2.1 fbs

Im Deutschen werden beim Begriff Kopplung eher mechanische Assoziationen geweckt – z.B. an die Kopplung von Eisenbahnwagen – was zwar nicht falsch, aber doch etwas beschränkt ist. In anderen Sprachen, z.B. coupling im Englischen, wird mehr an die Bildung von Paaren erinnert. Kuppelei wäre wahrscheinlich ein besserer Begriff als Kopplung, der hier aber wegen der dann naheliegenden, nicht angemessenen Assoziationen vermieden wird.

71 Gedanken zu “2.1 fbs

  1. Das trocken Technische des Begriffs „Kopplung“ und das sexy Atemlose des Begriffs „Kuppelei“ koppeln bzw. kuppeln sich zum alltäglichen Begriff der „Kupplung“, der in der Kombination von „Stecker“ und „Kupplung“ sowie bei manuell geschalteten Automobilen jedermann bekannt vorkommen dürfte.
    Weniger aktivistische Assoziationen weckt der Begriff der „Interdependenz“. Dieser macht deutlich, dass die gesellschaftlichen Teilbereiche, die in der Systemtheorie (zwecks intellektueller Durchdringung) abstrakt separiert betrachtet werden, immer schon aufs Vielfältigste und Verwirrteste ineinander verschränkt und voneinander abhängig waren. Die höchst künstliche Teilbetrachtung der einzelnen sozialen Sphären, die deren Eigengesetzlichkeit zu beweisen versucht, verkennt die Dominanz der Ökonomie über alle Lebensbereiche, wobei doch längst klar geworden sein dürfte, dass selbst die scheinbar so privaten Bereiche wie (sexuelle) Liebe und (religiöser) Glaube der ökonomischen Rationalität unterliegen.

  2. Interdependenz ist m. E. ein viel zu allgemeiner Wischiwaschi-Begriff („der Schmetterlingsflügelschlag in Tokio beeinflusst hier irgendwie das Wetter und umgekehrt“), der alles und damit nichts umfasst. Bei Kopplung soll/will konkret geschaut sein, was der „Stecker“ mit der „Steckdose“ macht und umgekehrt (=gegenseitige spezifische Irritation/Perturbation).
    Das Problem mit der Funktion der Wirtschaft und der Tatsache, dass sie nahezu alle Lebensbereiche beeinflusst, ist m.E. ebenfalls, dass solch eine allgemeine Formulierungen keinerlei praktische Konsequenzen zur Folge hat, ausser einem allgemeinen Stöhnen und dem Warten auf die Weltrevolution.
    Wer eine Theorie sucht, die sowohl allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnissen als auch den ganz konkreten Lebensumständen von Individuen gerecht wird, muss diese Beziehung konkretisieren können. Dazu bietet die Systemtheorie das Rüstzeug, da sie zwar allgemeine Begriffe verwendet (wie etwa Kopplung), aber ermöglicht und erfordert, sie mit konkreten Inhalten zu füllen, die im Einzelfall diese gegenseitigen Abhängigkeiten erfassbar unund beeinflussbar machen (was z.B. in der Familientherapie geschieht, wo die Kopplungsmuster zwischen ökonomischen Verhältnissen der konkreten Familie und der Interaktion in der Familie beobachtbar werden).

  3. @ 2 „was der „Stecker“ mit der „Steckdose“ macht und umgekehrt (=gegenseitige spezifische Irritation/Perturbation)“

    Wenn der Stecker in die Steckdose oder in die Kupplung gesteckt wird, entsteht eine Verbindung und Kopplung, die einen Einfluss ermöglicht. Das ist eine technische und formale Metapher, die keinerlei inhaltliche Gewichtung und Bewertung vornimmt. Das mag einen wissenschaftlich-analytischen Vorteil darstellen, doch bringt sie keinen Erkenntnisgewinn, da die gegenseitige spezifische Irritation und Perturbation bzw. die Wechselwirkung und Interdependenz der gekoppelten Systeme verschweigt und verdeckt.

  4. @ 4 KORREKTUR

    Das mag einen wissenschaftlich-analytischen Vorteil darstellen, doch bringt sie keinen Erkenntnisgewinn, da SIE die gegenseitige spezifische Irritation und Perturbation bzw. die Wechselwirkung und Interdependenz der gekoppelten Systeme verschweigt und verdeckt.

  5. naja, wer gewitzt ist, mag sich an den Witz erinnern, mit dem mein ca. 5 jähriger Sohn dereinst die Geburtstagsgesellschaft seines vielredenen Großvaters geschmissen bzw. erheitert hat. Kurz mit dem Silberlöffel ans Glas klopfend und darum bittend, stand er auf, um vom Ende der langen Tafel her nun endlich auch einmal etwas sagen zum dürfen.
    Er erhob sein Glas, prostete dem Großvater zu und sagte:
    „Kennste den schon, Opa?
    Steht ein Schwein vor der Steckdose und sagt: ‚Komm raus, Du Feigling !‘ “

    Man kann sich denken, wer anschließend stolz wie Bolle war …

  6. @5: Das sollte sich bei der weiteren Lektüre klären. Zunächst geht es ja mal um die ganz allgemeine Frage, wer oder was wen überhaupt irritieren kann…(d.h. mit wem gekoppelt ist) bzw. wie solch eine Beziehung zu definieren ist (z.B. als Kausalbeziehung, Macht usw.)…

  7. @ 6
    Wenn ich hier wie ein Fünfjähriger mit dem Silberlöffel ans Glas klopfe, erschallt zwar ebenfalls Heiterkeit, doch der Stolz bleibt mir versagt. Deshalb wende ich mich fortan ersprießlicherer Lektüren zu (und ertrage den eiskalten Entzug von der Kehrwoche).

  8. @8: Manchmal empfiehlt es sich halt, seine eigene Gescheitheit ein wenig zurück zu halten und nicht, wenn von abstrakten Konzepten die Rede ist, auf eine konkrete Ebene zu schwenken…
    Den Witz mit dem Schwein finde ich, nebenbei bemerkt, gar nicht so schlecht. Er zeigt, dass ein sehr eingeschränkter Fokus der Aufmerksamkeit zu Felhschlüssen führt, weil man sich, konfrontiert mit einem Ausschnitt oder Element eines Bildes, meist den Rest (d.h. seinen eigenen Rest) dazu denkt. Und das scheint mir, machen Sie auch, wenn Sie von der allgemeinen Feststellung der Kopplung von Systemen (z.B. von sozialen und psychischen) ganz rasant zu den ökonomischen Verhältnissen kommen. Das ist ja nicht falsch, aber m.E. zu schnell, um den Punkt zu erfassen, um den es mir (dem Autor) geht… Denn da fehlen dann einfach ein paar Zwischenschritte.

