28.8.4 Wissen/Können macht lernbehindert, da funktionierende Verhaltensmuster (=altes Wissen/Können) die Notwendigkeit des Erprobens neuer Verhaltens-/Prozessmuster (=neues Wissen/Können) überflüssig macht.

„Einen Fernsehapparat, der funtioniert, repariert man nicht“ – nach diesem Motto erfolgt Lernen nur dann, wenn eine Ist-Soll-Differenz aufgemacht wird, d.h. man lernt nicht ohne Not. Wenn man weiß, wie man was zu tun hat, dann braucht man nicht zu lernen.

Das Risiko dieses Wissens oder Könnens ist, dass notwendige Veränderungen verpasst werden, weil sich eine oder mehrere der Umwelten, die letztlich über die Funktionalität dieses Wissens oder Könnens entscheiden, sich ändern. Um mit dieser nicht zu vermeidenden Lernbehinderung, die eine Nebenwirkung jeder Kompetenz ist, umzugehen, bedarf es der Neugier, der Beobachtung der System-Umwelt(en)-Beziehung und der Überprüfung, ob das Wissen noch zur aktuellen Welt passt.

Im Zweifel ist die beste Strategie für den Umgang mit der genannten Lernbehinderung, stets von der Hypothese auszugehen, dass man nicht weiss… (und sich oder anderen Fragen zu stellen oder Experimente zu machen, die helfen, dieses Nicht-Wissen zu beheben).




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