22.5 Funktionen des Bewusstseins sind Wahrnehmen, Erleben, Fühlen, Denken, Urteilen, Erinnern, Aufbau (=Konstruktion) eines Bildes der Wirklichkeit, Erwarten, Entscheiden (…).

Um hier schon allen möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Bei dieser Definition des psychischen Systems gehört das Freud’sche Unbewusste nicht in den Phänomenbereich der Psyche. Schlicht und einfach, weil es nicht beobachtbar ist, d.h. kein Phänomen. Da psychische Prozesse anderer Menschen generell nicht von außen beobachtbar sind, sind die sogenannten unbewussten Prozesse auch nicht von außen beobachtbar, und da sie unbewusst sind – wie der Name ja nahe legt – sind sie für die Psyche selbst auch nicht direkt beobachtbar. Aber das heißt nicht, um das hier schon vorweg zu nehmen, dass die Kategorie des sogenannten Unbewussten nicht nützlich wäre, um menschliches Handeln zu erklären. Nur kann sie bzw. können die Prozesse, die so benannt werden, eben nicht in der Psyche verortet werden.

Am sinnvollsten dürfte es sein, die Begriffe psychische bzw. affektiv-kognitive Struktur und individuelle Wirklichkeitskonstruktion als Synonyme zu betrachten. Dabei handelt es sich um eine radikale Position, bei der nicht davon ausgegangen werden kann, dass die konkrete Wirklichkeitskonstruktion eines Individuums tatsächlich die Wirklichkeit abbilden würde, sondern sie ist ein Konstrunkt, dessen spezifische Gestalt sich durch die biologische Ausstattung des menschlichen Körpers (als relevanter Umwelt), sowie die unverwechselbare Lebens- bzw. Interaktionsgeschichte des jeweiligen Menschen erklären lässt. Es ist die wissenschaftstheoreitschen Position, die im Anschluß an Ernst von Glasersfeld als „Radikaler Konstruktivismus“ bezeichnet wird.

 

Literatur:

„Die konstruktivistische Denkweise, mit deren Ausarbeitung ich mich in den letzten fünfzehn Jahren befasst habe, setzt sich vor allem darin von der philosophischen Tradition ab, dass sie das herkömmliche Verhältnis zwischen der Welt der fassbaren Erlebnisse und der ontologischen Wirklichkeit durch ein anderes begriffliches Verhältnis ersetzt. Wo die Überlieferung, trotz Kant, zwischen Erlebnis und ‚Wirklichkeit‘stets Gleichförmigkeit, Übereinstimmung oder zumindest Korrespondenzals natürliche und unerlässliche Voraussetzung betrachtete, postuliert der radikale Konstruktivismus die grundsätzlich andersartige Beziehung der Kompatibilität oder, wie ich sie in Anlehnung an den englischen Ausdruck nennen mochte, der Viabilität.

Im Gegensatz zu der ‚ikonischen‘ Relation der Übereinstimmung, die – auch wenn nur eine ungefähre Annäherung postuliert wird – begrifflich auf Isomorphie beruht, ist die Relation der Viabilität auf den Begriff des Passens im Sinne des Funktionierens gegründet. Das heißt, etwas wird als ‚viabel‘ bezeichnet, solange es nicht mit etwaigen Beschränkungen oder Hindernissen in Konflikt gerät.

Ein metaphorisches Beispiel mag den Unterschied greifbarer machen. Ein blinder Wanderer, der den Fluß jenseits eines nicht allzu dichten Waldes erreichen möchte, kann zwischen den Bäumen viele Wege finden, die ihn an sein Ziel bringen. Selbst wenn er tausendmal liefe und alle die gewählten Wege in seinem Gedächtnis aufzeichnete, hätte er nicht ein Bild des Waldes, sondern ein Netz von Wegen, die zum gewünschten Ziel führen, eben weil sie die Bäume des Waldes erfolgreich vermeiden. Aus der Perspektive des Wanderers betrachtet, dessen einzige Erfahrung im Gehen und zeitweiligen Anstoßen besteht, wäre dieses Netz nicht mehr und nicht weniger als eine Darstellung der bisher verwirklichten Möglichkeiten, an den Fluss zu gelangen. Angenommen, der Wald verändert sich nicht zu schnell, so zeigt das Netz dem Waldläufer, wo er laufen kann; doch von den Hindernissen, zwischen
denen alle diese erfolgreichen Wege liegen, sagt es ihm nichts, als dass sie eben sein Laufen hier und dort behindert haben. In diesem Sinn ‚passt‘ das Netz in den ‚wirklichen‘ Wald, doch die Umwelt, die der blinde Wanderer erlebt, enthält weder Wald noch Bäume, wie ein außenstehender Beobachter sie sehen könnte. Sie besteht lediglich aus Schritten, die der Wanderer erfolgreich gemacht hat, und Schritten, die von Hindernissen vereitelt wurden.“

von Glasersfeld, Ernst (1985): Konstruktion der Wirklichkeit und des Begriffs der Objektivität. In: H. Gumin, A. Mohler (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus. München (Oldenbourg).S. 8 f..




55 Gedanken zu “22.5 Funktionen des Bewusstseins sind Wahrnehmen, Erleben, Fühlen, Denken, Urteilen, Erinnern, Aufbau (=Konstruktion) eines Bildes der Wirklichkeit, Erwarten, Entscheiden (…).”

  1. @ „Nur kann sie [die Kategorie des Unbewussten] bzw. können die Prozesse [die unbewussten Vorgänge], die so benannt werden, eben nicht in der Psyche veruortet werden.“
    Wo würden Sie die verorten?

