28.3.1 Die Kommunikation von Daten ist an die Möglichkeit des Codierens gebunden, d.h. es muss die Möglichkeit bestehen, Bezeichnungen (=indication) mit anderen Bezeichnungen (=indication) zu korrelieren bzw. in sie zu übersetzen und/oder neu zu ordnen.

Die Bezeichnungen eines Individuums müssen z.B. in die Bezeichnungen, die in einer Sprache verwendet werden, übersetzt werden, um sich an der Kommunikation beteiligen zu können. Dass das nicht immer einfach ist, merkt man spätestens, wenn man in einem fremden Land, dessen Sprache man nur rudimentär beherrscht, genau weiß, was man sagen will, einem aber nicht die richtigen Worte, geschweige denn die grammatikalisch richtig gestalteten Sätze einfallen.

 

Literatur:

„Die Mitteilungen hören auf, Mitteilungen zu sein, wenn niemand sie lesen kann. Ohne einen Stein von Rosetta wüßten wir nichts von alledem, was in ägyptischen Hieroglyphen geschrieben wurde. Sie wären nur elegante Ornamente auf Papyrus oder Stein. Um bedeutungsvoll zu sein – selbst um als Muster erkannt zu werden -, muß jede Regelmäßigkeit mti komplementären Regelmäßigkeiten oder auch Fertigkeiten übereinstimmen und diese Fertigkeiten sind genau so vergänglich wie die Muster selbst. Auch sie sind sozusagen auf Sand oder auf Wasser geschrieben.“

Bateson, Gregory (1979): Geist und Natur. Eine notwendige Einheit. Frankfurt (Suhrkamp) 1982, S. 62.

 




2 Gedanken zu “28.3.1 Die Kommunikation von Daten ist an die Möglichkeit des Codierens gebunden, d.h. es muss die Möglichkeit bestehen, Bezeichnungen (=indication) mit anderen Bezeichnungen (=indication) zu korrelieren bzw. in sie zu übersetzen und/oder neu zu ordnen.”

  1. Kürzlich wurde der älteste Witz der Welt gefunden. Er wurde in ägyptischen Hieroglyphen verfasst, zu datieren auf rund 1500 v.Chr. und geht so: „Auge Arm Falke Hornviper. Auge Wasser Wasser Schakal. Mann: Palmenzweig Falke Weidenkorb. Krokodil. Frau: Arm Sandale Feder. Feder!“. Der Inhalt, so ein Experte, unterscheidet sich nicht wesentlich von den Soap-Operas der Neuzeit.

  2. „Der Mensch schreibt seit ungefähr 5400 Jahren. Und hört nicht mehr auf. Gezeichnet hatte er schon mindestens seit 30.000Jahren, aber nun reiht er systematisch Zeichen für Objekte oder Laute aneinander. Der Vorläufer der sumerischen Keilschrift aus Mesopotamien (heute Irak und Teile von Syrien) gilt als frühestes Schriftsystem, dich gefolgt von den ägyptischen Hieroglyphen. Die ersten Schreiber waren auch die ersten Bürokraten: sie schrieben auf, wem welches Land gehörte, wie groß die Ernte ausfiel oder wer wie viele Ziegen besaß.

    Nach einiger Zeit entwickelten sich aus den vereinfachten Abbildungen von Ziege, Schaft oder Ähre ein komplexes Zeichensystem, mit dem der erste Gesetzestext der Menschheit und später sogar Poesie geschrieben wurde. Warum sollte man die Schrift den Bürokraten überlassen?“

    Intro: „Kulturtechnik Lesen und Schreiben“
    in Johannes Bergerhausen, Siri Poagrangan
    decodeunicode – Die Schriftzeichen der Welt
    Verlag Hermann Schmidt, Mainz,
    1. Aufl. , Mai 2011

    https://www.youtube.com/watch?v=IRdupNXpm8k

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