24.3.2 Wenn sich die Abfolge der psychischen Ereignisse, die mit einer Irritation durch körperliche Ereignisse gekoppelt sind, wiederholt, so hat sich (selbstorganisiert) ein psychisches Prozessmuster geformt, das heißt, das psychische System hat gelernt.

Die Psyche entwickelt Bewältigungsmuster („Gewohnheiten“), mit denen sie auf durch den Körper ausgelöste Irritationen reagiert. So fühlen sich manche Menschen, die in einem Kontext strenger, Keuscheit fordernder Sexualmoral aufgewachten sind, wenn sie sexuelle Gelüste entwickeln (eine der Arten, wie sich die Autonomie des Organismus, ungeachtet sozialer Normen und Erwartungen, bemerkbar macht) verpflichtet, diese (dummerweisen meist nicht nur) lästigen Gefühle und Bedürfnisse durch Zwangsgedanken zu verscheuchen. Meist ohne Erfolg. Dann kann es auch zu Zwangshandlungen kommen, wie etwa kaltem Duschen (meist auch ohne Erfolg). Dann hilft  manchmal vielleicht Beten, aber für den Organismus fallen solche Gebete wohl meist eher in den Indifferenzbereich.




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