25.2.2 In der Familie (oder dem sozialen System, das deren Funktion für die primäre Sozialisation eines Kindes übernimmt) findet eine Passung der Form (d.h. des Unterscheidens und Bezeichnens) des kindlichen Bewusstseins an die Form (d.h. des Unterscheidens und Bezeichnens) der Kommunikation (=Spielregeln der Kommunikation) statt.

Durch die Kopplung des kindlichen Bewusstseins an die Kommunikationsregeln der Familie (des Heims, des Kibbuz o.Ä.) wird die unmittelbare interaktionelle Subkultur prägend für die Denk- und Fühlmuster des Kindes. Und damit wird die Familie auch zu dem Ort bzw. dem Medium, durch das die Muster der übergreifenden Kultur mit ihren Besonderheiten (d.h. den Selektionskriterien der Zuweisung von Aufmerksamkeit) von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das zeigt sich beispielhaft in famliären sprachlichen Eigenheiten, etwa einem Dialekt, einer Religion, bestimmter Werte usw., die an das Kind weiter vermittelt werden. Sie können zum einen unverwechselbar und einzigartig sein, zum anderen aber müssen sie dem so sozialisierten Individuum ermöglichen, sich im gesellschaftlichen Umfeld der Familie, z.B. in der Schule, bei der Arbeit, an der Kommunikation beteiligen zu können.

Das kann es für die Kinder in Migrationsfamilien problematisch machen, wenn in ihrer Familie nur die Sprache des Herkunftslandes gesprochen wird, nicht aber die des Landes, in dem tatsächlich überlebt werden muss.




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  1. Unausbleibliche Folge (sofern die Gesellschaft keine Gegenmaßnahmen ergreift): Clanbildung, alternative (sozial deviante, teilweise kriminelle) Spielregeln der Interaktion und Kommunikation

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