23.2 Die Kopplung des Organismus an seine ökologische Nische führt im Laufe seiner individuellen Geschichte zur Entwicklung charakteristischer senso-motorischer Prozessmuster, die seine äußerlich wahrnehmbaren Verhaltensmuster (mit-)bestimmen.

Vor allem die Untersuchung der kognitiven Entwicklung des Kindes von Jean Piaget haben zur Konzeptualisierung der sogenannten senso-motorischen Muster geführt, die den Organismus noch vor allen potentziellen kognitiven Mustern mit seiner Umwelt verbinden. Natürlich ist die Existenz solcher Muster und Schemata Konstrukte des Beobachters, mit deren Hilfe er das beobachtbare Verhalten des Kindes zu erklären versucht. Diese senso-motorischen Muster koordinieren Wahrnehmen – das Funktionieren der Sinnesorgane – mit der Muskulatur, z.B. dem Greifen etc. All das ist wahrscheinlich (noch) nicht an Bewußtsein gebunden. In Bezug auf andere Organismen – vor allem auf weniger hoch als Säugetiere entwickelte – Tiere ist ebnfalls von senso-motorischen Mustern bei der Steuerung des Verhaltens auszugehen. Auf jeden Fall kann die Etablierung solcher Muster, soweit sie nicht angeboren sind, in der Interaktion mit der ökologischen Nische und den dort vrofindbaren Objekten erlernt.

In der kognitiven Entwicklung des Menschen bilden die senso-motorischen Muster nur einen ersten Schritt.

 

Literatur:

„Man beobachtet auf den Entwicklungsstufen der sensomotorischen Periode eine graduelle Koordination der Handlungen (und diese Errungenschaft zieht die beiden andern nach sich): Die Handlunge werden, statt weiterhin jede für sich ein kleines isoliertens Ganzes zu bilden, mehr oder weniger schnell – durch gegenseitige Assimilationen – untereinander koordiniert, bis jeder Zusammenhang zwischen Mitteln und Zielen entsteht, der die eigentlichen Intelligenzakte charakterisiert. Erst jetzt konstituiert sich das Erkenntnissubjekt als Ursprung der Handlungen und als Sitz der Erkenntnis, da die Koordination von zwei Handlungen einen Entschluß voraussetzt, der jene gegenseitige Abhängigkeit übersteigt, die die unmittelbaren primitiven Verhaltensformen kennzeichnet, welche ein außenstehendes Ding mit dem eigenen Körper in Verbindung bringen.“

Piaget, Jean (1970). Abriß der genetischen Epistemologie. Olten (Walter), S. 35f.




Ein Gedanke zu „23.2 Die Kopplung des Organismus an seine ökologische Nische führt im Laufe seiner individuellen Geschichte zur Entwicklung charakteristischer senso-motorischer Prozessmuster, die seine äußerlich wahrnehmbaren Verhaltensmuster (mit-)bestimmen.“

  1. @“Koordination von zwei Handlungen und Kopplung des Organismus an seine ökologische Nische“

    Diese Anpassungsleistung erklärt, warum es überhaupt Handball gibt , wo es doch bereits Fußball gibt. Nicht jeder Mensch kann Fußball spielen und beherrscht die ein gerüttelt Maß Körpergefühl voraussetzende Koordination von Fuß und Ball. Letzteren aber einfach aufzuheben und ein paar Meter weit zu werfen, ist selbst für Schimpansen eine leichte Fingerübung. Blickt man in entsprechende Geschichtsbücher, erfährt man auf Seite drei unten: Die ersten Handballvereine wurden von Menschen gegründet, die im Fußballverein immer nur auf der Ersatzbank saßen, zum Teil gar auf der Tribüne. Und die wollten schlicht Spielpraxis, zur Not auch in einem Sport, der nichts voraussetzt als die Abwesenheit von schweren Gebrechen. Handball ist also eine Art Fußball für unsportliche Menschen, die vom Tennis- und Golfspielen nicht einmal zu träumen wagen.

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