24.1 Der Organismus eines Menschen und sein psychisches System (=Bewusstsein) sind füreinander relevante Umwelten, sie sind fest gekoppelt, durchlaufen eine gemeinsame Geschichte gegenseitiger Irritationen und entwickeln sich daher gemeinsam (=Koevolution).

Wenn beide Phänomenbereiche (Organismus/Psyche) als autopoietische Systeme betrachtet werden, die füreinander relevante Umwelten darstellen, die eine gemeinsame Entwicklung vollziehen, so wird  eine zusammengesetzte Einheit konstruiert, die aus Organismus und Psyche gebildet ist. Die Beziehung beider entwickelt sich im Laufe der  Geschichte, in der sich beide jeweils aneinander anpassen müssen. Sie sind in ihrer strukturdeterminierten Entwicklung gekoppelt, so dass sich historisch in ihrer unvermeidlichen Interaktion miteinander (als gegenseitiger Perturbation/Irritation) Kopplungsmuster entwickeln, d.h. eine Struktur, die für ein spezifisches Individuum charakteristisch ist.

Während einige Hirnforscher davon ausgehen, dass das Bewußtsein kausal auf Hirnprozesse zurückzuführen ist (was sicher nicht ganz falsch ist), wird in dieser Konzeptualisierung der Zirkel geschlossen: Auch Akte und Prozesse des Bewußtsein verändern den Organismus, d.h. auch das Gehirn.

Beides läßt sich empirisch durch Alltagserfahrungen belegen. Wer schlechter Stimmung ist, der kann in die Physiologie seines Körpers intervenieren, indem er ihn mit den nötigen Mengen Alkohol oder anderer Genußgift versorgt, ja, er kann sogar die ästhetischen Maßstäbe, mit denen er seine Mitmenschen oder die Welt insgesamt bewertet, auf diese Weise verändern („Den/die sauf ich mir schön!“). Und umgekehrt, kann allein die bewußt herbeigerufene Vorstellung einer sozialen Situation, die aktuell gar nicht existiert, zum Beispiel einer Prüfungssituation, einer körperlichen Bedrohung, oder auch – bei einem Menschen, der gegen Rosen allergisch ist – das Bild einer Rose, die damit gekoppelten körperlichen Reaktionen auslösen.




2 Gedanken zu „24.1 Der Organismus eines Menschen und sein psychisches System (=Bewusstsein) sind füreinander relevante Umwelten, sie sind fest gekoppelt, durchlaufen eine gemeinsame Geschichte gegenseitiger Irritationen und entwickeln sich daher gemeinsam (=Koevolution).“

  1. Sie waren wohl noch nie auf einer Porno-Seite?
    Das könnte Ihre Stimmung erheblich verändern!
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