28.3 Daten: Das Resultat der Kopplung der Operationen des Unterscheidens und Bezeichnens sollen Datum genannt werden.

Der Begriff Datum beruht auf der Vorstellung eines passiven Beobachtungsprozesses: Phänomene werden als „gegeben“ vorausgesetzt (von lat. dare, geben). Wenn man die hier explizierten Vorannahmen eines selektiv wahrnehmenden Beobachters zugrunde legt, so handelt es sich bei der Auswahl der beobachteten Phänomene um einen aktiven Prozesse, d.h. die Phänomene können nicht als „gegeben“ betrachtet werden, sondern sie müssen als „genommen“ kategorisiert werden und müssten daher nicht Daten, sondern Presen oder Prisen (wie beim Gebrauch von Schnupftabak, Salz) heissen (von lat. prendere, nehmen); Freibeuter, die auf Kaperfahrt gingen, erbeuteten auch sogenannte Prisen (=Beute). Daten werden also immer erbeutet – zumindest eine passendere Metapher. als wenn sie als vorgegeben betrachtet werden.

 

Literatur:

„Daten sind beobachtete Unterschiede. Jedes Datum setzt ein Beobachtungsinstrumentarium voraus, das es erlaubt, Unterschiede zu registrieren. Schon auf der elementaren Ebene von Daten hängt das, was wir »sehen« können, von den Instrumenten und Verfahren der Beobachtung ab.“

Willlke, Helmut (2004): Einführung in das systemische Wissensmanagement. Heidelberg (Carl-Auer Verlag), S. 28.




Ein Gedanke zu „28.3 Daten: Das Resultat der Kopplung der Operationen des Unterscheidens und Bezeichnens sollen Datum genannt werden.“

  1. Diese Freibeuter-Mentalität in der Wahrnehmung und Beschreibung von individuell differierenden Wirklichkeiten wäre ein Förderprogramm für Kognition und Kreativität, wie beispielsweise eine Pippi-Langstrumpf-Kalle-Blomquist-Kindheit aus Abenteuer, Loch im Kopf, geklauten Kirschen und so barfuß wie autonom verbrachtem Sommer.

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