  9. @8: och nee, Michael, bitte jetzt nicht schlappmachen …
    so kurz bevor die (= Innen-außen-Unterscheidung) in 2.2.2. ansteht.

    Ei, Sie missen jo grad net bis zu Issus Keilerei dorchhalle,
    (sie wissen jo des war in 333)
    Ich kammer nämlich üwwerhaupt kee Zahle merke ,
    vor allem kee historische. Dodefor war mei Vadder,
    un zuletscht mei Bruder zustännisch, gell

    Gucken se moo was ich dodezu grad gefunn han:
    Die Zettelwertschaft vunn meim Vadder han ich grad drin geloss,
    damit mer aa weeß, dass des was echt Historisches is …
    un des is aa noch echt kryptisch

    https://files.acrobat.com/a/preview/a688209c-13a7-4606-8430-b5beb63939a0

  10. @ 5, 9

    „Das mag einen wissenschaftlich-analytischen Vorteil darstellen, doch bringt sie keinen Erkenntnisgewinn, da sie die (…) Interdependenz der gekoppelten Systeme (…) verdeckt.“

    Auch dieser Gedanke wäre ja eigentlich nicht uninteressant, wenn… ja, wenn er denn weitergedacht wird; dann könnte er sogar eine gewisse Tiefe erreichen: Vielleicht liegt ja in dem beklagten „Verdecken“ der „Interdependenz“ gerade der „Vorteil“ der Kopplung.
    Leider verbaut sich der Autor durch sein Besser-Wissen diese Erkenntnis.

  11. @8: Grämen Sie sich nicht. Man wird eben wir ein Fünfjähriger behandelt, wenn man über einen Text schreibt, von dem man nur die Fussnoten kennt…

  12. @8 und @12 … dabei steht allzu oft gerade in den Fußnoten das Wesentliche und wie es weiterging und geht …
    Luhmann praktizierte das in Perfektion und

    FESI (falls es Sie interessiert), dieser Stil, wesentliche und hintergründige Details in Fußnoten, wurde wunderbar herausgearbeitet von David Foster Wallace in „Die Entdeckung des Unendlichen“

    Eine Grundhaltung der strengen künstlerischen Beobachtung, die sich in denen eigenen gewählten Stilmitteln abbildet und bricht …
    hier mit einem etwas anderem Werk und in einem anderen Kontext
    https://www.ardmediathek.de/tv/Druckfrisch/Denis-Scheck-empfiehlt-David-Foster-/Das-Erste/Video?bcastId=339944&documentId=20497092

  13. @13: Nichts gegen Fussnoten. Dieser Blog besteht ja nur aus Fussnoten. Aber wenn man nicht ahnt oder gar weiss, worauf sie sich beziehen, dann ist das, als ob ein Schwein vor einer Steckdose steht…

  14. gerade zum Schwein vor der Steckdose fielen mir in Zusammenhang mit Beobachtern 2. Ordnung folgendes ein:

    Gesetzt den Fall, Beobachter 2. Ordnung könnten sich zunächst darüber einig werden, daß das Schwein sich irrt
    (seine Aussage alleine legt das schließlich schon nahe, wobei die Gründe unklar sind, weshalb es sich irrt … weil es z.B. zu nahe an der Steckdose steht und auch nur aus dem Spiegel seines Schweinepfuhls weiß, wie ein Schweinerüssel von vorne auszusehen pflegt etc. pp.),

    Im Anschluß daran, könnten sich unterschiedliche Varianten ergeben, ob sich ein Beobachter 2. Ordnung einmischt, um FÜR das Schwein (als Beobachter 1. Ordnung, das nicht sieht, daß es nicht sieht was es nicht sieht …. ) den Irrtum aufzuklären :

    1) „Das ist eine Steckdose und kein anderes Schwein“ wäre z.B. bezeichnende und gleichzeitig auch richtigstellende und belehrende Variante

    als Schweineantwort (eine von zahlreiche) daraufhin, könnte man sich z.B. denken

    „Was ist eine Steckose? (never seen, never heard, never read) und wozu ist die überhaupt das? Braucht man sowas? … Aha, verstehe,zur Erleuchtung also … (*nachdenk* – *grübel*) …aber sowas braucht man doch eigentlich nur, wenn’s dunkel ist, oder?“

    Wie war das noch (vgl. @1.5)
    aus dem Gebrauch definiert sich die Bedeutung einer Bezeichnung und läßt sich -wenn einem diese zunächst unbekannt erscheint, durch die Frage wozu man etwas braucht erschließen.
    Der Bezeichnung muß aber zunächst eine Beobachtung vorausgegangen sein, wonach dann das Ding einen Namen bekam. Ein Tatbestand, der aber mit dem Ding an sich garnichts zu tun hat, sondern lediglich bezeichnet:
    „Das da“ (hinzeigend) ist eine Steckdose und
    keine Frontalansicht auf ein x-beliebiges Schwein

  15. 2) … aber nun könnte man sich ja durchaus denken, daß irgendso ein superschlaues experimentierfreudiges Schwein als Beobachter 2.Ordnung auf die Idee käme, das 1. Schwein als Beobachter 1. Ordnung anzustiften, nach dem Motto:

    „Könnt ja durchaus sein, daß da ein Feigling drin steckt … probier’s doch mal aus“ ,
    indem es dem Beobachter 1. Ordnung einen Zirkel über die Schulter reicht …

    Gesagt, getan?

    … aber sei doch bitte so gut, bevor Du hier Deine Experimente machst (mit dem Zirkel, versteht sich), unterschreibt mir doch bitte erst mal meine AGB …, weiß der Kuckuck auf welche Ideen irgendwelche Drittmittler – Financiers noch kommen “

    mit ihren super!
    partyteenies

    https://youtu.be/JirGm_hpNqc

  16. … Das Unterscheiden ist selbstverständlich elementar;
    der Verstand allerdings ist eher eine von der Erfahrung auf dem Weg des Unterscheidens abgeleitete Größe.
    (…und ggf. auch anschließend wieder eingeführte Größe).

