21.8 Funktionen, die das soziale System (=Kommunikationssystem) nicht eigenständig erbringen kann (wahrnehmen und agieren), übernehmen seine Mitglieder bzw. deren Bewusstsein (=psychische Umwelten des Kommunikationssystems).

Wenn soziale Systeme als Kommunikationssysteme definiert werden und ihre Elemente als Kommunikationen, so wird nicht „der Mensch“ aus ihnen ausgeschlossen (wie manche Kritiker behaupten oder befürchten), sondern er wird lediglich an anderer Stelle verortet. Das Bewußtsein (=Psyche) wird wie der Organismus zur relevanten Umwelt des sozialen Systems, ohne die Kommunikation nicht stattfinden könnte. Denn es ist eine der Funktionen psychischer Systeme wahrzunehmen und zu fühlen. Wenn die nach innen oder außen gereichteten Wahrnehmungen der Mitglieder eines Systems nicht in die Kommunikation gebracht (thematisiert) werden, so existieren sie für das soziale System nicht, denn es kann nicht autonom – ohne die sensorischen Fähigkeiten ihrer Mitglieder – wahrnehmen. (Ob es allein denken kann, darüber kann man sich streiten – denn Kommunikation funktioniert weitgehend analog zu den Denkprozessen von Individuen, nur dass die Ideen und Gedanken unterschiedlicher Individuen aneinander anschließen statt allein die eines einzelnen Menschen aneinander).




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