    @ „die Begriffe psychische bzw. affektiv-kognitive Struktur und individuelle Wirklichkeitskonstruktion als Synonyme zu betrachten“
    Das ändert nichts an der Frage: Wo würden Sie die verorten?

    Ich blinder Wanderer sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

  2. @Verortung des Ubw: im Organismus.
    Verortung des Bewusstseins: Psyche bzw. Bewusstsein = Psyche.

  3. @2: „Verortung des Ubw: im Organismus.“
    @ „Bei dieser Definition des psychischen Systems gehört das Freud’sche Unbewusste nicht in den Phänomenbereich der Psyche. Schlicht und einfach, weil es nicht beobachtbar ist, d.h. kein Phänomen.“

    Ubw = präphänomenal
    Freud beschriebt das Ubw als unter der Oberfläche des Bewusstseins liegenden Teil des Eisbergs, eines verbundenen Systems aus bewusst wahrnehmbaren Gedanken und Gefühlen (oben) und aus vergessenen, verdrängten und nicht bewusst wahrnehmbaren Gedanken und Gefühlen (unten), die aber dennoch unsere bewussten Gedanken und Gefühle beeinflussen, ohne dass wir es merken. Das Ubw macht laut Freud den größeren Teil der Psyche aus und wird von ihm in den Nerven und bestimmten Hirnarealen verortet.

    Welche Gründe haben die Systemtheoretiker, sich das anders vorzustellen?

  4. @3: Ich scheue mich, über etwas zu philosophieren, was prinzipiell keiner Beobachtung zugänglich ist. Das heisst aber nicht, dass ich ubw Prozesse bestreiten würde. Die Frage ist für mich, wie ich sie zu erklären und wo ich ihre generierenden Mechanismen zu verorten habe. Psyche = Bewusstsein kann beobachtet werden (nur von ihrem/seinem Besitzer).
    Wenn man ubw Prozesse in der Umwelt der Psyche verortet (z.B. in Strukturen des Gehirns bzw. neuronalen Prozessmustern), dann können die im Prinzip von aussen ebenfalls beobachtet werden. Sie funktionieren m.E. analog zu den ubw Prozessen beim Autofahren, wo das Schalten zwar bewusst erlernt werden muss, aber dann, wenn es erlernt ist, auf Kleinhirnebene und ubw erfolgt. Es ist Ergebnis der Kopplung eines psychischen und eines biologischen Systems, die ko-evolvieren, d.h. sich aneinander beeinflussen und anpassen…

  5. @4: Hielten Sie es für denkbar, dass sich unbewusste Prozesse bei schlafenden Probanten irgendwann und irgendwie „beobachten“ bzw. „messen“ lassen könnten – ob nun mit MRT, EEG oder anderen Methoden -, ähnlich wie sich z.B. die neuronalen Prozesse beim Träumen aufzeichnen lassen, die sich mit den bewussten Prozessen desselben, danach erwachten Probanten vergleichen ließen?
    Hielten Sie es für denkbar, dass sich signifikante Unterschiede in den unbewussten Prozessen bei zwei verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Psychen (z.B. ein Psychiater und ein Psychotiker) nachweisen lassen, denen dieselbe meditative Musik vorgespielt wird oder die gleichzeitig in Trance versetzt wurden oder die beide schlafen – sofern sich das plausibel „messen“ ließe?

  6. @4: „[…] ubw Prozessen beim Autofahren, wo das Schalten zwar bewusst erlernt werden muss, aber dann, wenn es erlernt ist, auf Kleinhirnebene und ubw erfolgt.“

    Ist es richtig, automatisierte Routinen oder lebenslange Gewohnheiten als unbewusste Prozesse zu bezeichnen, auch wenn sie ohne Nachdenken geschehen? Schließlich kann jeder genau erklären und begründen, warum er sich in diesen Situationen und Prozessen genau so verhalten oder gehandelt hat. Das ist der psychische Energiesparmechanismus.
    Wenn sich jedoch die handelnde Person partout nicht daran erinnern kann, warum er plötzlich das Messer in der Hand hielt und damit seine Frau erstach, oder warum er einen sechsjährigen Jungen vor den ICE gestoßen hat, dann waren unbewusste Motive im Spiel. Das ist der psychische Selbstschutzmechanismus.

  7. Das Unbewusste stellt laut Sigmund Freud einen natürlichen Bestandteil der psychischen Organisation dar. Das Unbewusste umfasst diejenigen Teile des psychischen Apparats, die ihrer Natur nach nicht bewusst gemacht werden können, wie z. B. Triebe oder Instinkte. Sie können nur erschlossen werden und über Sprache indirekt im Bewusstsein repräsentiert werden. Im System Ubw herrschen das Lustprinzip und die sogenannten Primärprozesse also psychische Arbeitsprozesse, die ihrer Logik nach anders sind als diejenigen, die man im Bewusstsein beobachten kann. Das Hauptanliegen der Psychoanalyse nach Freud ist die Aufhebung der zwischenmenschlichen Illusionen und die Wiederbewusstmachung jener psychischen Inhalte, die aufgrund von sittlicher Erziehung und/oder erlittener Traumata in das Unbewusste verdrängt wurden. Damit einher geht nach Freud die Behebung des mit der Verdrängung verbundenen neurotischen Leidens und der sinnlosen Destruktivität des Wiederholungszwangs, denn das Verdrängte wirkt im Unbewussten unsichtbar weiter und führt so zu unerwünschtem Verhalten, zwischenmenschlichen Beziehungsstörungen und psychischem Leiden. Erst durch eine Bewusstmachung des Verdrängten vermag sich der Mensch von der Macht seines Unbewussten zu befreien. Das Ziel der Psychoanalyse fasste Freud deshalb in dem Schlagwort zusammen: „Wo Es war, soll Ich werden“.
    aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbewusste

