20.6.3 Wenn ein menschlicher Organismus (=Körper) das mit ihm fest gekoppelte psychische System (=Bewusstsein) beobachtet, dann fungieren psychische Ereignisse/Prozesse als 1. Unterscheiden (=distinction) und damit gekoppelte körperliche Ereignisse/Prozesse als 2. Unterscheiden (=indication).

Ein mir bekannter Coach, der mit Top-Führungskräften arbeitet, die manchmal One-up-manship praktizieren, d.h. ihrem Gegenüber erst einmal zu zeigen versuchen, wer denn eigentlich das Sagen in der Beziehung hat bzw. wer oben und wer unten ist – ein Beziehungsangebot, das man generell nur in besonderen Fällen annehmen sollte, aber als Coach auf keinen Fall -, verwendet folgenden Trick: Wenn immer er das Gefühl hat, der andere stelle sich über ihn, so sagt er ganz kühl und feststellend: „Sie schwitzen ja!?“

Da er das macht, auch wenn sein Gegenüber nicht schwitzt, sondern ist es nur ein ziemlich gemeiner Schachzug in einem Machtgerangel; daher schauen wir uns lieber an, wie denn das Schwitzen zu deuten wäre, wenn es wirklich stattfände: In der Sprache unserer Theorie der Beobachtung [als Kopplung zweier Unterscheidungen] kann das Schwitzen folgendermaßen gelesen werden: das Schwitzen (2. Unterscheidung/indication – körperliche Reaktion) kann als Indiz dafür interpretiert werden, dass der Schwitzende Top-Manager psychisch  (1. Unterscheidung/distinction) nicht so cool – das Gegenteil von Ins-Schwitzen-Geraten – ist, wie er tut.




2 Gedanken zu „20.6.3 Wenn ein menschlicher Organismus (=Körper) das mit ihm fest gekoppelte psychische System (=Bewusstsein) beobachtet, dann fungieren psychische Ereignisse/Prozesse als 1. Unterscheiden (=distinction) und damit gekoppelte körperliche Ereignisse/Prozesse als 2. Unterscheiden (=indication).“

  1. gute Methode,
    jmd. in den Schwitzkasten zu nehmen …

    Vermutlich findet sich die poetische Fahrrinne
    dann auch ziemlich leicht, aus en passant eingestreuten
    Floskeln wie … von der Stirne heiß, rinnen muß der Schweiß,
    oder so ähnlich.

    Praktisch auch, sofern es sich um die verlorene Form dreht,
    wie sie sich u.a.a. allzuoft in den entsprechenden Unternehmens-
    Philosophien aufspüren läßt, bei denen dann doch mittlerweile
    das systemische Vokabular in allzu überbordendem Maße Einzug
    gehalten hat.

  2. Schwitzen ist gesund! Schweiß kühlt den Organismus, während er aus den Poren brodelt, und die nebenbei freigesetzten Sexuallockstoffe (Pheromone) irritieren den maskulinen Coach derart, dass er entkräftet zu Boden sinkt und zu allem bereit ist.

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