    Denn es gibt durchaus auch Beobachter, die vor sich hinkreiseln in ihrem Verstand und
    auch Unterschiede setzen, allerdings ohne Sinn und Verstand.
    Schaut man sich von der Warte eines Beobachters 2. Ordnung das gesamte Spektrum des Beobachtens-Unterscheidens-Bezeichnens einmal an, so läßt sich -reflektierend- ein Spannungsbogen entfalten von-bis, zwischen + und -, zwischen gut und böse … etc. pp.

    Ein Beobachter 2. Ordnung kann durchaus sehen und ermitteln, was ein Beobachter 1. nicht sieht bzw. zu bezeichnen vergessen hat.

  17. @17: Ja. Deswegen muss ja jede Theorie des Beobachtens damit anfangen. Elementar im besten Sinne ist dieses Unterscheiden, denn aus den so gewonnenen Unterscheidungen setzen sich dann die Beobachtungen zursammen. Aber die Tatsache, dass dies (bzw. irgendetwas, was wir tun) uns selbstverständlich erscheint, heißt ja nicht, dass wir uns dessen bewusst sind. Deswegen wird hier dieses basale Element des Beobachtens noch einmal so ausdrücklich betont.

  18. @23: Das Beobachten kann koppeln (indem zwei Elemente oder Komponenten vom Beobachter zu einer Einheit verbunden werden, z.B. Herr Schulze und Frau Schulze = Ehepaar Schulze). Aber es ist anzunehmen, dass es unterschiedlich zu erklärende Arten der Kopplung gibt: Kopplungen, die sich ergeben, auch ohne dass sie beobachtet werden, und Kopplungen, die ohne das Beobachten nicht stattfinden würden. Aber dazu kommt später noch mehr…

  19. @ 24 Glückwunsch, liebe aml. Das ist der entscheidende Sprung über den eigenen Schatten, der Vielen so schwerfällt. Der Kollege M.S. z.B. hat sich das nicht getraut und sich lieber beleidigt zurückgezogen…

  20. @23 … aber gerne, mon AMI.
    Als ich vernahm, daß Italienisch Ihre Muttersprache ist, erhoffte ich mir umgehend, meinen italienischen Wortschatz – so en passant- etwas erweitern zu können.
    Ich gestehe allerdings, er reicht nicht sehr weit. Eigentlich kenne ich bzw. kann ich – von Speisekarten u.ä. einmal abgesehen – nur einen vollständigen Satz:
    „Ecco la casa di Carlo; e piccola mà commoda“

    Ich weiß nicht, ma chère aml, setzt man eigentlich Akzente im Italienischen, oder nicht?

  21. @25: Schön maI wieder etwas von Ihnen zu hören, lieber ff
    Nur, … das hier glaube ich aber nicht:
    „Der Kollege M.S. z.B. hat sich das nicht getraut und sich lieber beleidigt zurückgezogen…“

    So begeistert bei der Sache, wie ich ihn anderen Orts erleben konnte, neigt er nicht zu schnell zu Rückzügen … Schon garnicht zu beleidigten.
    Es sei denn, sie boeten reinste Taktik und seien nicht nur von strategischer Natur.

  22. @ 23 aml: „Nur ist die Möglichkeit, so den Zugang zum Buch zu finden, es durchzuarbeiten und meinen Horizont zu erweitern, für mich einmalig.“
    @ 25 ff: „Der Kollege M.S. z.B. hat sich das nicht getraut und sich lieber beleidigt zurückgezogen…“

    54 Euro für 317 Seiten „Formen: Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen (Systemische Horizonte)“ von Fritz B. Simon (Autor) – das hat nichts mit Feigheit, Beleidigtsein und Denkfaulheit zu tun.

    Wenn Sie unbedingt unter sich bleiben möchten – bitte schön!

  23. @33: schön, daß Sie mitlesen und mitdenken, lieber Michael S.

    Den Preis -so muß auch ich gestehen- empfand auch ich ziemlich happig.
    Vor allem angesichts der nicht gerade gefällig flüssigen Lesbarkeit.
    Irgendwie komme ich mir vor als könnte ich das genauso gut im Brockhaus, Duden sprich in lexikalischen Werken und Agenden etc.. wahlweise auch in der Enzyklopädia britannica bzw. neuerdings gleich online bei Wikipedia nachschlagen.
    Andererseits muß natürlich auch Geld fließen, wenn man von irgendetwas leben will.
    Und das gesamte Getue mit der Charity gebündelt in Stiftungen ist schließlich auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
    Vor allem, wenn mit dem ganzen Umräum- und Transenkram nicht mehr klar ist, in welche Kiste jetzt wer oder was gehört. Und wohin überhaupt die Reise gehen soll, wenn man schon aufm Ende der Fahnenstange hockt.

    Aber wozu haben wir eigentlich die Lastenhandhabungsverordnung …
    Im Zweifel muß man sich halt ein Herz fassen, um seinen Goldfisch mitsamt Glas an die Nachbarschaft zu verschenken, wenn der dortige Kater (von Bubble-Rrock&Promotzens oder so ähnlich) einen Narren an dem süßen kleinen Kerl gefressen hat.

    Das macht halt auch gleich was her und ist auch gleich eine ganz andere Dimension

    https://www.youtube.com/watch?v=oPK7ZF6jfJE

    von der Normalsterbliche, wie Sie und ich, kaum zu träumen wagen

  24. @ 34 aml: „[…] finanziell sicher nicht allzu schlecht situierte Leute vielleicht jahrelang via Blog gratis das Wissen von Herrn Prof. Simon konsumier(t)en und ihn im Hinblick auf die Sperrung der Kommentarfunktion als „Dank“ schliesslich beleidigten und ihm alles Mögliche und Unmögliche unterstellten […] Ich bin in der Kehrwoche auf Sie zugekommen. Sie haben mich abgewatscht. [… Ich habe Sie nicht angegriffen, Herr S.“

    Sorry! Entschuldigung! Mea culpa! Tut mir echt Leid! Ich bin mir keiner Schuld bewusst!
    Sie waren überhaupt nicht gemeint! Bitte vergessen Sie mich!
    Ich reagiere allergisch auf pseudodemokratischen „Systemiker“, die in ihrem eigenen Saft schmoren (wollen).

