28.6.3 Können eröffnet die Möglichkeit der Kreation (=Poiesis) unwahrscheinlicher Produkte.

Poiesis ist die Schaffung von Werken, die nicht selbstorganisiert entstehen. Es war unwahrscheinlich, dass die Mona Lisa gemalt wurde, es war unwahrscheinlich, dass ein ganz bestimmter Hollywood-Film (z.B. „Being John Malcovich“) in der unverwechselbaren Weise gedreht wurde, in der er gedreht wurde usw.

Überall, wo Unwahrscheinliches zielgerichtet geschaffen, gebaut, gebastelt, geschrieben, geknetet wird, bedarf es eines Schöpfers, der den Entschluss dazu trifft und die Fähigkeit besitzt. Das Wollen allein reicht nicht, es bedarf auch des Könnens. Das Wort Kusnt – so die Volksweisheit – kommt von Können und nicht von Wollen; deshalb heißt es ja auch Kunst und nicht Wulst.

Autopoietische Systeme folgen dem Muster des sich selbst aus dem Sumpf ziehenden Baron Münchhausen. Für sie ist der Unterschied zwischen Poiesis und Praxis aufgehoben. Subjekt und Objekt der Tätigkeit können nicht unterschieden werden

Wahrscheinlich versuchen all diejenigen Menschen, die es nicht für plausibel halten, dass sie selbst das Ergebnis einer ziellosen Evolution sein sollen, sich ihren Schöpfer zu erhalten, der sie samt aller evolutionärer Veränderungen qua „intelligent design“ erschaffen hat…




Ein Gedanke zu „28.6.3 Können eröffnet die Möglichkeit der Kreation (=Poiesis) unwahrscheinlicher Produkte.“

Schreibe einen Kommentar