2.2.3 Der Raum, Zustand oder Inhalt auf der Innenseite der Einheit lässt sich durch mindestens ein dort (=innen) verortetes Merkmal (= definierendes Merkmal) charakterisieren, das auf der Außenseite (=außen) nicht zu finden ist.

Das könnte man auch rumdrehen und der Außenseite ein definierendes Merkmal zuschreiben, das auf der Innenseite fehlt bzw. nicht zu beobachten ist. Letztlich handelt es sich um eine Konvention, welche Seite man als innen oder außen betrachten will.

Generell aber kann gesagt werden, dass die Zuschreibung von Merkmalen immer auch ein Aspekt der Zuschreibung bzw. Konstruktion von Identität ist. Identität ist daher keine Eigenschaft, die ein
Gegenstand besitzt, sondern ein Merkmal, das ihm von einem Beobachter
zugeschrieben wird (das gilt dann auch für die Selbstbeobachtung
des Beobachters und seine persönliche Identität, zu der weiter unten noch vieles gesagt werden kann und muß).
In der Interaktion mit den Gegenständen in der Umwelt, entwickeln
und verändern sich die internen Strukturen des jeweiligen kognitiven
Systems. Die internen Muster der biologischen Prozesse,
der Relationen der aktivierten Sensoren, organisieren sich – angeregt,
aber nicht determiniert – durch den Zusammenstoß mit den Objekten
neu (oder eben auch nicht, d. h. eine alte „Erkenntnis“ wird de facto
bestätigt).

Zur Physiologie dieses Prozesses siehe unten das Zitat von Maturana und Varela .

 

Literatur:

„One of the fundamental functions of ‚mental‘ processes is to distinguish. We distinguish objects by certain characteristics, which aur usually expressed by adjectives.“

Korzybski, A. (1933): Science and sanity. New York (Int. Non-Aristotelian Library) 5. Aufl. 1993, S. 56.

[Der Beobachter 2. Ordnung] „sieht, dass die Sensoren eines
Tieres (z. B. einer Katze) durch einen sichtbaren Gegenstand (z. B. einen
Vogel) modifiziert werden. Die Sensoren verändern sich durch physikalische
Interaktionen, nämlich die Absorption von Lichtquanten.
Das Tier wird durch seine Interaktionen mit den Relationen modifiziert,
die zwischen den aktivierten Sensoren bestehen, welche die Lichtquanten
an der sensorischen Oberfläche absorbiert haben“

Maturana, Humberto, Francisco Varela (1970): Biologie der Kognition. In: H. Maturana
(1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit.
Braunschweig (Vieweg), S. S. 39.




5 Gedanken zu “2.2.3 Der Raum, Zustand oder Inhalt auf der Innenseite der Einheit lässt sich durch mindestens ein dort (=innen) verortetes Merkmal (= definierendes Merkmal) charakterisieren, das auf der Außenseite (=außen) nicht zu finden ist.”

  1. Sieht die Katze einen Vogel, bestätigt sie sich, also ihrem eigenen Beobachter, ihre Katzenidentität, indem sie versucht, ihn zu fangen – falls sie nicht gerade eine Vollmeise hat.

  2. Vollmeise klingt schon mal gut …
    Vor allem dann,
    wenn man versuchen möchte, Katzen im Allgemeinen einen etwas gepflegteren Umgang mit Vögeln beizubringen…

    alla hopp
    un pro sit …

    🍺 🦆, 🍯

  3. Whiskas verdirbt Katzen den gepflegten Appetit auf Vögel. Wussten Sie übrigens, dass Whiskas von ­»whiskers« kommt. Dieses Blog könnte somit auch „Simons Schnurrhaare“ heißen.

  4. … da könnte man ja grad auf ein paar blöde Gedanken 🤔 kommen, z.B.
    wie man zum Schnurr-Bart 🧔 flechten denselben auch noch en passant
    im Überstand zum Hochzwirbeln bringen könnte, vice versa gedacht,
    Dies aber nur sofern zusätzlich noch rezensiernd-rezessives Narrativ für einen X-beliebigen Klappentext vonnöten wäre …

    Denn auch unter „Bart ab“ scheint die Welt in und aus dem Buch heraus mit unerwarteten Wenden sowie Halsen à la Kater Murr in und durch Wandlungsgänge hindurch
    – PS-gestiefelt auch ohne stählerne Wankelmotoren-Unterstützung –
    noch nicht so ganz verloren …

    https://www.sueddeutsche.de/kultur/nathaniel-rich-losing-earth-rezension-1.4498206?utm_source=pocket-newtab

  5. @4: Schnurrdiburr, das Katertier, ist ein echter Kavalier. Hockt getreulich vor dem Garten, meine Heimkehr zu erwarten, schnurrt, wo ich auch geh und steh, weil ich Katzen-Deutsch versteh. Schwänzchen wedeln heißt: “Hurra!” Buckel krümmen aber: “Na!” Und was heißt wohl Pfötchen krallen? “Das lass ich mir nicht gefallen.” Schnurrt der Kater, dann ist’s gut. Knurrt er, das bedeutet: Wut.

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