24.3.4 Das Bewusstsein reagiert nur auf spezifische Typen von Ereignissen/ Prozessen des Organismus, das heißt, es vollzieht eine Selektion, auf welche Art physiologischer Ereignisse es überhaupt und wie reagiert.

Das Bewusstsein ist selektiv. Seine enge Kopplung mit dem Nervensystem macht es möglich zu untersuchen, unter welchen Bedingungen körperliche Ereignisse und Prozesse ins Bewusstsein treten. Die empirische Forschung zeigt – wiederum kann hier auf Benjamin Libet verwiesen werden -, dass es offenbar zeitliche Limits der Dauer neuronaler Aktivitäten gibt, die steuern, welche zu Reaktionen des Bewusstseins führen. Die Zeit dürfte aber nicht der einzige Schwellenwert sein, der entscheidet, ob ein physiologischer Prozess bewußtseinsfähig ist oder nicht, aber sie ist offenbar wichtig (zumindest ist sie der Messung durch Forscher relativ gut zugänglich).

 

Literatur:

„Ich komme also zu dem Schluss, dass Bewusstsein ein einzigartiges Phänomen mit besonderen neuronalen Erfordernissen ist. Bewusstsein ist keine Funktion eines Gedächtnisprozesses. Es ist nicht das Äquivalent einer gebildeten deklarativen Gedächtnisspur. Die Abwesenheit eines Berichts über Bewusstsein ist auch nicht die Folge eines schnellen Vergessens einer früheren wirklichen Sinneserfahrung. Der Vorschlag, der am besten zu allen Belegen passt, ist die Hypothese, dass Bewusstsein das emergente Resultat geeigneter neuronaler Aktivitäten ist, wenn diese eine Mindestdauer von bis zu 0,5 sec haben.“

Libet, Benjamin (2004): Mind Time. Wie das Gehirn Bewusstsein produziert. Frankfurt (Suhrkamp) 2005, S. 95.




Ein Gedanke zu „24.3.4 Das Bewusstsein reagiert nur auf spezifische Typen von Ereignissen/ Prozessen des Organismus, das heißt, es vollzieht eine Selektion, auf welche Art physiologischer Ereignisse es überhaupt und wie reagiert.“

  1. „Bewusstsein ist das emergente Resultat geeigneter neuronaler Aktivitäten, wenn diese eine Mindestdauer von bis zu 0,5 sec haben.“

    Scheint mir etwas zu dürftig …

Schreibe einen Kommentar