23.1.3 Der Organismus reagiert auf spezifische Typen von Ereignissen/Prozessen in seiner physischen Umwelt mit spezifischen physiologischen (=senso-motorischen) Prozessmustern, d.h. er vollzieht eine Selektion, auf welche Art physischer Ereignisse er überhaupt und wie reagiert.

Figur 32

Sensorische Zellen werden durch physische Einwirkungen gereizt, sie feuern und lösen mehr oder weniger fest gekoppelte Reaktionsmuster auf der Ebene des vegetativen Nervensystems aus (zum großen Teil angeboren, aber zum Teil auch erst im Laufe der Lebensgeschichte erworben) oder sie lösen motorische Reaktionen aus, indem Muskeln innerviert werden; es lässt sich daher von der Entwicklung bzw. Selektion senso-motorischer Schemata sprechen (d.h. aber: Es hätten auch andere sein können.)

 

Literatur:

„Die Relevanz eines bestimmten Verhaltens oder einer Verhaltensklasse ist immer durch die Vergangenheit festgelegt. Der Zielzustand (in der Sprache des Beobachters), der die Entwicklung des Organismus steuert, wird, von Mutationen abgesehen, durch das Genom des Elternroganismus bestimmt. Das gleiche gilt für Verhalten im allgemeinen; der gegewärtige Zustand ist immer durch den vorausgegangenen Zustand bestimmt, der den Bereich möglicher Modulationen durch unabhängige Begleiterscheinungen einschränkt. Wenn ein bestimmter Zustand relativer Aktivität in den Nervenzellen ein bestimmtes Verhalten verursacht, so sollte das Wiederauftreten des »gleichen Zustands« relativer Aktivität das »gleiche VEehalten« erezugen, gleichgültig wie dieses Wiederauftreten zustandekommt.“

Maturana, Humberto (1970): Biologie der Kognition. In: ders. (1982): Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Braunschweig (Vieweg), S. 52.

 

 




2 Gedanken zu „23.1.3 Der Organismus reagiert auf spezifische Typen von Ereignissen/Prozessen in seiner physischen Umwelt mit spezifischen physiologischen (=senso-motorischen) Prozessmustern, d.h. er vollzieht eine Selektion, auf welche Art physischer Ereignisse er überhaupt und wie reagiert.“

  1. @“Wenn ein bestimmter Zustand relativer Aktivität in den Nervenzellen ein bestimmtes Verhalten verursacht, so sollte das Wiederauftreten des »gleichen Zustands« relativer Aktivität das »gleiche Verhalten« erzeugen, gleichgültig wie dieses Wiederauftreten zustande kommt.“

    Deswegen fallen mir Verhaltensänderungen – trotz bester Vorsätze und festen Willens – so schwer. Ich kann nicht aufhören, in Stresssituationen Alkohol zu trinken, Zigaretten zu rauchen oder aus der Haut zu fahren (nicht angenehm für alle Beteiligten). Ich kann nicht aufhören, wenn mir langweilig ist, in Professor Simons Formen-Blog dumme Kommentare abzugeben, bloß weil ich zu etwas Vernünftigerem keine Lust habe und wahrscheinlich auch nicht zustande bringe.

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