25.3.1 Das soziale System (z.B. eine Familie) ändert seine Interaktions- und Kommunikationsmuster, um den (vermuteten/zugeschriebenen) körperlichen und psychischen Bedürfnissen des Kindes (=kindlicher Organismus und kindliche Psyche als Umwelten des sozialen Systems) gerecht zu werden.

„Wir sind jetzt auch nachts erreichbar!“ schrieb der junge Vater an seine Freunde und Bekannten.

Die familiären Spielregeln passen sich im Idealfall den Bedürfnissen des Kindes (seien sie körperlich oder psychisch) an (siehe Sätze 50. ff.).

Das dürfte einer der Unterschiede sein, die zwischen der Sozialisation in einer Institution (z.B. einem Heim, d.h. einer Organisation) und in einer Familie besteht. Die Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse und Eigenheiten eines einzelnen Kindes ist – im Prinzip – in einer Organisation geringer als in einer Familie.

In der Familie eines Neugeborenen ändern sich auch die Beziehungsmuster, worüber sich manchmal Väter oder auch ältere Geschwister beschweren, weil sie nunmehr die Aufmerksamkeit von Frau/Mutter teilen müssen, und manche Frauen beklagen sich, dass sie nur noch als Mütter wahrgenommen bzw. auf diese Rolle reduziert werden. Überhaupt müssen nunmehr Raum und Zeit als „knappe Güter“ neu verteilt werden, was für diejenigen, die schon länger „da waren“, in der Regel mit einem Verlust verbunden ist.




2 Gedanken zu „25.3.1 Das soziale System (z.B. eine Familie) ändert seine Interaktions- und Kommunikationsmuster, um den (vermuteten/zugeschriebenen) körperlichen und psychischen Bedürfnissen des Kindes (=kindlicher Organismus und kindliche Psyche als Umwelten des sozialen Systems) gerecht zu werden.“

  1. Als Feminist sollten Sie die veränderten Beziehungsmuster auch aus der Sicht der Mutter beschreiben.

  2. Wie anders würden sich Babys entwickeln, wenn sie nicht permanent quälenden Hunger litten? Hätten Gier und Angst vielleicht weniger Einfluss auf unser Leben? Wäre unser Grundvertrauen gestärkt, wäre die Menschheit weniger garstig, wenn wir die ersten Jahre unserer Existenz nicht in permanenter Todesangst verbrächten? Hierzu wäre ein Experiment denkbar, in dem ein Baby bis zur selbstständigen Nahrungsaufnahme ausschließlich per Infusion ernährt wird. Kein Stillen, kein Füttern, kein Bäuerchen – all die Quellen von Leid ausgeschlossen! Statt dessen leichte Musik und Hörbücher. Es könnte ein herrlicher Mensch werden, der so heranwächst, ein Anführer, ein Revolutionär, ein Messias! Doch wir werden es nie erfahren, da diese Studie aus ethischen Gründen nicht stattfinden darf.

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