28.8.5 Wo über ein bestehendes/praktiziertes Wissen/Können verfügt wird, das mit dem neu zu lernendem Wissen/Können im Konflikt steht, muss entlernt werden, um neues Lernen zu ermöglichen d.h. altes Wissen/Können muss in seinen Verhaltenskonsequenzen unwirksam gemacht werden (zumindest, wenn es noch als hinreichend funktionell bewertet wird).

Dies dürfte der wichtigste Grund dafür sein, dass Veränderung so schwer ist, sei es für Individuen in der Psychotherapie, sei es für Organisationen, die sich umstrukturieren müssen, um – z.B. als Unternehmen auf einem Markt – zu überleben.

Schließlich hat sich für sie das bestehende Wissen/Können (auch das in den internen Strukturen implizierte) bis dato insofern bewährt, dass das Überleben gelungen ist. Mit jeder Veränderungszumutung sind daher ein unkalkulierbares Risiko und Unsicherheit verbunden. Man weiss nicht, was man bekommt, wenn man aufgibt, was man hat…

Aber dies ist nur der Aspekt, der Veränderung und Wandel unwahrscheinlich macht, der dem Bewusstsein zugeschrieben werden kann und üblicherweise als „Widerstand“ gegen Veränderung bezeichnet wird. Es gibt aber noch einen weniger klar zuzuschreibenden, Wandel verhindernden Faktor, der schlicht und einfach darin besteht, dass man, wenn man das Eine tut (die alten Verhaltens-  und Kommunikationsmuster realisiert), nicht gleichzeitig das Andere tun kann (neue Verhaltens- und Kommunikationsmuster realisieren). Solange die alten Lösungsstrategien praktiziert werden, werden keine neuen praktiziert.

Wissen macht auf genau diese Weise lernbehindert.




4 Gedanken zu „28.8.5 Wo über ein bestehendes/praktiziertes Wissen/Können verfügt wird, das mit dem neu zu lernendem Wissen/Können im Konflikt steht, muss entlernt werden, um neues Lernen zu ermöglichen d.h. altes Wissen/Können muss in seinen Verhaltenskonsequenzen unwirksam gemacht werden (zumindest, wenn es noch als hinreichend funktionell bewertet wird).“

  1. Bildungsballast, eingefahrene Gewohnheiten und ungenutzte Ressourcen behindern den Fortschritt. Gegen die digitale Behinderung („Der Mensch nutzt nur 10 % seines Internets.“) hilft lediglich eine ganzheitliche Verschmelzung mit dem restlichen Teil des Internets, wenn Sie alle inneren Blockaden abzubauen lernen. Deinstallieren Sie Firewall und Virenscanner. Lernen Sie, Ihre kindliche Neugier zu reaktiveren und öffnen Sie all die Dateianhänge, die Ihnen der Spamfilter so sträflich vorenthalten hat. Lassen Sie sich auf dem Meer der globalen Erfahrungen und medialen Errungenschaften treiben (Potenzial in blauen Pillen).

  2. Der Widerstand gegen Wandel und die Macht der Gewohnheit hängen mit folgenden Glaubenssätzen zusammen (wahlweise einsetzbar):
    Das haben wir schon immer so gemacht.
    Das bringt doch eh nichts.
    Das macht also bloß noch schlimmer.

    Altes Wissen/Können in seinen Verhaltenskonsequenzen unwirksam zu machen, funktioniert dann am besten, wenn neue Personen eingesetzt werden oder zumindest neu zusammengestellte Produktions-Teams, neue Produktionsprozesse und neue Produktionsmethoden.

  3. Entscheidend für erfolgreichen Wandel sind neue Glaubenssätze (konkrete Ziele, Visionen, Missionen).

Schreibe einen Kommentar