  25. @36: Lieber Michael S.,

    haben Sie eigentlich gelesen, was ich @33 – an Sie persönlich adressiert -geschrieben habe?

    Auch ich finde es manche Blogverläufe ähnlich problematisch wie Sie.
    Und ich reagiere ebenso allergisch auf „postdemokratische Systemiker“, vor allem, wenn sie versuchen sollten, einem ihre ganz persönlichen Probleme mit Gewalterfahrungen in äthergetränkten Wattebäuschchen unter die Nase zu halten. Nichts ahnend, daß auch die sog. „gewaltfreie Kommunikation“ ihre ganz fatalen Grenzen aufweist, vor allem dann, wenn sie manipulativ und gezielt innerhalb eines Macht- bzw. Wissensgefälles eingesetzt wird, wie man es von jedem Profi-Laien-Gefälle her kennt.

    Frage ich einen Experten, so hat der Experte zunächst die Aufgabe, sich auf die Stufe eines Laien zu versetzen, um dem Laien einen hochkomplexen Sachverhalt -zumeist unter Nutzung von allgemeinverständlichen Analogien und Metaphern so zu übersetzen, daß ein Laie den angesprochenen Sachverhalt auch nachzuvollziehen und zu verstehen vermag.

    Was die meisten Experten – insbesondere Intellektuelle und Akademiker – allerdings oft nicht können, ist, sich dabei auch einmal auf die unterschiedlichsten Ebenen einzulassen, die ihrem intellektuellen Anspruch (und auch den Entwürfen ihres Selbstbildes) ganz massiv zuwiderlaufen.

    Interessant an solchen Geschichten ist im Grunde, daß nicht nur die unmittelbare Reaktion zählt. Es fühlt sich z.B. irgendjemand angesprochen und angegriffen und meldet sich (vielleicht nach langer Zeit des Schweigens) wieder zu Wort, der/die garnicht gemeint war. Es kann durchaus auch sein, daß das komplette Abtauchen in Schweigen -nach einem massiven Konflikt- mit Schwamm drüber und Schluß, als wesentlich gefährlicher einzuschätzen ist, als gemeinhin angenommen.

    Weshalb mögen es eigentlich Parteien, Kirchen, Gurus und Sekten nicht, wenn Abtrünnige ihren Inner-Circle verlassen?
    Weshalb werden Whistleblower mit Insider-Wissen -nach Mafia-Style- verfolgt bis ans Ende der Welt?
    Weshalb schließen sich Leute einem Schwarm an, obgleich sie ahnen, die dargebotene Lösung führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die falsche Richtung.

    Spiritus und Spiritualität sind mal wieder in. Und absolut trendy.

    Und irgendwann kommt irgendein oder gar „Der Erwählte“ aus dem Busch und meint
    „Königliche Hoheit“ darf ich bitten …

    Ich zitiere:
    „Wer läutet?
    Glockenschall, Glockenschwall supra urbem, über der ganzen Stadt, in ihren von Klang überfüllten Lüften! Glocken, Glocken, sie schwingen und schaukeln, wogen und wiegen ausholend an ihren Balken, in ihren Stühlen, hundertstimmig, in babylonischem Durcheinander. Schwer und geschwind, brummend und bimmelnd, – da ist nicht Zeitmaß noch Einklöang, sie reden auf einmal und alle einander ins Wort, ins Wort auch sich selber:
    andröhnen die Klöüüel und lassen icht Zeit dem erregten Metall, daß es ausdröhne, da dröhnend sie pendelnd an am anderen Rande ins eigene Gedröhne, also daß, wenn’s noch hallt >>In te Domine speravi<>Beati, quorum tecta sunt peccata<<, hinein aber klingelt es hell von kleineren Stätten, als rühre der Meßbub das Wandlungsglöcklein.
    Von den Höhen läutet es und aus der Tiefe, von den sieben erzheiligen Orten der Wallfahrt nd allen Pfarrkirchen der sieben Sprengel zu seiten des zweimal gebogenen Tibers. Vom Aventin läutet's , von den Heiligtümern des Palatin und von Sankt Johannes im Lateran, es läutete über dem Grabe dessen, der die Schlüssel führt, im Vatikanischen Hügel, von Santa Maria Maggiore, in Foro , in Domnica, in Cosmedin und in Trastevere, von Ara Cele, Sankt Paulus außer der Mauer, Sankt Peter in Banden und vom Hochheiligen Kreuz in Jerusalem. Aber von den Kapellen der Friedhöfe , den Dächern der Saalkirchen und Oratorien in den Gassen läutet es auch. Wer nennt die Namen und weiß die Titel? …"

    Ich hab keine Ahnung und kann mir auch keine Namen merken, ich kenne nur dieses alte Lied:
    https://www.youtube.com/watch?v=4CI3lhyNKfo&list=RD4CI3lhyNKfo&t=34

    Bin aber nach wie vor der Ansicht, daß, was immer man auch an- bzw. aufführen mag, stets eine Frage der Angemessenheit, des Taktes und letzlich auch der Dosierung bleiben muß.
    … ciao, mon AMI
    😉

  26. @36: Falls Sie mich als Betreiber dieses Blogs meinen sollten: Wüsste nicht, dass ich je den Anspruch „demokratisch“ zu sein.

  27. naja, es kommt darauf an, was „demokratisch“ meinen soll.

    Es gibt da eben so manche Kopplungen oder auch Verkupplungen von Begriffen, die längst zum Allgemeingut gehören, die lassen einem schon das kalte Grausen über den Rücken rieseln. Dazu braucht man noch nicht einmal flink wie ein Wiesel inmitten eines Bachgeriesels zu sein, um sich die Anordnung autopoetischer Gedankenwelten selbst unter pappsüßen, raffinierten Zuckergüssen auf Do-Nuts – nur um des Reimeswillen, zu erschließen.

    Wobei zu bedenken ist, daß eine dichtende Unschuld vom Lande gepaart mit einem x-beliebigen „Fröhlichen Landmann“ schon in der Lage sein könnte, im Umgang mit Strohballen zumindest einen Schwel- wenn nicht sogar- einen Flächenbrand zu erzeugen. Gemarkungen mit Flurbereinigungen und Flußbegradigungen haben es jedenfalls in sich. Wenn Traktoren erst einmal ausrücken, bevor sie sich vom Acker machen, mag sich so manches unbeackerte Niemandsland u.U. in eine wogenden Welle von zu windenden Jungfernkränzen verwandeln, deren Kunst sich nicht nur darin erschöpft, Drachen steigen, sondern sich auch in Sturzbächen ergießen zu lassen.

