27.5.3 Welches System sich in der Kopplung von Organismus, psychischem und sozialem System in einer gemeinsamen Geschichte (=Koevolution) mehr als das andere verändert, hängt davon ab, welches über die relativ fester bzw. loser gekoppelten Elemente oder Komponenten verfügt.

Die größere Flexibilität eines Systems führt dazu, dass es sich im Zweifel an das weniger flexible anpasst. Wie das zu bewerten ist, kann nicht allgemein und unabhängig vom konkreten Kontext gesagt werden. Nur so viel: Es ist nicht immer der Klügere, der nachgibt.

Denn die die zentrale Frage ist ja generell, wer sich wem anpasst (wer assimiliert seine Umwelt, so dass sie zu seinen internen Strukturen passt? / wer akkomodiert seine internen Strukturen so, dass sie zur Umwelt passen?).

Und das ist nicht nur in der Kopplung von Organismus, Psyche und sozialem System die Frage, sondern auch in der Kopplung von psychischen Systemen, wie etwa in einer Partnerschaft oder einer Familie oder in einem Betrieb – passt der Mann sich der Frau oder die Frau dem Mann an?, die Eltern dem Kind oder das Kind den Eltern?, die Mitarbeiter den Ablaufschemata eines Unternehmens oder die betrieblichen Prozesse den Bedürfnissen Mitarbeitern?

Und schließlich eröffnen sich hier auch all die psychosomatischen Fragestellungen, wie der Organismus sich auf die psychischen Besonderheiten eines Menschen, seine Gewohnheiten und Macken usw. einstellt und/oder umgekehrt.




Ein Gedanke zu „27.5.3 Welches System sich in der Kopplung von Organismus, psychischem und sozialem System in einer gemeinsamen Geschichte (=Koevolution) mehr als das andere verändert, hängt davon ab, welches über die relativ fester bzw. loser gekoppelten Elemente oder Komponenten verfügt.“

  1. „Ich gebrauche sie für das, was ich tue … Sie ist für mich in ihrer Flexibilität und Schönheit zum Teil zu einer Spielgefährtin geworden, die ich, ja, ähm, sehr gerne benutze“, sagte Saša Stanišić 2014 bei der Verleihung des Leipziger Buchpreises über seine Gespielin, die er als die deutsche Sprache outete. Nun weiß ich zwar, was im Balkan für raue Sitten herrschen, wundere mich aber, wie weit es Stanišić mit dieser besitzergreifenden Handhabe zartfühlender Wesenheiten im ernsthaften deutschen Literaturbetrieb schaffen konnte.

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