2.6.3 Beobachtungen, die nicht erinnert werden, sind vergessen.

Das Gedächtnis ist nicht als Speicher von Daten zu verstehen, sondern als Prozessmuster des Sich-Erinnerns. Und wenn nicht erinnert wird, so gibt es auch kein Gedenken an das, was erinnert werden sollte/müßte/könnte. Anders als in der Speichermetapher suggeriert, sind die Inhalte des Gedächtnisses auch keine Informationen, die irgendwie oder -wo gelagert sind, sondern sie bedürfen der Aktivität des Sich-Erinnerns, d.h. das Prozessmuster, das eine Erinnerung bildet, muss erneut in Aktion gesetzt werden. Erinnern ist Wiederholen. Daher stellt sich auch die Frage, ob es in Therapien (z.B.) sinnvoll ist, traumatisierende Erlebnisse zu reaktivieren, um sie zu „bearbeiten“, statt sie dem Vergessen zu überlassen…




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