23.1.2 Wenn sich die Abfolge der physiologischen Ereignisse, die mit einer Irritation durch Ereignisse in der ökologischen Nische gekoppelt sind, wiederholt, so hat sich (selbstorganisiert) ein physiologisches Prozessmuster geformt, d.h. der Organismus hat gelernt.

Es ließe sich hier auch von einem „organischen Wiederholungszwang“ sprechen. Obwohl es sich hier sicher um keinen Zwang handelt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Muster, das funktioniert, wiederholt wird, ist offenbar nicht nur ein ökonomischer Faktor im bewußten und unbewußten Verhalten psychischer Systeme, sondern er zeigt sich auch bei Organismus. Mit anderen Worte: Auch der Organismus lernt nur, wenn er muß… (warum auch, wenn die alten und „bewährten“ Muster zum Ziel führen. Organismen sind offensichtlich ziemlich konservati,, d.h. sie werden von Veränderungen ihrer ökologischen Nische überrascht.

 

Literatur:

„Es lebendes System ist aufgrund seiner zirkulären Organisation ein induktives System und funktioniert in prognostizierender Weise; was einmal geschehen ist, ereignet sich wieder. Seine Organisation (die genetische wie dei sonstige) ist konservativ und wiederholt nur das, was funktioniert. Aus diesem gleichen Grunde sind lebende Systeme historische Systeme.“

Maturana, Humberto (1970): Biologie der Kognition. In: ders. (1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Braunschweig (Vieweg), S. 52.




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