28.7 Die Verhaltenskonsequenzen von Wissen und Können sollen Pragmatik genannt werden.

Direkt beobachtbar sind weder Wissen noch Können, sondern nur deren Wirkungen auf das Verhalten eines Systems, sei es ein Mensch oder ein soziales System. Aber, das ist ein Problem für die Beobachtung, wenn ein Verhalten nicht gezeigt wird, heißt das nicht unbedingt, dass denjenigen, die sich so verhalten, das Können oder Wissen fehlt. Es könnte auch sein, dass sie ihr Wissen oder Können nicht realisieren wollen oder können. Man muß sein Können auch zeigen können und wissen wie man sein Wissen pragmatisch realisiert.

 

Literatur:

„Der Ausdruck »Pragmatik« ist offensichtlich unter Bezug auf den Ausdruck »Pragmatismus« geprägt worden. Wahrscheinlich liegt die bleibende Bedeutung des Pragmatismus darin, daß er die Aufmerksamkeit stärker als zuvor auf die Beziehung der Zeichen zu ihren Benutzern gerichtet hat und die Relevanz dieser Beziehung für das Verständnis geistiger Tätigkeiten höher eingeschätzt hat, als dies früher geschehen ist. Der Ausdruck »Pragmatik« soll an die Bedeutung erinnern, die die Leistungen von Peirce, James, Dewey und Mead für die Semiotik haben. Zugleich muß »Pragmatik« als spezifisch semiotischer Ausdruck seine eigene Definition erhalten. Unter »Pragmatik« verstehen wird die Wissenschaft von der Beziehung der Zeichen zu ihren Interpreten. (…) Da zu den meisten, wenn nicht allen Zeichen lebende Organismen als Interpreten gehören, kann man die Pragmatik hinreichend genau mit den Worten charakterisieren, daß sie sich mit den lebensbezogenen Aspekten der Semiose beschäftigt, d.h. mit allen psychologischen, biologischen und soziologischen Phänomenen, die im Zeichenprozeß auftauchen.“

Morris, Charles W. (1938): Grundlagen der Zeichentheorie. München (Hanser) 1972,  S. 52.

„Die Grammatik des Wortes »wissen« ist offenbar eng verwandt der Grammatik der Worte »können«, »imstande sein«. Aber auch ent verwandt der des Worte »verstehen«. (Eine Technik ‚beherrschen‘)“

Wittgenstein, Ludwig (1952): Philosophische Untersuchungen. Frankfurt (Suhrkamp) 1971, S. 96.




2 Gedanken zu „28.7 Die Verhaltenskonsequenzen von Wissen und Können sollen Pragmatik genannt werden.“

  1. @Die Verhaltenskonsequenzen von Wissen und Können sollen Pragmatik genannt werden.

    Die Inkarnation des Pragmatikers bzw. des Pragmatismus sowie von Präzision, Vernunft und Disziplin war Helmut („Schnauzbart“) Schmidt, auch „Schmidt Schnauze“ genannt. Dieser „Oberleutnant der Nation“ (Süddeutsche Zeitung) war das „lebende Vorbild der Deutschen“ (ZDF).
    Möglicherweise war Schmidt sogar Systemtheoretiker, denn ich erinnere mich an Aussagen von FBS, dass man mit der Systemtheorie auch ein KZ betreiben könne, ähnlich wie es Schmidts ehemaliger Partei-Genosse Oskar Lafontaine diesem 1982 vorwarf: „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“

  2. Ach Gott de Oskar,
    aber irgendwer muß dann schon auch mal hieb- und stichfest Kasse machen.

    un des am besschde before werre die allgemeine Invendur aaschteht ;
    awwwer ich kennt wedde des fersteht emoo widder kee Sau
    als Berliner orre Hamburger schunn glei garnet.
    un um sich fer so Dingenskirchen orre gar fer Lautre zu quasi fer lau zu qualifiziere ohne sich e großi Mieh ts mache, muß mer halt im Zweifel die Blagen draasetze, die’s noch net soo midde Tugende henn. Sunnscht musche dann do schunn ee Adsche sei,
    sunnsch kummsche do nimmi ennei, geschweige denn genuff

    alla hopp dann bis neckschd Joohr

    https://www.youtube.com/watch?v=yYsOucFRrDI

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