28.8.3 Dass gelernt wird, ist „an sich“ weder positiv noch negativ zu bewerten, d.h. ob neues Wissen/Können besser oder schlechter zu bewerten ist als altes, entscheidet der Beobachter aufgrund seiner Bewertungskriterien (meist retrospektiv).

Lernen wird in unseren westlichen Zivilisationen meist positiv bewertet. Aber, wenn man in Betracht zieht, dass offenbar auch behandlungsbedürftige Symptome nach den Theorien, welche die Grundlage der Verhaltenstherapie bilden, erlernt sind, so ändert sich dies idealisierende Bewertung.

Aber man muss gar nicht so weit gehen und Therapeuten bemühen: Jeder Tennistrainer warnt davor, ohne seine Anleitung schon zu versuchen, die perfekte Rückhand zu erlernen. Denn aller Wahrscheinlichkeit übt man auf diese Weise dysfunktionelle Bewegungsmuster ein, die man dann später nicht mehr so einfach los wird.

Auch all die schlechten Gewohnheiten, mit denen wir unsere Mitmenschen quälen, sind per definitionem nicht angeboren, sondern wir haben sie irgendwann „erworben“ (obwohl das so klingt, als würde man sie bei Amazon kaufen –  alles dort zu kaufen kann allerdings tatsächlich eine Gewohnheit sein, die man besser nicht erworben hätte).




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