    Manche sprachlichen Wendungen jedoch sind und bleiben deklinatorisch schlicht und einfach absolute No-goes und diese sollten -soweit sie mit einem indoktrinierendem, parasitärem Gebrauch und wiederholter und systematischer Vergewaltigung lebendiger Sprachenformen einhergehen, falls möglich, schon im Vorfeld korrigiert, abgeblockt oder auch in Gänze ausgesondert bzw. storniert werden.

    Vor allem dann, wenn sie in rein kulturbeflissenen (+) – Formaten auch noch sacrosankt ummantelt auftauchen. Unter Stilbaukompressionen erzeugte Plastiken dulden zwar Umformungen und Wortneuschöpfungen, aber im Grunde keine rein als Abfüllmaterial erzeugten und überdimensioniert aufgeblasenen hohlen Plastikwörter.

    Reinheitsgebote erweisen sich nämlich – wenn man sie speziell im Hinblick auf Allergien untersucht – als mindestens genauso schrecklich wie Dreckverbote. Von Aufwendungen für Putz- und Engelmacher(Innen) einmal ganz abgesehen.

    Man braucht vermutlich noch nicht einmal Kenner von systemischen Ansätzen zu sein, sondern kann auch ein absoluter Beginner bzw. ein Quereinsteiger sein, um zu erahnen, was selbst in gruppendynamisch, kommunikations- und systemtheoretisch weitestgehend auf Neutralisierung und nach Äquivalenzprinzipien angelegten Kreisen, mit einem unmittelbaren Tritt ans Schienbein bis hin zum hüstelnden (R)auswurf quittiert werden wird.
    Substituierende DIN ISO – Formengebilde mögen sich zwar als zur Ertüchtigung dienende Klettergerüste eignen, um sich in schwindelnde Höhen aufzuschwingen. Aber den Abschwung mitsamt Einkehrschwung sollte man für eine gelingende Kadenz dann doch schon in etwa beherrschen, ohne gleich S.O.S. funken oder gar die Rettungsflugwacht bemühen zu müssen.

    Soweit zu (+) – „demokratisch“,
    wenn bereits vom Ansatz her ersichtlich wird, was hinten rauskommt.

  28. @ 38, FBS
    Stimmt, Herr Professor Simon, und doch werden Sie Ihrer volkspädagogischen Verantwortung gerecht, indem Sie nicht jeden unbedarften Beobachter, der die (Be)Griffe, (Denk)Figuren und (Kunst)Formen der systemischen Akrobatik nicht beherrscht, in Ihrer Zirkuskuppel mitturnen lassen, denn das könnte zu intellektuellen Abstürzen führen.

  29. @41 …. nach den Überheblichkeiten und all den Ängsten die sich rund um die Digitalwirtschaft und künstliche Intelligenz formieren, habe ich lediglich versucht, die
    nichttriviale (kreative) Logik von trivialer Maschinenlogik abzugrenzen.

    Ich weigere mich, Zusammenhang mit der via Schwarmintelligenz allfälligen Verbreitung grammatikalischen Mißgeburten von „Volksverhetzern“ (vgl. Alles Nazis ?)zu reden und setze stattdessen darauf, die Banalität dieser blindwütig sowie ohne Sinn und Verstand verkuppelten Fehler in ihrer anhängenden hochtoxischen Schädlichkeit gemäß dem Massenwirkungsgesetz zu markieren. Man muß die Herrschaften dort zu packen kriegen,
    wo es ihnen am allermeisten weh tun wird. Über die Compliance mit ihren unter der Hand geschmierten Klüngelbeuteln und über die Fehlkalkulationen in ihrer Bilanz.

    Mit Ethik bzw. auf Basis von humatinär ausgerichtetn Solidargemeinschaften zu argumentieren, führt zu nichts. Psycho- und Soziopathen sind absolut taub auf diesem Ohr, das wissen Sie doch weitaus besser als ich.

    Anstatt die gängigen Metaphern von HvF zu nutzen, wollte ich – angepasst an die Binärcodes der IT bzw. Computerwirtschaft – ein paar Hinweise geben, wie Texte auch durch sog. „lernfähige“ Maschinencodes re -produziert werden bzw. von Basics her in Schleifen bzw. als Algorithmen in $string$codes programmiert werden. Und dies auch unter Nutzung von Programmiersprachen, die die Quellcodes verdecken.

    Diese verbleiben nämlich nach Turing samt und sonders in ihren (0 +1) binärcodierten Schleifen. Diesen Codes fehlt schlicht und einfach der imaginäre und somit der eigentliche kreative Teil (-1) -Anteil von Funktions- bzw. Differentialgleichungen zweiten Grades.

    Eine technische Re-Produktion ist und bleibt technische eine Re-Produktion. Und kann einem Origninal auch niemals das Wasser reichen. Daran ändern auch alle möglichen bunten – in Apps verpackte Bildchen nichts, die gepixelt bleiben, auch in hochauflösender Feinkörnigkeit. Wenn das schöpferische Auge fehlt und auch keinen Sinn für die camera obscura entwickeln kann und somit auf Basis reproduzierender Maschinenlogik stecken bleibt, nutzt auch der gesamte Einsatz der KI relativ wenig.

    Der Beobachter 1. Ordnung merkt und sieht überhaupt nicht, daß er nicht sieht, was er nicht sieht. Und kann im Zweifel noch nicht einmal beschreiben, was ihm als befremdlich und ungewöhnlich erscheint. Ganz einfach deshalb, weil er die Aussagekraft mitsamt den die Grenzen der gängigerweise angewandten Methode nicht zu reflektieren vermag.

    Kurz- und Trugschlüsse in Form von Beweise suchenden Erklärungen, die nichts beweisen, außer Bestätigungen ihres in konsequenten Zirkelschlüssen mit Schlußfolgerungen rotierenden und selbstgewählten, vordefinierten Binnensystems, das ist doch das, was GSB und HvF so wunderbar rekursiv vorführen. Der Hinweg ist immer ein anderer als der Rückweg. Und das Pendant zur Evolution bedeutet eine langsames Wachstum begleitet von einer kaskadenförmig ablaufenden Involution in einer dynamischen Balance.
    Insofern dieses ist auch wissenschaftstheoretisch niemals gleichzusetzen mit Revolutionen im innovationsgetriggerten Change-Hauruck-Verfahren.

