2.2.6 fbs

Auch Gott hat – manchen religiösen Traditionen zufolge – mal als Beobachter angefangen, d.h. unterschieden und bezeichnet: „Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Da sprach Gott: »Es werde Licht!« Und es ward Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Da trennte Gott Licht von der Finsternis.“

Als Beobachter musste also auch Gott erst mal das Licht anschalten, damit er etwas sieht, ist ja nicht so erstaunlich. Und dann machte er das, was jeder menschliche Beobachter auch macht, wenn auch – wahrscheinlich im Gegensatz zu Gott – nicht bewusst: Er teilt einen Bereich, in dem er etwas sehen kann (=Licht/markierter Raum, Zustand oder Inhalt) von dem Bereich, in dem er nichts sehen kann (=Nacht/unmarkierter Raum, Zustand oder Inhalt). Allerdings ist hier anzumerken, dass er, noch bevor er das Licht anknipsen und dann mit der Teilungsprozedur – Land/Wasser usw. – fortfahren konnte, schon zwischen sich und der wüsten und leeren Urflut unterschieden haben musste, und es stellt sich die Frage, ob das eine gute Idee war…

5 Gedanken zu “2.2.6 fbs

  1. „Allerdings ist hier anzumerken, dass er, noch bevor er das Licht anknipsen und dann mit der Teilungsprozedur – Land/Wasser usw. – fortfahren konnte, schon zwischen sich und der wüsten und leeren Urflut unterschieden haben musste…“

    Das sehe ich eindeutig anders.
    Die Bibel sagt ja nicht: „GOTT schwebte über den Wassern“ bzw. über der unbestimmten (nicht: leeren) „Urflut“, sondern: der „GEIST Gottes schwebte…“
    Das heißt für mich: er konnte und musste gar nicht zwischen sich (Gott) und dem Rest unterscheiden, weil es ihn noch gar nicht gab. Er konstituierte sich als „Gott“ erst im Akt des Lichtanknipsens, also der ersten Beobachtung.

    (ich poste das hier noch mal – in leicht veränderter Form – weil mein gestriger Beitrag offenbar in der Urflut untergegangen ist)

  2. Ach Gott 🙂

    und ich sehe selbst das wieder anders

    Jetzt habe ich mir doch tatsächlich -mitten in der Nacht- die illustrierte Luther-Bibel-Ausgabe meiner Großmutter aus der Württ. Bilbelanstalt, Stuttgart 1929 rausgeholt
    (Näheres zu dieser vom Evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text
    -vor allem zur Genehmigung- später)

    Also wenn schon, denn schon und
    dann aber bitte gleich nochmal ganz von vorne …
    und nicht gleich bei 2 bzw. 3 -unterschiedslos – anfangen

    Am besten -der Übersicht halber- beginnend mit dem Index der Bücher

    I. Die Bücher des Alten Testaments
    1) Das 1. Buch Mose

    [NB: in Klammern unten steht, wo die einzelnen Bibel-Zitate -neben 1. Mose – Kapitel 1-
    sonst noch zu finden und nachzuschlagen wären.]

    „1. Mose – Kapitel 1
    Die Schöpfung: Sechstagewerk

    1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
    (Johannes 1.1-3) (Apostelgeschichte 17.24) (Hebräer 11.3) (Offenbarung 4.11)

    2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

    3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
    (Psalm 33.9) (2. Korinther 4.6)

    4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis

    5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.
    Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

    Bereits anhand dieses Index geht hervor, daß Gott -wie alle, die unmittelbar ihre Kreativität entfalten und als Operator erst einmal anfangen zu arbeiten- zuallererst einen Unterschied zwischen Himmel und Erde gesetzt (= „erschaffen“) hat.

    Und dies vermutlich erst einmal völlig betriebsblind und völlig allein
    denn er hatte schließlich ja noch kein Licht …
    und der Geist kommt auch erst nach Beobachtung der wüsten Erde

    🙂

  3. wußt ich’s doch, daß das mal wieder keine Sau liest …
    was soll dann dieser Standalone Müll hier,
    mit dem Auftrag
    ‚publish or perish‘ im Kreuz?

    Die eigentliche Riesensauerei ist,
    daß für Neulinge/Frischlinge und sonstige Konsorten
    trotz aller Offenheit gegenüber WUTZen
    am Ende doch kein Platz mehr bleibt …
    außer Aaaaaaaaaa men

  4. @2.2.6 > 2+3: Hab’s gelesen und verstanden: „ich seh das ANDERS…“

    Tja, ist auch nicht anders möglich sobald (formloses) „Bewusstsein“ (was immer das ist [mit allen Submodalitäten wie Aufmerksamkeit etc.]) „Form(en)“ annimmt (Unterscheidungen trifft)

    @2.2.6 > 1: „Er konstituierte sich als „Gott“ erst im Akt des Lichtanknipsens, also der ersten Beobachtung.“

    Hmm… Mir scheint, dass „Gott“ erst durch das „Lichtanknipsen“ (und den dadurch möglich werdenden Formen d.h. „sichtbar-werdende-Unterscheidungen“) etwas von sich preis gibt, d.h. etwas von Gott in den (in Raum und Zeit entwickelnden) Formen beobachtbar wird. GOTT selbst dagegen bleibt für Menschen (gleichgültig wie „erleuchtet“ einer glaubt zu sein) unsichtbar (unbeobachtbar): „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ 2.Mose 33,20)

    @2.2.6 > „Auch Gott hat – manchen religiösen Traditionen zufolge – mal als Beobachter angefangen, d.h. unterschieden und bezeichnet“

    Zustimmung. Beobachtbarkeit setzt Unterscheidbarkeit und Unterscheidbarkeit (Selbst-)Bewusstsein (das in sich nur sofern unterscheidbar, „sich seiner selbst bewusst“ werden kann > siehe Gott als Einheit in Dreiheit) voraus.

    Sehr poetisch: M.Buber / Rosenzweig Übersetzung von 1.Mose 1,2: „Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser“

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