28.1.1 Die internen Prozessmuster, die das Verhalten eines kognitiven Systems steuern, sind als sein Wissen zu betrachten.

Diese aus der Biologie  (Maturana/Varela) stammende Definition kann auf psychische und soziale Systeme übertragen werden, wobei das Funktionieren der Psyche, d.h. die Psychodynamik (von Handeln zu sprechen, scheint problematisch) analog zum äußerlich beobachtbaren Verhalten eines Organismus zu setzen ist.

Dass soziale Systeme als handelnde (=kognitive) Einheiten angesehen werden können und werden, bezeugt das Handelsgesetzbuch.

In allen diesen Fällen wird durch das Verhalten des kognitiven Systems nicht nur eine Welt (Lebenswelt) „erkannt“, sondern hervorgebracht. Es gibt nicht wirklich eine Außenperspektive, sondern bestenfalls die fiktive Konstruktion solch einer Außensicht, durch das Re-Entry der Innen-außen-Unterscheidung auf der Innenseite der Unterscheidung (s. Satz 5.2.4).

 

Literatur:

„Frage 1

Was ist Kognition?

Antwort

Wirksames Handeln: die Geschichte der strukturellen Koppelung, die eine Welt hervorbringt bzw. erzeugt.

Frage 2

Wie funktioniert Kognition?

Antwort

Mithilfe eines Netzwerks von untereinander verknüpften Elementen, das in der Lage ist, seine Struktur zu verändern, ohne den Lebensprozeß abzubrechen.

Frage 3

Wie weiß ich, ob ein kognitives System angemessen arbeitet?

Antwort

Dann, wenn es Teil einer Lebenswelt von Bedeutungen wird (wie die Jungen jeder Art), oder wenn es eine neue ausbildet (wie es im Evolutionsprozeß immer wieder geschieht).“

Varela, Francisco (1988): Kognitionswissenschaft – Kognitionstechnik. Frankfurt (Suhrkamp), 1990, S. 110f.




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