Wirkungen auf das System bzw. dessen Reaktionen.”

  1. „instruktiv“ = lehrreich, mitreißend, belebend
    Beispielsweise wirken die elterlichen und schulischen Umwelten eines Kindes instruktiv auf dieses ein, sodass es sich entwickelt und sein genetisches Potenzial aktualisiert.

  2. @1: Das ist die Hoffnung, die trügt… es gibt keine instruktive Interaktion. Was Sie schildern, nennt man Perturbation oder Irritation.

  3. @1 KORREKTUR
    Die elterlichen und schulischen Umwelten eines Kindes wirken auf dieses ein, sodass es sich entwickelt und sein genetisches Potenzial aktualisiert.

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