  8. @5: Halte ich für denkbar…
    @6: Erklärungen werden immer retrospektiv konstruiert und dienen der Legitimation des eigenen Handelns…
    @7: Lustprinzip etc. sind Erklärungen. Aber auch Freud sieht sie biologisch begründet. Dass Bewusstmachung „heilt“ bezweifle ich, obwohl sie zweifellos nützlich sein kann…

  9. @8 „Aber auch Freud sieht sie biologisch begründet.“
    Also stimmen Sie der Definition zu, die Psyche als bewusste, unterbewusste, vorbewusste und unbewusste Gedanken und Gefühle beschreibt?

  10. @9: Nein. Ich denke, das Handeln des Individuums ist (auch) durch unbewußte – aber prinzipiell dem Bewußtsein zugängliche – Prozesse zu erklären, aber diese unbewußten Prozesse würde ich nicht der Psyche zurechnen (sondern dem Organismus oder einem kulturellen Muster, d.h. einer relevanten Umwelt der Psyche). Wenn man – wie ich das in den „Formen“ tue – in der Theoriebildung vom Beobachter ausgeht, dann müssen die Psyche als System bzw. psychische Prozesse im Allgemeinen durch beobachtbare Phänomene definiert werden, und das geht nur, wenn man Psyche und Bewußtsein miteinander identifiziert (was aber, ich wiederhole mich, keine Leugnung unbewußter Prozesse darstellt; sie müssen lediglich anders verortet werden).

  11. @10: Logisch kann ich das nachvollziehen: als Konsequenz aus der systemisch-funktionalistischen Sichtweise. Doch ich hänge noch an der naiven Vorstellung, dass Psyche und Organismus eine Einheit darstellen (ohne Organismus keine Psyche).

  12. @10: Der Übergang vom bewussten zum unbewussten Geisteszustand und zurück ist gleitend – zweimal pro Tag.

  13. @11: Ja, Psyche und Organismus bilden eine Einheit. Aber wie kann man die Wechselbeziehungen ihres Funktionierens am besten erfassen bzw. konzeptualisieren, da sie eine unterschiedliche Materialität und Funktionslogik zeigen? Aus systemtheoretischer Sicht: indem man beiden Bereiche getrennt als autonome Systeme mit ihren Strukturen betrachtet und sie als fest (!) gekoppelt konzeptualisiert. Sie sind jeweils füreinander relevante Umwelten, von denen nicht abstrahiert werden kann.
    Als Psychosomatiker untersucht man dann das, was beobachtbar ist: die Muster der Kopplung beider Typen von Systemen.

  14. Meines Erachtens ist der Trialismus (Luhmann) ein Rückschritt; anstatt diesen leidigen Körper-Geist-Dualismus zu überwinden (und er ist zu überwinden), wird er hier auf die Spitze getrieben. Wir sind längst bei biopsychosozialen Modellen angekommen und diese verstehen psychische Prozesse als verkörpert; es fehlt nur die Schleife zurück, dass auch der Körper vergeistigt ist (das ist ein bisschen schwieriger zu denken und keineswegs trivial). Aber auch das wird kommen, in den kommenden hundert Jahren. Gewiss! Im östlichen Denken/Philosophie werden Sie niemals eine Trennung zwischen Physis und Psyche finden. Niemals.
    Was Sie denken, was Sie fühlen, was Sie erleben, das wirkt sich körperlich aus. Wir können nicht sagen, wie es sich auswirkt (das werden wir nie kausal erfassen können), u.a. weil es viel zu schnell geht, im Millisekundenbereich denken, fühlen und erleben Sie (und ich). Aber jeder Gedanke ist verkörpert. Jeder! Immer! Eine Trennung zwischen verkörperten Begriffen und einer entkörperten „Psyche“ gibt es nur im Gedanken …

  15. @13: „getrennt […] und […] fest (!) gekoppelt“
    Wie ein Hamster (Unbewusstsein) in einem Rad (Bewusstsein)? Wie zwei Waggons bei der Bahn oder zwei Container auf dem Schiff oder ein Auto mit Anhänger? Wie siamesische Zwillinge (ein Körper mit zwei Psychen und zwei Ubw) oder ein Tandem mit zwei Fahrern (ein Fahrzeug mit zwei Körpern, zwei Psychen und zwei Ubw)?

  16. @13: „Psyche und Organismus bilden eine Einheit“

    Einschließlich Ubw?

    Das hatten Sie zuvor bestritten.

  17. Bitte @16 löschen!
    Das war falsch. Laut FBS-Definition gehört das Ubw zum Organismus.
    Bitte auch @17 löschen!

  18. @14 Protest

    wir können, so weiß ich das aus der molekularen, evolutionären Biologie, sehr wohl prüfen und dann wissen wie sich Denken, Fühlen, Erleben auf den Körper auswirken. Es gibt dazu noch viel zu forschen und zu lernen, dennoch, die Grundlagen sind gelegt.
    Das körperliche System antwortet auf psychische Dynamiken und Inhalte, soziale Kontakte, in ganz spezifischer Weise, endokrinologisch, metabolisch, muskulär, um einige Koppelungen zu nennen.
    Und diese spezifischen Koppelungen erfolgen in körperlichen, neuronalen Strukturen, die tatsächlich unbewusst sind, oder weiß unsere Psyche etwas von hypothalamischen Strukturen …

    Und es geht auch umgekehrt. Wir untersuchen/ irritieren die körperlichen Parameter und lösen damit psychische Inhalte/ Dynamiken aus.

