22.8 Sowohl Organismus als auch soziales System sind relevante Umwelten für das Bewusstsein, die dessen Entwicklung beeinflussen, indem sie für Irritationen (=Störungen/Anregungen/Perturbationen) sorgen.

Die Betrachtung des Organismus wie des sozialen Systems als Umwelten der Psyche liefert eine Antwort auf die Frage, ob die „charakterlichen Merkmale“ eines Menschen, aber auch seine „Intelligenz“ und sonstige „Talente“ angeboren oder im Laufe der Sozialisation erworben bzw. anerzogen sind. Die Antwort lautet: weder-noch! Denn weder zwischen dem Organismus noch dem sozialen System, in dem die Sozialisation stattfindet, und dem psychischen System exitiert eine geradlinige Kausalität (Stichtworte: keine instruktive Interaktion, Selbstsozialisation).

Was durch diese Umwelten aber festgelegt wird, ist der Raum der Möglichkeiten. Manche Fähigkeiten wird ein Individuum nie entwickeln können, weil im qua ererbter DNA schlicht die Möglichkeit dazu fehlt. Analoges gilt, wenn die sozialen Möglichkeiten verhindern, dass das psychische (z.B. geistige) Potenzial eines Menschen nicht entwickelt wird.

Die Umwelten legen nicht fest, wie ein psychisches System sich entwickelt, sie begrenzen lediglich dessen Möglichkeitsraum




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