25.6.2 Die Teilnahme des Bewusstseins an der Kommunikation ist an körperliche Funktionen gebunden: der Sinnesorgane (diakritische und koinästhetische Wahrnehmung), Muskulatur (Aktion, Sprechen), Gehirn (Verstehen, Denken, Fühlen, Entscheiden)…

Die körperliche Ausstattung des Menschen bzw. eines jeden Organismus eröffnet ihm die Möglichkeit der Teilnahme an der Kommunikation unter den Mitgliedern seiner Spezies, sie begrenzt sie aber auch. Nicht alles, was gedacht oder gefühlt wird usw., lässt sich mitteilen.

Außerdem ist eine der Folgen, dass Menschen aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit nur ziemlich schlecht mit Fledermäusen kommunizieren können. Dafür sind die Chancen mit anderen Menschen zu kommunizieren (im Sinne sich hinreichend zu verständigen, dass die Handlungen in einer für die Beteiligten bekömmlichen Weise koordiniert werden können) aufgrund der im Großen und Ganzen gleichen Architektur des Organismus ziemlich groß. Von zentraler Bedeutung – nicht nur für die Kommunikation, sondern generell für die Konstruktion des jeweils individuellen Weltbilds – sind die beiden unterschiedlichen Modalitäten der Wahrnehmung, die als diakritisch und koinästhetisch bezeichnet werden. Sie dienen zum einen der Diffferenzierung der Wahrnehmung, zum anderen der Integration dieser Menge von Wahrnehmungen.

 

Literatur:

„Koinästhetisch (vom Griechischen koinos = gemeinsam und aisthesis = Sensibilität) bezeichnet ein Wahrnehmungs- und Aktionssysem, dessen Zentrum in der striopallidären Region, im Thalamus und im Hypothalamus leigt. Die psychischen Manifestationen dieses Systems sind Empfingungen, Affekte und gewisse Attribute des Traumes, während seine somatischen Äußerungen visceral und postural sind. Die Qualität der Wahrnehmunge des Systems beschreibt am besten das Adjektiv »sensitiv«, denn es handel sich um vage, diffuse Empfindugnen, wie etwas gastro.intestinale, sexuelle, präcordiale Empfindungen usw. Die Exekutivorgane dieses Systems sind die glatten Muskelfasern, die sogenannten posturalen Muskeln, sowei die mimische Muskulatur, da diese ja auch Empfindungen und Affekte ausdrückt. Im Gegensatz zur phasischen Funktion der Skelettmuskulatur funktioniert swohl die glatte wie die posturale Muskulatur in »tonischer« Weise, das heißt in einem viel langsameren Rhythmus.

Das diakritische System (von dia = durch und krinein = trennen) bezeichnet jendes System, dessen Zentrum im Cortex liegt. Zu seiner Funktion gehören bewußtes Denken, sowie intentionale, volitionale Handlungen. Die Wahrnehmungen dieses Systems erfolgen durch die Sinnesorgane, welche in annähernd quantifizierbarer Weise Intensität zu unterscheiden vermögen. Diese Wahrnehmungen sind ferner lokalisiert und umschrieben. Das Exekutivorgan dieses sensorischen Systems ist die quergestreifte Skelettmuskulatur der Gleidmaßen. Diese Muskulatur funktioniert phasisch, mit plötzlichen Kontraktionen und Erschlaffungen, entsprechend den jeweiligen Willensimpulsen.“

Spitz, Renè (1957): Nein und Ja. Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation. Stuttgart (Klett) 2. Aufl. 1970,  S. 66f.

 

 

 




4 Gedanken zu „25.6.2 Die Teilnahme des Bewusstseins an der Kommunikation ist an körperliche Funktionen gebunden: der Sinnesorgane (diakritische und koinästhetische Wahrnehmung), Muskulatur (Aktion, Sprechen), Gehirn (Verstehen, Denken, Fühlen, Entscheiden)…“

  1. Wenn man die Maus blitzschnell von unten nach oben bewegt, so schnell, dass der Pfeil volle Kanne gegen den Bildschirmrand pfeffert, fix wieder runter mit der Maus, Anlauf nehmen, erneut mit Karacho gegen den Bildrand, wieder und wieder und wieder, fünf Stunden lang, dann kriegt der Pfeil zwar furchtbare Kopfschmerzen, aber sein Schreien hören wir nicht. Pfeile schreien im Ultraschallbereich, daher sollte man sie mit Fledermäusen zusammenbringen, die würden den Pfeil zwar nicht sehen, ihn aber weiträumig umfliegen. Das Wunderbare ist: Es funktioniert auch andersherum. Sind also Fledermäuse im Zimmer, muss man nur den Pfeil zum Schreien bringen, dann kann dem Bildschirm nichts passieren.

  2. Sind die körperlichen Funktionen eingeschränkt hat das, aus meiner persönlichen Erfahrung ( und wir lernen es nur wenn wir es selbst spüren, ansonsten ist’s nur Gerede) wesentliche Einschränkungen des Bewusstseins zur Folge, bzw. geht damit einher.
    Patienten, auch wenn wir selbst Patienten sind, sind nur entsprechend bewusstseinsfähig. Dann hilft ein eintscheidungswilliger Arzt, dem der Patient vertraut oft besser weiter, oder ein Freund oder ein Familienmitglied als jede Aufklärung mit dem Zwang selbst entscheiden zu müssen und es nicht wirklich zu können.
    Was nicht heißen soll und darf, dass die Entscheidung bei jemand anderem liegen soll. Aber es kann sinnvoll sein, die Entscheidung abzugeben.
    – wenn sich denn jemand findet, der diese Verantwortung zu tragen bereit ist !

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