    Das Einzige,was sich prognostisch zu diesem Transformationsprozeß sagen läßt, ist: Der Fortschritt bleibt, aber wird sich darunter alles umdrehen, in jedem allerkleinsten Schritt.

  30. Gestatten Sie, lieber Michael S., dass ich mich hier doch noch mal kurz einmische.

    Der Knackpunkt systemischen Denkens ist und bleibt der Beobachter. Den Beobachter zu sehen oder ihn nicht zu sehen ist weniger eine Frage des Intellekts als eine Frage des Muts; des Muts, über seinen Schatten, sprich: den selbst gesetzten Denkrahmen zu springen. Sich – ohne Netz und doppelten Boden – auch mal Blößen zu geben.

    aml zeigt diesen Mut. Bei Ihnen vermisse ich ihn. Im entscheidenden Moment (es gab mehrere solche) kneifen Sie – und geben dann Anderen die Schuld. Das sehe ich bei Ihnen leider als sich wiederholendes Muster. Für alle Beteiigten, nicht nur für Sie, ist das frustrierend.
    Wovor haben Sie denn Angst? Hier ist nicht die Kehrwoche, niemand will Ihnen hier etwas Böses.

  31. @42: Hallo Michael S.
    Schön fände ich es ja, wenn Sie dabei blieben.
    Balance zu halten, auch in schwindelnden Höhen der mit paradoxen Flip-Flops unterlegten systemischen Zirkuskuppel, das muß jemand der mitturnen mag, dann schon mitmachen wollen.
    Während der Übungs- und Trainigsphasen werden allerdings schon Netz und doppelter Boden aufgespannt. Abstürze und fortgesetzte Absturzgefährdungen indes, erweisen sich letztlich immer schon als vorprogrammiert, sofern die Erwartungshaltung zu hoch gesteckt und nicht mit dem zu erwerbenden und auszubalancierenden Können in Einklang zu bringen ist.
    Nicht vergessen, der systemtheoretische Ansatz ist immer zukunftsoffen und dient dem Erlernen der Anwendung eines bestmöglichen, kontextbezogenen Methodenspektrum.
    Und alle haben die Chance je nach Können ihre eigenen Perspektiven miteinzubringen. Korrekturen zu von Fehlern sollte man schon bereit sein, klaglos mit dem entsprechenden Respekt zu akzeptieren, um auch den amüsanten Teil im salto mortale rückwärts zu erlernen. „Lerne klagen ohne zu leiden“ (nach G.S.)

  32. @Michael S.: Da haben Sie wohl etwas missverstanden: Hier kann im Prinzip jeder mitturnen ohne den intellektuellen Absturz befürchten zu müssen. Ich habe die „Formen“ so geschrieben, dass keine Vorkenntnisse nötig sind. Alle Begriffe, deren Bedeutung vom umgangssprachlichen Gebrauch abweichen, habe ich zu definieren versucht. Ausserdem schliessen diese Definitionen aneinander an, wenn man von vorne nach hinten liest…
    Aber, da ich kein Missionar bin, dränge ich die Inhalte meines Buches niemandem auf, d.h. es bedarf einer originären Motivation des Lesers. Er muss sich das Buch kaufen (teuer, aber natürlich viel zu billig), ausleihen, klauen…
    Was nicht funktioniert, ist das, was Sie probiert haben: Über einen Text und Inhalte zu diskutieren, die man nicht kennt, bzw. zu hoffen, dass die eigenen Kommentare als so wichtig erachtet werden, dass man das Buch geschenkt bekommt (ausser vielleicht vom Weihnachtsmann – und zu der Rolle fehlt mir das Talent).
    Ich glaube fest an das elementare Recht jedes Menschen auf Ignoranz (nehme ich auch für mich in Anspruch, d.h. ich lese sogar, wenn sie mir geschenkt werden, keine Bücher, die mich nicht aktuell interessieren).

  33. @ 46 FBS
    „da ich kein Missionar bin, […] Weihnachtsmann – zu der Rolle fehlt mir das Talent“

    Eine Stellung als Missionar kann durchaus Spaß machen und als Weihnachtsmann bräuchten Sie nicht mal einen künstlichen Bart.
    Sie sind wohl mehr der gestrenge Aufklärer: Meinen Glauben an die Großherzigkeit bärtiger Systemiker haben Sie jedenfalls gründlich erschüttert.

  34. @ 48 FBS

    Stimmt! Das stellt einen großen Schritt weg von meiner Gutgläubigkeit dar. Doch ich hänge noch immer an der Vorstellung, dass ich die Zeit investieren würde, Ihr Buch zu lesen und zu kommentieren – Ihnen zuliebe -, die Geldinvestition erscheint mir allerdings zu hoch, da ich zur Sparsamkeit erzogen wurde. Wer gibt schon gern viel Geld für viel Arbeit aus? Zumal allgemein die Devise gilt: Viel Geld verdienen mit wenig Arbeit.
    „Viel“ ist natürlich relativ (insbesondere bezüglich Geld). Für den Autor und den Verleger eines Buches mit 318 Seiten sind 54 Euro relativ wenig Geld, da die Auflage und damit das Honorar bzw. die absolute Gewinnsumme relativ niedrig sein dürfte. Für den Käufer eines Buches mit 318 Seiten sind 54 Euro relativ viel Geld, weil er für vergleichbare Buchumfänge üblicherweise weniger als die Hälfte ausgeben muss. Es sei denn, es handelt sich um wissenschaftliche Grundlagen- oder Spezialwerke, die für das Fachpublikum von Universitäts- und Institutsbibliotheken bestimmt sind.
    Daher meine Anregung: Im Interesse einer weiteren Verbreitung und allgemeineren Würdigung Ihres Werks schlage ich die Produktion einer Taschenbuchausgabe oder eines E-Books oder einer CD-ROM für 19,90 Euro vor.

  35. @ 49 ERGÄNZUNG

    Im Interesse einer weiteren Verbreitung und allgemeineren Würdigung Ihres Werks SOWIE IM INTERESSE WEITERER UMSÄTZE, GEWINNE UND HONORARE schlage ich die Produktion einer Taschenbuchausgabe oder eines E-Books oder einer CD-ROM für 19,90 Euro vor.