    Und dort gibt es diese körperliche Koppelung,
    wie FBS das Unterbewusste elegant erhellend definiert,
    an „unbewusste“ körperliche neuronale Prozesse, die dann ins Bewusstsein kommen und sich psychisch als Emotion zeigen oder auch nicht, mit oder ohne Inhalt..

    Dazu, wie bereits erwähnt, Sapolsky, Stanford.

  19. 18) Natürlich können wir beobachten, was sich körperlich abspielt, wenn wir denken, fühlen, uns etwas vorstellen. Wir können auch EEG-Ableitungen heranziehen; aber das alles ist immer (!) etwas zeitlich versetzt.

    Und können wir nicht „alles“ untersuchen, wir greifen bestimmte Aspekte heraus, auf die wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Wir müssten überall gleichzeitig hinschauen, um das „Denken“ als „Ganzes“ verkörpert erfassen zu können. Und daher können wir die Kausalität niemals fassen, da es sich um so komplexe Rückkoppelungen handelt, die als Ganzes nicht zu erfassen sind (im singulären Moment, in dem ein Gedanke auf den nächsten folgt). Aspekte davon – natürlich. Und das kann auch sehr nützlich sein und ist es auch!

    Aber: Hier findet KEINE KOPPLUNG statt. Körper und Geist sind eine EINHEIT.

    „Unbewusst“ ist meines Erachtens das nicht Artikulierte. Der Ausdruck „Unbewusstes“ ist sehr aufgeladen (ontologisch). Ich würde von dem sprechen, das ich Hier und Jetzt nicht zum Ausdruck bringe (aus welchen Gründen auch immer). Ich kann es aber zum Ausdruck bringen. Muss aber auch nicht sein.

  20. @15: Wie zwei Lokomotiven, die gekoppelt sind, wobei nicht klar ist, welche die Einheit aus beiden nach vorne zieht oder bremst…

  21. @18/19: Das Problem der „Einheit“ von Psyche und Organismus ist, dass beide
    unterschiedliche Phänomenbereiche darstellen, die nur mit unterschiedlichen, nicht aufeinander zurückführbaren Methoden beobachtet werden können (und daher müssen), auch wenn die Prozesse beider korreliert sind oder gar unterschiedliche Erscheinungsformen desselben Prozesses sein mögen. Daher ist es pragmatisch m.E. sinnvoll, sie als unterschiedliche Systeme (unterschiedliche Phänomenbereiche/Prozesse unterschiedlicher Materialität) zu konzeptualisieren und ihre Beziehungen zueinander zu untersuchen (so wie die zwei Seiten einer Medaille, die man nicht gleichzeitig beobachten kann, die getrennt sind – vorne und hinten -, aber doch nicht ohne einander existieren können – d.h. fest gekoppelt sind).

  22. Meines Erachtens handelt es sich nicht um „unterschiedliche“ Phänomenbereiche. Dieses Denken setzt apriori eine Trennung. Aber was wird hier getrennt? Der „Geist“ zeigt sich verkörpert (wir artikulieren verkörpert Begriffe) und der Körper (jegliches Objekt der Beobachtung) ist vergeistigt, bergrifflich begriffen, sobald wir von einem „Körper“ sprechen. Und das tun wir hier.
    Der denkende Organismus ist gekoppelt zu denken, nämlich im Kontakt mit einer Umwelt und anderen (Mitwelt). Ich werde nicht abrücken und der Trialismus wird auch lebendig bleiben, solange es jmd so beschreibt. So kann sich jeder ein passendes Modell aussuchen …

  23. @20+21:
    „zwei Lokomotiven, die gekoppelt sind, wobei nicht klar ist, welche die Einheit aus beiden nach vorne zieht oder bremst“
    „zwei Seiten einer Medaille, die man nicht gleichzeitig beobachten kann, die getrennt sind – vorne und hinten -, aber doch nicht ohne einander existieren können – d.h. fest gekoppelt sind“

    Bewusste und unbewusste geistige Prozesse sind wie zwei autonome, unterschiedlich funktionierende Lokomotiven, die miteinander gekoppelt sind, wobei nicht klar ist, welche diese Einheit aus zwei Elementen nach vorne zieht oder bremst. Sie stellen wie die beiden Seiten einer Medaille eine so enge Einheit dar, dass man sie nicht getrennt voneinander beobachten kann (dass man sie nicht gleichzeitig vorne und hinten beobachten kann), die jedoch zugleich nicht ohne einander existieren können, da sie fest miteinander gekoppelt sind.

    1) So korrekt formuliert?
    2) Der Vergleich mit der Medaille, deren beide Seiten nicht gleichzeitig beobachtet werden können, hinkt m.E., da das bei bewussten und unbewussten geistigen Prozessen durchaus versucht werden kann und auch wird.

  24. @23: Ja, der Vergleich hinkt, der mit den Lokomotiven noch mehr, da die sich gegenseitig in ihrer Struktur nicht im Laufe der gemeinsamen Geschichte beeinlussen (keine „strukturelle Kopplung“, nur Kopplung stabiler Strukturen).

