27.5.1 fbs

Das Prinzip der Assimilation lässt sich am einfachsten am Beispiel kognitiver Strukturen illustrieren: Das ja wohl jedem vertraute (und manchen zur Verzweiflung bringende) Verfahren, dass (von den ignoranten Mitmenschen, mit denen man täglich zu tun hat) Neues nicht als neu bewertet, sondern als eine Wiederholung des Alten bzw. ihm ähnlich betrachtet wird („War doch schon immer so!“, „Was soll denn daran originell und neu sein?“) ist, bei aller Kritik, die sicher oft genug berechtigt sein dürfte, ziemlich funktionell und letztlich eine der Grundlagen menschlicher Erkenntnis: Man kann Erfahrungen aus der Vergangenheit auf die Gegenwart übertragen und muss nicht immer wieder neu das Rad erfinden. Neue Phänomene werden nach dem Muster bekannter Phänomene eingeordnet, Ähnliches wird miteinander identifiziert. Kritisch bewertet – der Preis, der eventuell für dieses Verfahren der Assimilation des Neuen an das Alte gezahlt werden muss, kann man feststellen, dass dies eine Methode ist, Lernen zu verhindern.

Ein Beispiel für Assimilation des unbekannten Neuen an Bekanntes: Engel sind auch nur eine Art von Vögeln (wahrscheinlich, da sie sich zwischen Himmel und Erde bewegen, oder so ähnlich… [offizieller katholischer Kirchenengel vor dem Petersdom, Weihnachten 2017]):

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