29.1 Die Geburt des Menschen stellt einen radikalen Vorher-nachher-Wechsel der relevanten Umwelt des kindlichen Organismus (=Lebenswelt/alternativer Phänomenbereich) dar, d.h. der Organismus als unterschiedene Einheit ändert seine Form, da sich seine Umwelt (=Außenseite der Unterscheidung) ändert.

Es gibt ja viele psychologische Theorien darüber, was psychisch bei/mit der Geburt geschieht: Sich durch einen engen Geburtskanal zu zwängen könnte traumatische Folgen haben, so dass die Menschheit eigentlich seit ewigen Zeiten aus traumatisierten Individuen besteht. All dies sind natürlich lediglich Analogien zwischen dem Erleben eines Neugeborenen bzw. im Prozess des Geborenwerdens befindlichen Individuums und dem Erleben eines Erwachsenen, der sich klaustrophobisch in einer vollgepfropften U-Bahn im Berufsverkehr durch die Menge der Fahrgäste zum Ausgang zwängt.

Hier wird aufgrund der Windigkeit solch adultomorpher Vorstellungen darauf verzichtet, Hypothesen über das Erleben des Kindes zu machen. Stattdesen werden allein die formalen Veränderungen analysiert, die durch die Geburt (oder auch den Kaiserschnitt) vollzogen werden.




Ein Gedanke zu „29.1 Die Geburt des Menschen stellt einen radikalen Vorher-nachher-Wechsel der relevanten Umwelt des kindlichen Organismus (=Lebenswelt/alternativer Phänomenbereich) dar, d.h. der Organismus als unterschiedene Einheit ändert seine Form, da sich seine Umwelt (=Außenseite der Unterscheidung) ändert.“

  1. Für das Kind ist ein Kaiserschnitt bei weitem nicht so vorteilhaft, wie allgemein angenommen. Da der Geburtsstress fehlt, schütten Kaiserschnittkinder bestimmte Hormone nicht aus, die bei einer normalen Geburt eine Rolle spielen. Einige Studien weisen darauf hin, dass diese Kinder später unter Anpassungsstörungen wie verstärktem Schreien leiden. Ein geplanter Kaiserschnitt wird in der Regel ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt. Kaiserschnittkinder haben deshalb häufiger Fruchtwasser in der Lunge, was zu Atemproblemen beim Baby führen kann. Zudem können sich zu früh geholte Babys oft schlechter anpassen und haben häufiger Probleme mit dem Temperaturhaushalt und dem Blutzuckerspiegel als Kinder, die auf natürlichem Wege geboren wurden. Wird ein Kind auf natürlichem Weg geboren, überträgt sich die Bakterienflora des Geburtskanals auf das Baby. Nicht nur die Haut, auch der Darm des Kindes wird schneller mit wichtigen Bakterien besiedelt. Bei einem Kaiserschnitt fehlt diese natürliche und wichtige Keimquelle. Laut Studien haben Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko, Übergewicht und Diabetes zu entwickeln.

Schreibe einen Kommentar