  25. Andrea würde vielleicht die Geschichte von den vertauschten Köpfen von Thomas Mann gefallen

    nur,
    die Aufgabe für Systemiker ist zu klären
    wie da was passiert ;
    immer zu erkunden, in welchem Phänomenbereich wir uns mit unserer Beobachtung befinden.
    Das ist die Aufgabe des Wissenschaftlers
    phänomenologisch trennen und die zur Phänomenologie passende Beobachtung wählen.

    Auch wenn die Gedanken rasen,
    die gekoppelten körperlichen Prozesse, vielleicht nicht die Neuronen, jedoch metabolisch sind wesentlich träger und ganz gut in unseren zur Verfügung stehenden Zeitfenstern zu untersuchen.

    Vielleicht doch lieber Literatur..,

  26. Nein – liebe Werner – Sie trennen immer, wenn Sie Wissenschaft betreiben. Sie greifen geistig Aspekte heraus und setzen diese mit etwas in Beziehung. Das funktioniert. Nur man muss sich auch der Grenzen dieses Unterfangens bewusst sein, finde ich.

    Sie müssen immer etwas von etwas anderem unterscheiden, wenn Sie etwas untersuchen. Das geht gar nicht anders. Aber in einem theoretischen Modell macht diese Trennung zwischen Körper und Geist mE keinen Sinn. Es ist seit jeher eine Frage der Philosophie, diese dualistische Brücke zw. Körper und „Geist“ zu schließen. Meines Erachtens wurde sie in der östlichen Philosophie längst geschlossen. Wir hier im Westen hinken dem weit hinterher. Leider! Es wäre gut, für uns Menschen und unsere Umwelt, die wir immer mehr ruinieren, wenn wir diese leidige Trennung endlich beheben. Das betrifft ja nicht den „Körper“, den wir konzeptuell begreifen, sondern auch jedes andere „Objekt der Beobachtung“.

  27. Und – nebenher – ich teile das Simo’sche Modell zu großen Teilen, was die Beobachterabhängigkeit betrifft und ich würde sagen weite Strecken des Formenbuchs – aber man sollte vor dem „Körper“ (dem „Leib“) keinen Halt machen, finde ich. Wir begreifen die physische Welt grundsätzlich immer begrifflich. Und hier wird kein Konstruktivist etwas dagegen einzuwenden haben, glaube ich. Schon gar nicht die narrativ ausgerichteten Systemiker. Wenn es dann aber an den eigenen Körper geht, dann fallen wir in die Phänomenologie nach Husserl et al. zurück. Das ist rückschrittlich und inkonsequent gedacht.

  28. Richtig, Andrea!

    Außerdem sollte man nicht so ein hochgestochenes Geschiß um die Systemtheorie machen.
    Das Leibliche bringt halt Ausscheidungen mit sich, die den Fluß- und Wasserläufen folgen und das Hochgeistige umnebeln, vor allem dann, wenn sich die Ströme im Fluß-Delta verengen und verdichten …

    „An dieser Stelle ist es angebracht, den Einfluß der pasteurschen Revolution auf die gesellschaftlichen Vorstellungen und Strategien ins Auge zu fassen. Das unerwartete Auftauchen der Mikroben hat zwangsläufig eine Infragestellung der von Villermè begründeten Epidemiologie zur Folge. Dank der neuen Entdeckungen ist die Krankheitsgefahr noch diffuser und schwieriger wahrnehmbar geworden – beunruhigenderweise als zuvor. Jedes Wasser muß „verdächtigt“ werden, erklärt Marié-Davy; und man möchte hinzufügen, das gleich gilt für jedes Individuum. So verstärkt sich die biologische Verbundenheit der unterschiedlichen Teile der Bevölkerung ; die Gelehrten sind sich dieser Entwicklung genau bewußt.

    „Das Gemeinschaftsleben in einer Großstadt macht uns alle solidarisch (…) Nämliche Organismen (die Mikroben) verbreiten sich in der Luft unserer Umgebung und dringen überall ein: in unsere Wohnungen, in unsere Lungen, in unsere Getränke, in unsere Nahrungsmittel. (…) Die Hygiene einer Stadt kann niemals sichergestellt werden, solange die Armenviertel ihr Widerstand entgegensetzen“ Diese Überzeugungen zwingen zu neuen Formen der Wachsamkeit und zu einer Umorientierung der sozialhygienischen Strategien.“

    Alain Courbin, Pesthauch und Blütenduft, S.296 f , Wagenbach 1984

    Viel Spaß noch im Äther
    🙂

  29. @24: Könnten Sie bitte erläutern, welche Arten von Kopplungen es gibt?
    Sind Kopplungen stets strukturelle Kopplungen zwischen System und Umwelt und damit relativ stable Kopplungen? Oder gibt es auch andere als „strukturelle“ Kopplungen? Was sind feste Kopplungen, was lose? Was sind dynamische Kopplungen, was statische? Was sind stabile Kopplungen, was instabile?
    Hierzu zwei Beispielsätze von Ihnen aus diesem Blog.
    Beispiel 1: Operationen (seien es Kommunikationen oder Gedanken und Gefühle, also psychische Aktionen), die relativ fest zu Prozessmustern gekoppelt sind, sind etwas weniger flexibel als solche Muster, deren Elemente relativ lose gekoppelt sind, zudem sind sie dynamisch.
    Beispiel 2: Ohne Kommunikation und ohne Organismus entsteht keine Psyche (=Kopplung). Psychisch ist, was nur einem einzigen Beobachter beobachtbar ist (z.B. das Erleben des eigenen Körpers, Schmerz etc., Fühlen, Denken…).

