25.9 Direkte Interventionen auf körperlicher Ebene können in der Kommunikation als Medium genutzt werden, um sozial erwünschte psychische Wirkungen zu erzielen (z.B. körperliche Bestrafung, sexuelle Verführung, Folter…).

Heute nicht mehr überall und in allen Gesellschaftsschichten alltägliches Beispiel sind die Methoden der „schwarzen Pädogogik, die körperliche Strafen „Züchtigungen“ als Erziehungsmaßnahmen. Noch deutlicher ist die Nutzung des Körpers bzw. dessen Manipulation zwecks Erreichen psychischer Effekte bei der Folter zu studieren. Dabei wird der Organismus traktiert – ein Aspekt des sozialen Systems, das dies manchmal sogar gesetzlich festlegt und codifiziert wie heute immer noch im islamischen Recht, oder mehr oder weniger offen damit droht, wie in totalitären Systen oder zeitweise (?) in extraterritorialen CIA-Gefängnissen nach dem Irak-Krieg -, um den Willen und Widerstand ihrer Opfer zu erreichen.

 

Literatur:

„Es gibt einige wesentliche Elemente, die der Folter ihre spezifische Bedeutung geben und die in jede umfassende Definition einbezogen werden müssen. Als erstes gehört zum Wesen der Folter, daß mindestens zwei Personen daran beteiligt sind, der Folterer und das Opfer, wobei weiterhin vorausgesetzt ist, daß das Opfer sich unter der physischen Kontrolle des Folterers befindet. Das zweite Element ist das grundlegende: die Zufügung von akutem Schmerz und Leiden. (…) Der Begriff Folter impliziert einen hohen Grad des Leidens, das »schwer« oder »akut« ist. Ein einmaliger Schlag wird von den meisten als »Mißhandlung« und nicht als »Folter« angesehen, während unausgesetztes Schalgen über 48 Stunden »Folter« ist. Intensität und Grad sind Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn man Grade beurteilt.

Drittens gehört zum Begriff der Folter die Anstrengung des Folterers, durch die Zufügung von Schmerz das Opfer unterliegen zu lassen, es »zu brechen«.“

Amnesty International (1973): Bericht über die Folter. Frankfurt (Fischer TB), S. 35.

„Das eigentliche Ziel der folter besteht darin, das Opfer zu entmenschlichen und seine Widerstandskraft für einen bestimmten Zweck zu brechen. Wie im Mittelalter besteht der Hauptzweck von Folter darin, in einem Verhör ein Geständnis zu erzwingen. In vielen Staaten liegt die Hauptvrantwortung für die Aufklärung von Verbrechen bei der Polizei, und von der Polizei unter Folter erzwungene Geständnisse werden leider noch immer vn der Justiz als BEweismittel zur Verurteilung dieser Menschen verwendet.“

Nowak, Manfred (2012): Folter. Die Alltäglichkeit des Unfassbaren. Wien (Kremayr & Scherlau), S. 35.

„Folter dient dazu, das Opfer durch Schmerzen zu überwwältigen. Dies geschieht mit einer methodischen Beharrlichkeit, deren einzige Grenze nicht mehr das Leiden, sondern der Tod ist. Sie ist, als absolute Praxis der Grausamkeit, einer Technik der Vernichtung der Person, die minutiös auf die Zerstörung des Indentitätsgefühls abzielt, eine Mischung aus körperlicher und seelischer Gewalt.“

Le Breton, David (2007): Schmerz und Folter. Der Zusammenbruch des Selbst. In: Harasser, Karin, Thomas Macho, Burkhardt Wolf (Hrsg.): (2007): Folter. Politik und Technik des Schmerzes. München (Wilhelm Fink), S. 228.




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