6 Gedanken zu “2.4.5

  1. Das Wort „können“ meint hier was genau?
    Und wenn Unterscheiden und Bezeichnen identisch sind, kann man dann noch sinnvoll von „bezeichnen“ sprechen? und wenn ja – wie kann man das? Welche Operation hast Du im Sinn?

  2. @ 1
    LoF
    „1 Die Form
    Wir nehmen die Idee der Unterscheidung (distinction) und die Idee der Bezeichnung (indication) als gegeben an, und daß wir keine Bezeichnung vornehmen können, ohne eine Unterscheidung zu treffen. Wir nehmen daher die Form der Unterscheidung für die Form“

    Was bedeutet das? (im Anschluß an 2.4.3 Sinn/Bedeutung)
    Ein Ding ist das, was es ist und geichzeitig das, was es nicht ist.

    Und diese Differenz bildet wiederum in sich eine Einheit und verweist gleichzeitig zurück auf den Vorgang des Unterscheidens und Bezeichnens sowie auf die Person, die diese Unterscheidung / Bezeichnung getroffen hat.

    Eine solche Aussage erscheint zwar paradox, ist es aber nicht wirklich. Zumal Unterschieds–Erkennen zum einen die conditio sine qua non jedweder Wahrnehmung ist (physiologisch gedacht).

  3. Zum anderen den Prozeß der Differenzierung -unter Bildung spezifischer Bewegungmuster – antreibt.

  4. 2.4 Unterscheiden vs. Bezeichnen: Die definierenden Merkmale des Unterscheidens und Bezeichnen sind in der Regel (das heißt, es gibt Ausnahmen) nicht identisch, das heißt, sie dürfen nicht verwechselt werden.

    Ich frage nach den Ausnahmen, weil ich nicht in Kategorien des „Bezeichnens“ denke, zumindest nicht primär. Aber man kann den Ausdruck „bezeichnen“ auch in einem erweiterten Sinne gebrauchen, ebenso wie man sich zu einem Zeichen einen „Hof“ an Bedeutung dazu denken kann. Bloß sollte man die selbst erzeugte Konstruktion in der Theorie nicht vergessen; das macht das Hantieren mit einer solchen Theorie m.E. äußerst komplex (die eigene Beobachtung der Beobachtung immer mitgedacht …).

    Ausnahmen sind hier also was? Würdest Du (Fritz) es in einem Entwicklungsverlauf sehen …

  5. @1: Wenn ich z.B. von A nach B gehe, dann habe ich zwischen diesem Weg und allen anderenen möglichen Wegen, die ich nicht genommen habe, unterschieden. Und im Gehen des Weges habe ich den Weg auch bezeichnet.

    In einem Artikel seines Buches „Kybernetik und Gespenster“ erklärt Italo Calvino (aus Anlass einer Ausstellung von Landkarten in Paris), dass früher Landkarten Erzählungen waren, die einen Weg beschrieben habe, d.h. eine Menge von Anweisungen, welcher Weg an welcher Anzweigung zu wählen ist usw.

    Das Zeichnen von Landkarten kann als Ausdifferenzierung bzw. Trennung von Unterscheiden und Bezeichnen betrachtet werden, was – wenn man den Weg kennt und wählt – noch als nicht-zusammengesetzte Einheit betrachtet werden kann.

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