  30. @30: Ich kann und will nicht das ganze Buch noch einmal für Sie hier im Blog neu schreiben. Erläuterungen zu diesen und ähnlichen Fragen werde ich bei den Sätzen geben, die sich mit diesen Fragen beschäftigen.

  31. @ 30: Den Ausdruck „Kopplungen“ halte ich für ziemlich unglücklich, weil dann unmittelbar all zu mechanisch strukturierte Gedanken an eine Anhänger-Kupplung und/oder an einen Zug auftauchen. (vgl. @24)
    Wie, wann und wo sollten dann Kopplungen (relativ) fest gekoppelt sein, wo doch bekannt ist, daß alles (System und Umwelt) immer im Fluß ist. Was also sollte dann
    jeweils an- und was ab-gekoppelt oder ent-koppelt und ver-koppelt sein bzw. werden?

    Jedenfalls scheint das -sofern das Sensorium hinzukommt, innnerhalb dessen das zu schweben scheint, was man gemeinhin Psyche nennt- alles nicht so ganz einfach, da man nie weiß oder wissen kann, was das Gegenüber bzw.der/die Andere gerade sieht, hört, fühlt, schmeckt, riecht, denkt; das funktioniert selbst dann nicht, wenn man sich sehr lange kennt, wie z.B. innerhalb von Familien und gilt auch für Zwillinge von Kindesbeinen an.
    Im Auftauchen irgendwelcher Empfindungen und Gefühlsregungen wir klar: Im Werden steckt bereits das Vergehen, auch wenn es nur den „Hauch eines Gedankens“ daneben liegt. Man kann es sich nicht erklären, was da gerade geschieht …, im eigenen Bauch, im Kopf oder anderswo.

    Wie also grenzt man auf dieser Basis die Idee von der Ideologie, das Original von der Fälschung ab. Hier am Beispiel zum Totalitarismus:

    „Orientierungsmarke für das Verstehen ist die Sprache. In einem neuen Wort,
    Totalitarismus, kristallisiert sich Erfahrung, „vorgängiges Verstehen“ wird in ihm ausgedrückt. Und das neue Wort setzt den Prozeß des „wahren Geschehens“ in Gang. Das eigentliche Verstehen, anders gesagt, ist an das neue Wort gebunden. Es wird für den darauf ankommen, herauszufinden, was das Neue ist, das sich in dem Wort kristallisiert, und wie es zu Bekanntem in Beziehung zu setzen ist. Das heißt das eigentliche Verstehen operiert nicht auf der Ebene der „nackten“, der erlebten Tatsachen, sondern auf einer – wenn man so will- höheren, auf jeden Fall von der reinen Tatsachenwelt zu unterscheidenden Ebene. Es operiert, nachdem eine geistige Verarbeitung im Sinne des „vorgängigen Verstehens“ stattgefunden hat, und es bleibt seinerseits an zuvor Erfahrenes und Gedachtes gebunden.“
    Hannah Arendt, „Ich will verstehen“,
    ISBN 978-3-492-24591, S. 19

  32. @30: Arten von Kopplungen
    „In der Informatik versteht man unter dem Begriff Kopplung die Verknüpfung von verschiedenen Systemen, Anwendungen oder Softwaremodulen sowie ein Maß, das die Stärke dieser Verknüpfung bzw. der daraus resultierenden Abhängigkeit beschreibt. […] Systeme können auf verschiedene Weisen zusammenarbeiten. Die Kopplung beschreibt hierbei, wie das geschieht. Im Allgemeinen betrachtet man hierbei den Datenfluss von einem System zu einem anderen.“
    aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kopplung_(Softwareentwicklung)#Kopplung_von_Systemen_und_Anwendungen

    Was versteht man in der Systemtheorie unter dem Begriff Kopplung?

  33. @31: „das ganze Buch noch einmal für Sie hier im Blog neu schreiben“

    Das habe ich auch nicht verlangt.

  34. @34 „Koppelungen“ wie ich es verstehe

    Koppelungen sind phänomenologisch unterschiedlich, je nach Phänomenbereich

    interessant wird es wenn die unterschiedlichen Phänomenbereiche koppeln:
    Körper / Psyche /Soziales, oder in anderer Reihenfolge

    dann braucht es Schnittstellen, Koppelungen
    und wie bei einer mechanischen Kupplung wird von den koppelnden Bereichen eine „Struktur“ präsentiert, die zu einer anderen Struktur passt.
    Und dann koppelt es, die gelesen werden kann.

    Und dann ist die Frage, welche Strukturen gibt es / kennen wir ?

    Die Psyche koppelt mit elektrischen Potentialen und neuronalen molekularen Botenstoffen an den Körper, und umgekehrt. Eine Grenze ist die Blut-Hirnschranke, teilweise gefenstert.
    Die Psyche koppelt an das Soziale über neuronal/ körperliche Aktivität.
    Und das Soziale über unsere Sensoren, Haut, Augen, Ohren an die Psyche und den Körper.
    Ein Tanz der Moleküle ..

    Damit ist noch nichts über die Inhalte gesagt oder verstanden.
    Inhalte sind psychische-körperlich-soziale Konstrukte, die verankert sind in unserer neuronalen Strukturen und in unserem Körper.

    Und ich frage mich dann immer wie kommt das Fernsehbild und der Ton in den Fernseher, es sind doch nur elektrische Unterschiede…

  35. „Damit ist noch nichts über die Inhalte gesagt oder verstanden.
    Inhalte sind psychische-körperlich-soziale Konstrukte, die verankert sind in unserer neuronalen Strukturen und in unserem Körper.