  36. @49: Wenn Sie den Wert von Büchern am verbrauchten Papier messen, sollten Sie sich mehr mit Altpapier beschäftigen.

  37. @ 51
    Das liegt mir fern, obwohl ich Materialist bin.
    Wie würden Sie den Wert Ihres für Sie äußerst wert- und verdienstvollen Buchs beschreiben, den es für einen ideologiekritischen Skeptiker wie mich haben könnte?

  38. @53: Unbezahlbar…, durchaus mit der Bibel vergleichbar, wenn auch nicht wirklich mit dem Alten Testament. Obwohl…

  39. @ 54

    Verstehe: Sie wollen mich abschrecken (paradoxe Intervention).
    Funktioniert bei mir nicht. Ich schlage vor, dieses langweilige Geplänkel zu beenden.

  40. Hallo zusammen,
    wie empfinden Sie die Kommunikation hier in diesem Blog?
    Mich schreckt das teilweise ab hier.

  41. naja, @56 Jürgen, gemessen am Umsatz geht das hier noch relativ gesittet zu.
    Zumindest trifft sich hier der harte Kern bzw. deren Ableger, mit Leuten,
    die offenbar auch noch zwischen Besen und Stielblüten zu unterscheiden wissen.

    @50 aber, Michael S., haben Sie auch bedacht, daß mit einer Auflage als Taschenbuch – das in diesem Umfang für ein Grundlagenwerk, wenn man es als Nachschlagewerk zu gebrauchen gedenkt, auch noch einen Leinenumschlag mit Schuber bräuchte – für den Verlag unterm Strich netto vielleicht doch weniger rausspringt, wenn man die Preisbindung in Sachen MwSt. mit ins Kalkül zieht?

    Soweit mir bekannt ist, rentiert sich ein eBook verlagstechnisch mehr, trotz 19% Umsatzsteuer. Das sind durchlaufende Posten, speziell für professionelle Käufer.
    Und man kann auch besser irgendwelche Passagen rauskopieren, anstatt alles immer wieder neu zu tippen.

    Aber ich hab’s ja nicht so mit der Steuer. Und denk bei der Bibel eigentlich immer an
    „Ich weiß, daß mein Vollstrecker lebt“.

  42. @54 FBS, was haben Sie eigentlich gegen das Alte Testament, so spontan mein ich?
    Dort stehen doch schließlich genügend Sauerein drin, die wir uns im Gymnasium genüßlich reinzogen während des Religionsunterrichts, der dann ausgerechnet z.B. für SA 6. Std. angesetzt war, wenn wir nicht gerade Griechisch oder Latein hatten.

  43. Liebe aml, ich verstehe Ihr Bedürfnis, es ist mir sehr sympathisch.
    Leider wird auch dieser Ihr Beitrag wieder mit irrelevanten Sermons, die nur der Selbstdarstellung dienen, breitgetreten werden. Mir vergeht hier die Lust. Schade.

  44. @ 71 amI
    mein „verstehe“ @70 war vielleicht etwas zu voreilig und deshalb auch mißverständlich.
    … darüber muß ich nachdenken.

    Eines kann ich aber nur ganz sicher sagen:
    (Auf den verlinkten Film bezogen bzw. aus welcher Rolle auch immer man Selbstachtung zu schöpfen gedenkt)
    Tom Cruise?
    never ever

  45. @ amI
    Nein, das war ein großes Mißverständnis,
    wie mir überhaupt eine Fülle von Mißverständnissen in meinem Leben
    begegnet sind, die ich so niemals zu (alb)träumen gewagt hätte.

    Radikale Fehleinschätzung durch Andere mag zum einen beflügeln,
    zum anderen unglaublich verletzen und niederschmettern.
    Und zurück bleibt dann immer die bange Frage:
    Wie konnte ich mich eigentlich in meinem Gegenüber derart täuschen?

    In diesem Satz wage ich Ihnen klar und entschieden zu widersprechen:
    „(Fast) „Alle“ wollen immer „gewinnen“.“

    … und stelle dagegen:
    Es kommt darauf an, wen sie fragen …

    https://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=75764

  46. @76: Gratuliere Ihnen, amI …
    somit haben Sie alle(s) erreicht, was und wohin Sie wollten
    …mal abgesehen davon, daß Sie vielleicht den Zug verpasst
    oder auch das Thema @2.1 fbs verfehlt haben könnten …
    aber Ihren Tag zu erhellen, das soll, kann und wird nicht meine Sorge sein

    wieso auch?
    und wozu?

    😉

  47. ich gehe zurück zu dem Begriff „coupling“.
    Für mich ist hier wichtig,
    daß dieses coupling zwischen unterschiedlichen Phänomenbereichen geschieht;

    der Organismus definiert sich im Phänomenbereich „Materie“ – Moleküle …
    die Psyche definiert sich im Phänomenbereich „Denken/Fühlen“ – bewusst/ unbewusst..
    das soziale System definiert sich im Phänomenbereich „soziale Kommunikation“ – sozial wahrnehmbares Verhalten ..sprechen, tun – bewusst/ unbewusst

    Das coupling funktioniert nur wenn „Kupplungen“ auf jeder Seite vorhanden sind,
    damit angedockt werden kann.

    Erste lebenswichtige, Kupplungen zeigen sich zu Beginn unseres Lebens wenn wir das Nest im Bauch der Mutter verlassen müssen, ausgetrieben werden.
    Das Baby sucht mit Kopfbewegungen, mit dem Mund, fühlt
    (Psyche gekoppelt mit seinem Organismus)
    und dockt an der Mutterbrust, an diesem rosa Klingelknopf an …
    (Zitat frei nach Fritz B.)

    Dieses Andocken, koppeln mit dem Organismus, koppeln mit der Psyche, soziales Koppeln, Verhalten ..

  48. und mir ist wichtig,
    zu definieren wie die Kupplungen gebaut/ emergieren müssen, um zu funktionieren.

    Organismus – Psyche
    Koppelung im Hypothalamus
    Koppelung über Geschmacksrezeptoren
    …..

    Organismus – Soziales
    Koppelung über die Augen
    ….

