5 Gedanken zu “2.3.1

  1. 2.3.1 Ich verstehe nicht, warum Bezeichnen eine 2. Unterscheiden ist. Weil das 1. Unterscheiden keinen Begriff gebraucht bzw. benötigt, sondern „nur“ eine Feststellung, dass da etwas geteilt wird?

  2. @1: Es ist nützlich das Bezeichnen (indication) als 2. Unterscheiden vom 1. Unterscheiden (distinction) zu trennen, da beide Bereiche unterschiedlicher Materialität und unterschiedlich strukturiert sein können. Um das bekannteste Beispiel zu verwenden: Das Wort „Wiener Schnitzel“ auf einer Speisekarte hat andere Merkmale der Unterscheidung als ein auf dem Teller liegendes paniertes Kalbschnitzel. Und die Art und Weise, wie man Worte behandelt, um sie genießbar zu machen, unterscheidet sich von der Art und Weise, wie Kalbschnitzel genießbar gemacht werden.
    Die getrennte Betrachtung ist notwendig, weil z.B. Texte einer anderen Logik folgen als Lebensprozesse. Speisekarte und Speise zu verwechseln ist riskant.

  3. @2: „… Die getrennte Betrachtung ist notwendig, weil z.B. Texte einer anderen Logik folgen als Lebensprozesse. Speisekarte und Speise zu verwechseln ist riskant.“

    Apropos Lebensprozesse. Bitte entschuldigen Sie, falls ich da jetzt etwas komplett durcheinander bringe. In einem Youtube-Video „Was ist Systemtheorie“ erwähnen Sie fast am Schluss, dass Sie es höchst problematisch finden, biologische Modelle direkt auf Organisationen zu übertragen.

    Hat dies mit dem von Ihnen hier Erwähnten zu tun oder ist etwas anderes problematisch daran? (Was denn genau, bitte?)

  4. @3: Das Konzept der Autopoiese, das die neuere Systemtheorie verwendet (ich auch), stammt zwar aus der Biologie, ist liefert aber nur ein abstraktes Prozess-Schema, d.h. es beschreibt die Gestalt von Prozessen in unterschiedlichen Phänomenbereichen (Organismus, Psyche, soziale Systeme).

    Es ist aber nicht, wie das ja auch gelegentlich gemacht wird, der Versuch, soziale Prozesse durch die Biologie der Mitglieder zu erklären. Und es handelt sich auch nicht eine Analogie zwischen Körper und Organisation im Sinne von „der Vorstand des Unternehmens ist der Kopf, die Arbeiter sind die Hände“ usw.

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