28.7.1 Das Wissen und/oder Können von Organismen, psychischen und sozialen Systemen ist in ihren Verhaltens- bzw. Interaktionsmustern sowie ihren internen Prozessmustern impliziert.

Dies entspricht der Definition des kognitiven Systems, wie sie von Maturana und Varela gegeben wurde, nach der die biologischen Strukturen kognitive Strukturen sind. Ein Lebewesen, das mit angeorenen Verhaltensschemata geboren wird, erhält das Wissen, das für das Überleben in der jeweiligen ökologischen Nische notwendig ist, vererbt, d.h. es muss nicht erlernt werden, weil es „fest verdrahtet“ in den Mustern des Nervensystems (soweit der jeweilige Organismus über eines verfügt) ist.

Auch beim Menschen gibt es einige solcher angeborener Verhaltensmuster, beispielhaft sind Reflexe wie der Saugreflex. Neugeborene müssen nicht in die Schule gehen, um die Mutterbrust anzuzapfen.

Und in Spielregeln sozialer Systeme ist oft ebenfalls altes Wissen impliziert, das oft über Jahrhunderte erworben und per Tradition weitergegeben wird. So wird das Wissen um die Grammatik der jeweils gesprochenen Sprache durch das Sprechen selbst weiter gegeben, ohne dass deren Regeln bewusst werden müssten oder des expliziten Unterrichts bedürften.

Allerdings besteht bei allem derartigen impliziten Wissen die Gefahr, dass es veraltet – d.h. nicht mehr passend für die Anforderungen sich ändernder Umwelten ist. Bei den Sauriern war das auf biologischer Ebene der Fall, und wenn man den aktuellen Studien glaubt, dann sind auch unsere Zeiten bzw. die mit ihnen verbundenen Änderungen der Lebensbedingungen (Klimawandel etc.) für viele biologische Arten tödlich, weil sie ihre Strukturen nicht schnell genug ändern können (im Gegensatz zu Bakterien, die ja schnell in der Lage sind, Antibiotika-Resistenzen zu entwickeln, d.h. ein Wissen zu erwerben, wie mit mit ihnen umzugehen hat, wenn man nicht gekillt werden will).

Dass psychische und soziale Systeme im Prinzip ihr Wissen um ihre sich ändernden Umwelten und damit ihre internen Strukturen  schneller ändern können, erhöht ihre Überlebenschance – allerdings nur im Prinzip, denn es ist offenbar nicht ganz so einfach, wie es hier theoretisch erscheint.




Ein Gedanke zu „28.7.1 Das Wissen und/oder Können von Organismen, psychischen und sozialen Systemen ist in ihren Verhaltens- bzw. Interaktionsmustern sowie ihren internen Prozessmustern impliziert.“

  1. @“sind auch unsere Zeiten bzw. die mit ihnen verbundenen Änderungen der Lebensbedingungen (Klimawandel etc.) für viele biologische Arten tödlich“

    Zum Glück nicht für die Menschen: Die können ja wieder nackt herumlaufen, während Hunde ihr Fell nicht einfach ablegen können.

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