    Psyche – Soziales
    Koppelung über Information

    Mit Koppelungen werden Konstrukte gebildet, neu oder erinnert …

  49. @80: Ich bin in Fragen der Allergologie zwar absolut kein Experte, aber da Allergien meist durch hypnotherapeutische Techniken beeinflussbar sind, scheint es mir durchaus möglich. Psychische Muster sind mit körperlichen Funktionsmustern gekoppelt, unterschiedliche psychische Muster mit unterschiedlichen körperlichen Mustern…

  50. @80 und @83

    betr. Allergologie.
    Diese Geschichte ist durchaus plausibel, wie man am Verlauf einer Vielfalt an allergologisch basierten Erkrankungen zeigen kann.
    Manche kriegen in derangierten streßreichen Phasen Pickel bzw. eine Exazerbation einer Psoriasis oder auch gastrointestinaler Beschwerden bei M. Crohn, Colitis ulcerosa u.v.a. mehr.
    Man kann Psyche und Physis niemals trennen. Ob ich ein Symptom psychologisch oder physiologisch angehe, bleibt lediglich ein Frage der beobachtenden und beschreibenden Methode bzw. dem gelungenen Mix in Anwendung unterschiedlicher, teils völlig abwegig erscheinender Methoden.

    Und nein, die Systemtheorie ist nicht lebensfremd, sondern faßbar und real.
    Auch wenn man sie – aufgrund der intellektuell allzu zugespitzten Begrifflichkeiten gelegentlich beispielhaft etwas aufbrezeln muß.

    …. und in der Kunst mit Meisterschaft passiert dann eben so was.
    Zehn Jahre ist es jetzt schon her, daß er nicht mehr konnte …

    https://www.youtube.com/watch?v=8CrOL-ydFMI

  51. @91 Liebe aml, ich habe dieses Blog nicht so verstanden, dass nur FBS auf Fragen antwortet, sondern als Diskussionsplattform rund um seine Gedanken/Ideen/Definitionen im Formen-Buch.
    Ich lese Ihre Beiträge sehr gern, bin jedoch – wie vielleicht einige andere – aus diversen Gründen noch etwas vorsichtig mit eigenen. Machen Sie bitte so oder so weiter, da ist viel Nachdenkenswertes in dem, was Sie liefern.
    Gruß – GP

  52. @93 Danke, liebe aml, für dieses wie ich finde sehr ehrliche und aus meiner Warte betrachtet mutige reply. Um – wie Sie – beim Thema zu bleiben und ff’s Terminologie einzubauen, lässt sich strukturelle Kopplung auch als Tanz begreifen oder, wie ich sagen würde, als Rhythmisierung in verschiedenen Systemzuständen (wenn wir auch strukturelle Kopplung aus System begreifen wollen, was ich nicht nur aus Anschauungsgründen tue).
    Ihre Beiträge öffnen vermutlich nicht nur mir die Möglichkeit, sehr, sehr vor- und umsichtig über psychologische Disposition, wahrgenommene und sich präsentierende Person und dann über Kommunikation an einem speziellen Beispiel nachzudenken. Dafür meinen Dank. Der Tanz, den wir erwarten und der Tanz, den wir bekommen, sind zwei verschiedene Dinge, und doch spielt die Erwartung selbst dabei eine wichtige Rolle.

  53. ansonsten dürfte – auch bezüglich es Verlaufs dieses Blogs zumindest weitestgehend gelten:
    Wer sich wo anzukoppeln vermag oder auch nicht, bzw. – je nach Voereingestimmtheit und aktueller Stimmungslage, dies auch fortan möchte oder auch nicht …
    oder vielleicht auch in ganz anderer Form, z.B. auch unter neu interpretierte Konditionen der Laws of Form, mag sich entscheiden, dies zu tun – in welcher Form auch immer…
    https://www.youtube.com/watch?v=E4agkiTNA0M

  54. @95 Liebe aml: Vielen Dank und alles Gute. Ihre Beiträge waren für mich eine Erfrischung und immer wieder Ausblick in freundliche und tiefgründige Gefilde.
    Herzlich
    GP

  55. … um dann im Rahmen von Entkopplungen bzw. erweiterten Kopplungen bei einem ganz anderen Verlag zu landen, sich aber dennoch vielleicht in grundlegenden Fragen einig werden zu können?
    http://wissenschaft-medien.com/wp-content/uploads/2014/05/Paal-Was_ist_schoen_Einleitung.pdf

    Betrifft u.a. – wie schon immer -Watzlawick:
    „Man kann nicht nicht kommunizieren …

    Eine Kopplung ist stets auch eine Form der (Ver)-Bindung. Und an dieser Stelle kann auch eine äußerst unzuträgliche einseitige Abhängigkeit entstehen, in Abhängigkeit auch von der zugrundeliegenden Vertragsgestaltung.
    Insofern, eine Verlagsbindung kann – wie jegliche Bindung – zum einen eine Verlegenheitsbindung sein, die unter – wie eine Vielfalt zwischenmenschlicher Partnerschaften mit vertraglich avisierten Bindungen- unter Prämissen von „sicherstellen und weitersuchen“ geschlossen werden …
    Allzuoft erweisen sich derartige Ansätze in der Regel doch als Trugschluß, zumal im Zusammenhang mit Kopplungen -gemäß Watzlawick unter „immer mehr desselben“ auch bekannt sein dürfte, da der Wunschgedanke eine bereits existentes, nahezu perfektes Werk nochmals übertreffen zu wollen, das nächste Werk nicht zwangsläufig verbessert.
    Es kann im Gegenteil sogar noch schlechter werden.

    Fragt sich nur, wer oder was ist nun eigentlich daran schuld?

    🙂

  56. „Was ist der Unterschied?
    Entscheiden heißt Berechnen. Wenn wir über das „Entscheiden“ sprechen, können wir quasi bis auf die Wurzel dieses Baumes gehen und sehen, was am Anfang gesagt wurde – warum diese Entscheidung getroffen wurde. Wählen kann aber psychologisch begründet sein, weil wir uns dabei gegen Wahrscheinlichkeiten entscheiden.
    Was heißt das?
    In einem offenen System können wir Menschen erkennen, welche Informationen relevant sind und welche nicht. Picasso sagte dazu: Maschinen sind nutzlos, weil sie dir nur Antworten geben. Menschen dagegen können Fragen stellen.“

    https://www.t-online.de/digital/id_84608154/garri-kasparow-im-interview-von-ki-kann-die-gesamte-menschheit-profitieren-.html

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