2.3.5 Räume, Zustände oder Inhalte, denen nicht dasselbe definierende Merkmal bzw. nicht dieselben definierenden Merkmale zugeschrieben werden (=Außenseite des 1. Unterscheidens), sollen als unterschiedlich bezeichnet (=2. Unterscheiden) werden.

Deswegen kann man bekanntlich nicht zweimal in denselben Fluß steigen, oder, wie Bateeson es formulierte, zweimal zum ersten Mal mit demselben Mädchen (bzw. – meine Ergänzung – demselben Jungen) ins Bett gehen. Die Sache ist aber noch komplizierter, denn man ist einfach nicht zweimal derselbe, d.h. wenn alle Merkmale, die ein Mensch aufweist bzw. ihm vom Beobachter zugeschrieben werden, dieselben sein müssen, um Identität zuzuschreiben, dann sind einfach im Laufe der Zeit einige auf der Außenseite der Unterscheidung gelandet bzw. zu verorten…

Die Ausstellung von „Identity Cards“ oder ähnlichen Personalausweisen begnügt sich daher aus praktischen Gründen mit nur wenigen Merkmalen: Passbild, Name, Augenfarbe, Größe, Geburtstag und -ort. In Zukunft werden dann nicht nur Fingerabdrücke und DNA-Merkmale, biometrische Fotos etc.  hinzukommen, so dass es immer schwerer wird, seiner vermeintlichen Identität zu entkommen.

 




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