24.4.4 Unter den physiologischen Mustern, mit denen der Organismus auf psychische Ereignisse reagiert, kann zwischen angeborenen (d.h. auf organischer Ebene vorstrukturierten) Mustern und erworbenen (d.h. erlernten) Mustern unterschieden werden.

Beispielhaft für angeborene Muster sind bestimmte motorische Schemata, die bereits bei der Geburt verfügbar sind: Greifreflex (offenbar ein Relikt aus der Zeit, als unsere Vorfahren noch am ganzen Körper behaart waren und die Neugeborenen sich im Fell der Mutter festklammern mussten, wenn die unterwegs waren), der Saugreflex, das Schreien, die Regulation des Atmens usw. Sie sind allerdings nicht – im Sinne unserer Definition – Beobachtungen des Bewußtseins durch den Organismus, sondern viel eher Reaktionen auf die Änderung (deren Beobachtung)  des physischen Milieus des Neugeborenen, so dass vorgegebene Reflexemuster ausgelöst werden

Es gibt aber andere, offenbar angeborene physiologische Muster, die aufgrund der Kopplung mit dem Bewußtsein ausgeöst werden: physische Raktionen auf Schreck, Angst, Panik, Freude, sexuelle Erregung usw., bei denen es zu körperlichen Veränderungen kommt, die oben (Satz …) unter der Bezeichnung Stress ausführlich dargestellt wurden. Sie werden durch Signale des Bewusstseins ausgelöst, aber sie sind nicht oder nur begrenzt durch das Bewusstsein steuerbar.

Wie derart angeborene Schemata in das sonstige Verhalten eingebaut werden, wird aber im Laufe der individuellen Geschichte erlernt.

Und natürlich gibt es alle möglichen Gewohnheiten des Individuums, wie es bewusst charakteristischen körperliche Effekte herbeiführt: von sexuellen Phantasien bis zum Zählen der Schäfchen bei Schlafstörungen.

 




Ein Gedanke zu „24.4.4 Unter den physiologischen Mustern, mit denen der Organismus auf psychische Ereignisse reagiert, kann zwischen angeborenen (d.h. auf organischer Ebene vorstrukturierten) Mustern und erworbenen (d.h. erlernten) Mustern unterschieden werden.“

  1. @“von sexuellen Phantasien bis zum Zählen der Schäfchen bei Schlafstörungen.“

    Korrekterweise müsste es vollständig heißen: „von sexuellen Phantasien beim Geschlechtsverkehr bis zum Zählen der Schäfchen bei Schlafstörungen.“

    Wie begrenzt physische Reaktionen auf psychische Ereignisse durch das Bewusstsein steuerbar sind, erfährt man auch, wenn man die einschlägigen Hitchcock- und Kubrick-Filme anschaut, die mit optischen und akustischen Reizen tiefe Reaktionen beim Zuschauer auslösen.

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