    Und ich frage mich dann immer wie kommt das Fernsehbild und der Ton in den Fernseher, es sind doch nur elektrische Unterschiede…“

    Das ist erscheint technisch sehr spannend, von welchem Zugang auch immer man es beobachten mag. Bekannt ist, daß z.B. die Energie eines Spannungsbogen mit Plus- und Minus-Pol chemisch erzeugt werden kann. Jedoch ist die stoffliche Komponente nicht alles. Diese beruht auch nicht einzig und allein auf der Initialzündung -einer zündenden Idee, die u.U. schnell verpufft. Was anschließend auch komplex rückgekoppeltes Problem zwischen Angebot und Nachfrage produzieren kann …

    https://orf.at/stories/3132020/?utm_source=pocket-newtab

  36. @35: „Fernseher“
    Wie Bild und Ton in den Fernseher kommen, ist einfach erklärt: Für eine Fernübertragung werden Bild und Ton am Anfang in kleine Elemente zerlegt, elektronisch übermittelt (elektromagnetische Wellen) und am Ende wieder zusammengesetzt und über das Fernsehgerät ausgestrahlt (Licht- und Schallwellen über Röhren und Membranen).

    Doch wie kommt Geist ins Gehirn?
    Werden die geistreichen Inhalte in kleine Elemente zerlegt?
    Werden diese geistreichen Inhalte mit Signalen und Symbolen übermittelt (Kommunikation, Sprache, Formen, Farben, Bilder, Erfahrungen, Schaltmuster)?
    Wie entstehen neue Ideen im Gehirn (Kreativität)? Falls es das überhaupt gibt.
    Wie entwickeln sich geistige Inhalte gesellschaftlich weiter (Weltgeist)?
    Gibt es einen „motus animi continuus“?

    „Aber höre nun auch mein Wort, damit du es andern
    Helden erzählen kannst, wann du in deinem Palaste
    Sitzest bei deinem Weib und deinen Kindern am Mahle,
    Und dich unserer Tugend und unserer Taten erinnerst,
    Welche beständig Zeus von der Väter Zeiten uns anschuf.
    Denn wir suchen kein Lob im Faustkampf oder im Ringen;
    Aber die hurtigsten Läufer sind wir und die trefflichsten Schiffer,
    Lieben nur immer den Schmaus, den Reigentanz und die Laute,
    Oft veränderten Schmuck und warme Bäder und Ruhe.
    Auf denn, und spielt vor uns, ihr besten phäakischen Tänzer:
    Dass der Fremdling davon bei seinen Freunden erzähle,
    Wann er nach Hause kommt, wie wir vor allen geübt sind
    In der Lenkung des Schiffes, im Lauf, im Tanz und Gesange.
    Einer gehe geschwind und hole die klingende Harfe
    Für Demodokos her, die in unserem Hause wo lieget.“
    Homer: Odyssee, VIII. Buch 241-255

  37. Während ich in diesem Blog unterwegs bin, die Beiträge lese,
    erschließt sich mir langsam die Nützlichkeit von „Formen“.

    Für mich vergleichbar mit der Mathematik in ihren vielen Spielarten ..
    Die Vermessung der Welt wurde mit der Mathematik konsensuell kommunikativ möglich.
    Bis dahin eher Empfindung, beschrieben mit Worten, als kurz, lang, hoch, tief, eckig, rund, hat die Mathematik Begriffe definiert, Zahlen und Regeln, Formeln, die eindeutige konsensuelle Kommunikation zur Vermessung ermöglichen.

    „Formen“ scheint mir ebenso die Welt der Worte, der „Wahrheiten“, zu transzendieren in eine Welt der Begriffe, die wohl definiert, d.h. begrenzt sind in ihrer Semantik, und so, weit weg von den subjektiven Wahrheiten, konsensuelle Kommunikation über unsere Lebenswelt ermöglichen, weg von der Subjektivität der Beobachtung und Beschreibung hin zu dem was wir objektive Beschreibung nennen.

    Daß über die Definition der Begriffe herrlich/ dämlich gestritten werden kann möchte ich außen vor lassen. Für mich sind die Definitionen in Formen verständlich und was für mich viel wichtiger ist, nützlich,
    erschreckend nützlich..

  38. @40
    nein, ich lerne gerne und Narzissmus ist mir fremd (hoffentlich)

    – erschreckend wie die Schönheit bei Rilke ..

  39. … sollten wir nun eigentlich Trost spenden?

    Das kam mir gerade so, da ich mich gerade etwas inniger mit den Unterschieden innerhalb der Spendenkultur auseinandersetze …

    Mir fiel auf, daß es sich vielleicht als nutzbringend erweisen könnte, Anerkennungen der Gemeinnützigkeit zur gemeinen Nützlichkeit auf ihre in doppelter Kontigenz
    verkleidete Staffage hin zu untersuchen. Aus den Untiefen des systemischen Theaterfundus ließe sich vermutlich noch so manches bergen, was edlen Pfeffermühlen als Futter gereichen könnte …

    War aber nur so eine Idee,
    zur Giebel-Gestaltung pazifischer Palisaden …?

    😉

  40. @43 zu Deinem Link, Andrea
    … who -the hell- is Arnold?
    Thomas Arnold?

    es müßte doch klar sein, daß es die Systemtheorie nicht so hat
    mit Be-bzw. Ver-Urteilungen von und durch Philosophen …

    Ergo?
    Wen schert’s?
    … außer vll. Leuten mit endlos langen Bart?

