28.4.6 Daten, denen keine Bedeutung zugeschrieben wird, sollen Rauschen genannt werden.

In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts hörte man im Radio manchmal Botschaften, die für den durchschnittlichen Zuhörer vollkommen unverständlich blieben: Es wurden Zahlenkombinationen verlesen – kontextfrei, vollkommen sinnfrei für den Uneingeweihten. Diese Botschaften waren Mitteilungen von Geheimdiensten an irgendwelche Agenten im fernen Feindesland (es herrschte „kalter Krieg“). Der- oder diejenige, für die diese Nachrichten gedacht waren, verfügten über irgendein Codebuch, mit dessen Hilfe er oder sie die Zahlen in Texte übersetzen konnte. Für alle anderen blieben die Zahlen Rauschen. Noch deutlicher wurde dies, wenn gemorst wurde. Dann hörte man nur Piepen, und selbst wenn es als strukturiert erkennbar war, so blieb seine Bedeutung doch verschlossen, wenn man nicht das Morsealphabet beherrschte (selbst wenn sie nicht darüberhinaus noch verschlüsselt gewesen sein sollten).

Auf der anderen Seite gab es etlich Leute, die Tonaufnahmen von unterschiedlichen Formen des Rauschens machten, weil sie meinten, es seien Botschaften von extraterrestrischen Intelligenzen, die nur noch entschlüsselt werden mussten.  Einigen dieser Forscher soll es gelungen sein, aus dem, was für die meisten Menschen nur störender Lärm war, herauszuhören, der Weltuntergang stehe unmittelbar bevor.




2 Gedanken zu „28.4.6 Daten, denen keine Bedeutung zugeschrieben wird, sollen Rauschen genannt werden.“

  1. Na und!
    So ein unmittelbar bevorstehender Weltuntergang wäre doch kein Weltuntergang, oder?
    Bloß schade um die viele Mühe, die Sie sich mit diesen Formen machen!
    Haben Sie nichts anderes zu tun?

  2. „Gemeinsame Sprache verbindet, Sprachverschiedenheit trennt. Im westeuropäischen Mittelalter stand für die offizielle Vermittlung von Fachwissen nur die eine Kirchen-, Gelehrten- und Schulsprache Latein zur Verfügung. Vereinzelt erhaltene vulgärsprachliche Aufzeichnungen haben demgegenüber inoffiziellen Charakter. An der Einheitssprache Latein halten zunächst alle Autoren der frühen Neuzeit fest. In den ersten Dezenien des 16. Jahrhunderts aber vollzieht sich der Umschwung. Pietro Aron, der sein erstes erstes Werk mit Hilfe eines Übersetzes noch auf Latein veröffentlichte, läßt 1523 sein zweites in italienischer Sprache und rechtfertigt dies später mit der leichteren Verständlichkeit und Verbreitung. In praktischen Lehrschriften haben spanische Autoren schon vorher ihrer Muttersprache den Vorzug gegeben (Martinez de Bizcarguir u.a.). Arnolt Schlick veröffentlichte seinen SPIEGEL DER ORGELMACHER UND ORGSNISTE ebenfalls i Idion seines Heimatlandes. Und diese Tendenz setzt sich allenthalben fort. Doch ist für das 16. Jahrhundert das Nebeneinander von Latein und Volkssprachen bezeichnend, mitunter sogar innerhalb desselben Werkes (so z.B. noch im Syntagma musicum von Michael Praetorius, 1614/20).“

    Frieder Zaminer
    Geschichte der Musiktheorie
    Bd. 6, Hören, Messen und Rechnen in der frühen Neuzeit
    S.3
    Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt 1987

    https://www.youtube.com/watch?v=e83oOCnH_3w

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