2.2 fbs

Das kann auch konkret als materielles Zerteilen geschehen: Wenn man sich als Heimwerker, zum Beispiel, ungeübt im Umgang mit der Kreissäge einen Finger absägt, dann hat man aus einer Einheit (Raum, Zustand oder Inhalt = eigener Körper) zwei Einheiten gebildet, wodurch die eine Einheit zu einer Umwelt bzw. dem Bestandteil einer Umwelt/des Kontextes wird (eigener Körper vs. Kontext = eigener Finger, vgl. 2.2.1), und es bedarf der Fähigkeiten und „Operationen“ eines Chirurgen, um diese zwei Einheiten wieder zu einer Einheit zusammenzunähen (=zusammengesetzte Einheit vgl. 7.2.2). Allerdings reicht dies – um im Beispiel zu bleiben – nicht aus, denn es müssen auch innerhalb dieser zusammengestückelten Einheit Prozesse stattfinden, die für die Wiedervereinigung beider Teile sorgen (und dass Wiedervereinigungen komplexe Prozesse sind, die nicht durch das schlichte mechanische Zusammenschrauben erledigt sind, weiss seit 1990 jeder – zumindest jeder Bewohner Deutschlands).

Was hier blutrünstig am Beispiel der Effekte einer Kreissäge illustriert ist, kann auch geistig vollzogen werden, d.h. es kann im Prinzip auch kognitiv zwischen dem eigenen Körper und dem eigenen Finger unterschieden werden. Wer das tut und obendrein keine Lust mehr hat, mit seinem Finger weiter zusammenzuleben, hat die Möglichkeit, ihn entweder einfach zu ignorieren (vgl. 2.2.5.1) oder, wenn das nicht ausreicht, ihn abzuhacken (das geht mit anderen Körperteilen natürlich auch).

2 Gedanken zu “2.2 fbs

  1. interessant, die Geschichte mit der Kreissäge und dem abgesägten Finger.
    Ein keineswegs seltener Fall, der in den allermeisten Fällen als ein Un-Fall zu betrachten ist.

    Diese Geschichte gehörte nämlich 1979 zu den Fragen, die mir im mündlichen Staatsexamen, von einem der damaligen – zur Abnahme von mündlichen Staatsexamina ermächtigten – chirurgischen Oberärzte gestellt wurden.

    1) Was ist zu tun und auch zu raten, aus Sicht eines Operateurs?
    2) Was wäre zu tun, aus Sicht des Ersthelfers, der zufällig als Beobachter 1. Ordnung vor Ort weilt?
    und
    3) Was kann man definitiv (und getrost) vergessen im weiteren Vorgehen angesichts einer derartigen Konstellation?

    Ich gehe davon aus, daß die Allermeisten fuchsteufelswild auf die Barrikaden gingen, wenn zu 3) folgende Antwort käme:

    „Das war der Stinkefinger, den kann man unbedenklich und ungesehen entsorgen.
    Das hab ich so gelernt, denn das hat uns unser(e) Lehrer(in) beigebracht. So stand das auch in unserer Fibel in der Grundschule und den weiterführenden Schulen bzw. auch im Bibliotheks-User-Handbuch an der Uni“.

    Noch Fragen?

  2. @1: Ja, ist das nicht schön?
    speziell als flash mob …
    https://www.youtube.com/watch?v=ZxUmq2tOQ2Q

    Chemnitz und Dresden dagegen,
    könnte man nach Leipzig ein und Leipzig glatt vergessen.
    Das war vor sieben Jahren,
    und es ist zwischenzeitlich ziemlich viel passiert.
    Aber ich muß gestehen, bin immer noch ein ziemlicher Fan von Flashmobs,
    egal wo

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