  41. @41: „erschreckend wie die Schönheit bei Rilke“

    „Dass wir erschraken, da du starbst, nein,
    dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
    das Bisdahin abreißend vom Seither:
    das geht uns an; das einzuordnen wird
    die Arbeit sein, die wir mit allem tun.“

    Aus dem Requiem für Paula Modersohn-Becker, geschrieben von Rainer Maria Rilke in Paris, 31. Oktober bis 2. November 1908.

    „Ich kann mir kein seligeres Wissen denken, als dieses Eine: dass man ein Beginner werden muss. Einer, der das erste Wort schreibt hinter einen jahrhundertelangen Gedankenstrich.“

    Rainer Maria Rilke, Notizen zur Melodie der Dinge. Entstanden um 1898.
    Erstdruck in: Rainer Maria Rilke, Sämtliche Werke, Frankfurt/M. 1965.

  42. … es bleibt stets eine Frage der Übersetzung und in welche Worte man das eigene (Nach) -Empfinden kleidet.

    Auszug aus:

    Michelangelo Buonarroti
    (1475-1564)

    La Notte
    (Tomba di Giuliano – Capella dei Medici)

    Caro m‘ è ‚l sonno,
    e più l’esser di sasso,
    mentre che ‚l danno e la vergogna dura:
    Non veder, non sentir, m‘ è gran ventura;
    però non mi destar, deh! parla basso.

    Die Übersetzungen:

    „Schlaf ist mein Glück; so lange Schmach und Kummer
    Auf Erden dauern, besser Stein zu bleiben,
    Nicht sehn, nicht hören bei so schnödem Treiben.
    Sprich leise drum und stör‘ nicht meinen Schlummer.“
    Übersetzung von Sophie Hasenclever

    oder

    übersetzt von Rainer Maria Rilke:

    „Schlaf ist mir lieb, doch über alles preise
    Ich, Stein zu sein. Währt Schande und Zerstören,
    Nenn ich es Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum wage nicht zu wecken. Ach! Sprich leise.“

  43. @45: „who -the hell- is Arnold?“

    PhD in Philosophy from the University of Heidelberg (Germany), experience in Marketing Research at GIM, worked for Deutschlandfunk.
    Foto unter https://de.linkedin.com/in/dr-thomas-arnold-26305414b

    Assoziierte (und assoziierte auswärtige) Mitglieder des Instituts für Transzendentalphilosophie und Phänomenologie:
    Dr. Thomas Arnold (Universität Heidelberg)

  44. Wer zu viel belobhudelt wird (und es nie aushalten musste, dass ihm ernsthaft jemand etwas entgegensetzte), der kann (muss nicht) in etwas absonderliche Muster fallen. Das ist zwar – ehrlich gestanden – nicht mein Problem. Anders gesagt: Es könnte mir egal sein. Warum es das nicht ist, weiß ich nicht. Vielleicht um die Welt vor dem Trialismus zu retten. Aber auch dieses Ziel ist zu hinterfragen (vermutlich ist „der Welt“ der Trialismus auch egal …).

  45. @ Thomas Arnold hat Probleme mit der thematischen Reichweite

    habe ich doch geschrieben, dass zu den Definitionen der Begriffe noch
    herrlich/ dämlich gestritten werden kann / wird

    🙏🏻 Es ist so schön zu fokussieren und sich in der unendlichen Tiefe des Fokus zu verlieren, im Flow des Tiefertauchens …

    ach ja, Weite und Tiefe …

  46. 🌞Assoziation zu den unendlichen Möglichkeiten von Definitionen von Begriffen ..

    „der kleine Tiger 🐯 war krank, Streifen verrutscht, war sogar im Krankenhaus,
    ist jetzt wieder zu Hause und der kleine Bär 🐻 will ihn gesund pflegen.
    Wichtig ist gutes Essen, und wenn man krank ist darf man sich wünschen was
    man essen möchte.
    Der kleine Tiger wünscht sich Pfannkuchen, Schokopudding, Erdbeereis.
    Alles nicht da.
    Da sagt der kleine Bär „sag doch mal Springforelle mit Mandelkernsoße“.
    Und das sagt der kleine Tiger 🐯 auch gleich, „Springforelle mit
    Mandelkernsoße“, denn sie wohnen am Fluß und da gibt es Springforellen und
    Mandelkerne haben sie immer, das weiß der kleine Tiger.

    Und so kann der kleine 🐯 gesund werden und mit dem kleinen 🐻
    am Fluß sitzen und sie sich Geschichten erzählen wie der kleine 🐯 einmal
    krank war und wieder gesund wurde ..

  47. @53: Stellen Definitionen von Begriffen Wunschmaschinen dar?

    Jeder konstruiert sich seine Welt wie sie ihm gefällt.

  48. @ 53: Schön 🙂

    @54 … mag sein.
    Zumindest stellen auch Definitionen, den unermüdlichen
    Versuch dar, sich auszudrücken, etwas (mit) zu gestalten,
    und sich dabei auch etwas begreiflich
    zu machen. Das empfinde ich auch als ganz besonders
    reizvoll am systemischen Konzept, als Klassiker unkaputtbar,
    … man kann ein-, zu- , um. oder auch aussteigen,
    wann oder wie auch immer man mag …
    Es funktioniert, nimmt nichts bzw. kaum was übel,
    packt im Zweifel auch die heißesten Eisen an,
    und ist dennoch nicht beliebig
    wie das z.B.
    https://www.youtube.com/watch?v=OeP4FFr88SQ

    🙂

Schreibe einen Kommentar