2.2 fbs

Das kann auch konkret als materielles Zerteilen geschehen: Wenn man sich als Heimwerker, zum Beispiel, ungeübt im Umgang mit der Kreissäge einen Finger absägt, dann hat man aus einer Einheit (Raum, Zustand oder Inhalt = eigener Körper) zwei Einheiten gebildet, wodurch die eine Einheit zu einer Umwelt bzw. dem Bestandteil einer Umwelt/des Kontextes wird (eigener Körper vs. Kontext = eigener Finger, vgl. 2.2.1), und es bedarf der Fähigkeiten und „Operationen“ eines Chirurgen, um diese zwei Einheiten wieder zu einer Einheit zusammenzunähen (=zusammengesetzte Einheit vgl. 7.2.2). Allerdings reicht dies – um im Beispiel zu bleiben – nicht aus, denn es müssen auch innerhalb dieser zusammengestückelten Einheit Prozesse stattfinden, die für die Wiedervereinigung beider Teile sorgen (und dass Wiedervereinigungen komplexe Prozesse sind, die nicht durch das schlichte mechanische Zusammenschrauben erledigt sind, weiss seit 1990 jeder – zumindest jeder Bewohner Deutschlands).

Was hier blutrünstig am Beispiel der Effekte einer Kreissäge illustriert ist, kann auch geistig vollzogen werden, d.h. es kann im Prinzip auch kognitiv zwischen dem eigenen Körper und dem eigenen Finger unterschieden werden. Wer das tut und obendrein keine Lust mehr hat, mit seinem Finger weiter zusammenzuleben, hat die Möglichkeit, ihn entweder einfach zu ignorieren (vgl. 2.2.5.1) oder, wenn das nicht ausreicht, ihn abzuhacken (das geht mit anderen Körperteilen natürlich auch).

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